
In Münster hat die Zahl der Verwarnungs- und Bußgeldverfahren im Straßenverkehr 2025 deutlich zugenommen. Nach der Jahresbilanz der Stadt Münster wurden fast 227.000 Verfahren eingeleitet. Gleichzeitig gingen die Einnahmen aus Bußgeldern zurück. Auffällig ist vor allem der starke Anstieg bei Geschwindigkeitsverstößen.
Das städtische Ordnungsamt leitete im vergangenen Jahr insgesamt 226.887 Verwarnungs- und Bußgeldverfahren ein. Das waren rund 7.000 mehr als 2024. Trotz der gestiegenen Fallzahlen nahm die Stadt lediglich 9,7 Millionen Euro ein. Damit liegen die Einnahmen wieder auf dem Niveau von 2023 und rund 1,9 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.
Ein wesentlicher Grund für die sinkenden Einnahmen liegt in deutlich weniger Rotlichtverstößen. Durch langfristige Baustellen, unter anderem an der Weseler Straße, waren mehrere Ampelüberwachungsanlagen monatelang außer Betrieb. Die Zahl der Verfahren wegen Rotlichtverstößen sank dadurch von knapp 2.400 auf nur noch 345.
Hinzu kommt, dass die Polizei deutlich weniger Verkehrsverstöße an die Stadt übermittelte. Während es 2024 noch rund 34.500 Fälle waren, sank diese Zahl 2025 auf etwa 22.500. Diese Verstöße führen häufig zu höheren Bußgeldern und wirken sich daher besonders stark auf die Einnahmen aus.
Mehr als die Hälfte aller Verfahren entfiel auf den fließenden Verkehr. In diesem Bereich registrierte das Ordnungsamt Münster rund 120.000 Verstöße. Den größten Anteil machten Geschwindigkeitsüberschreitungen aus: Über 95.000 Verfahren wurden allein wegen zu schnellen Fahrens eingeleitet. Im Vorjahr waren es noch rund 78.500.
Auch Rotlichtverstöße und von der Polizei gemeldete Delikte flossen in die Statistik ein. Gleichzeitig sank die Zahl der verhängten Fahrverbote deutlich – von rund 2.900 im Jahr 2024 auf etwa 1.300 im vergangenen Jahr.
Zur Überwachung des Verkehrs setzt die Stadt auf stationäre, semistationäre und mobile Messanlagen. Im Jahr 2025 kam eine weitere semistationäre Anlage hinzu. Ergänzend kontrolliert die Polizei den Verkehr durch Anhaltemaßnahmen, etwa bei Handynutzung am Steuer, Alkohol am Steuer sowie bei Abstands- und Vorfahrtsverstößen.
Nach Angaben der Stadt liegt der Schwerpunkt der Kontrollen vor allem in sensiblen Bereichen. Dazu zählen Schulwege, Kitas, Seniorenheime und Tempo-30-Zonen, in denen ein erhöhtes Unfallrisiko besteht.
Neben Tempoverstößen nahm auch die Zahl der Parkverstöße zu. Rund 107.000 Verfahren wurden 2025 wegen Falschparkens eingeleitet, ein Plus von knapp vier Prozent. Besonders häufig ahndete das Ordnungsamt Verstöße auf Geh- und Radwegen, an Schulwegen sowie in Bewohnerparkzonen.
In 1.800 Fällen wurden Fahrzeuge abgeschleppt. Das entspricht einem Anstieg von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das durchschnittliche Verwarnungsgeld für Parkverstöße lag bei 26,90 Euro.
Weniger Verfahren als im Vorjahr gingen auf Hinweise unbeteiligter Dritter zurück. Die Zahl dieser Meldungen sank von knapp 9.300 auf rund 8.150. Insgesamt zeigt die Statistik, dass der Kontrolldruck im ruhenden und fließenden Verkehr hoch bleibt, sich die Einnahmen für die Stadt aber nicht automatisch mit steigenden Fallzahlen erhöhen.
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