Wirtschaftsdialog im FIEGE X-Dock Münster: W-Talks starten mit Premiere

„Wir sind als Europa nicht so schwach, wie wir uns oft selbst darstellen.“ Journalist und Autor Dr. Christoph Hein (l.) machte den Europäern beim ersten W-Talk im FIEGE X-Dock Mut!
Foto: Peter Leßmann

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Münster. Im FIEGE X-Dock im Hafen von Münster ist am Donnerstagabend ein neues Diskussionsformat an den Start gegangen. Bei der Premiere der sogenannten W-Talks kamen rund 80 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Institutionen zusammen, um über die wirtschaftliche Zukunft Europas, globale Machtverschiebungen und deren Bedeutung für den Mittelstand zu sprechen. Initiiert wurde die Veranstaltung von dem Journalisten und Autor Dr. Christoph Hein gemeinsam mit Moderator Jörg Heithoff.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich Europa in einer zunehmend konfliktgeladenen Weltwirtschaft behaupten kann. Dabei ging es weniger um tagespolitische Zuspitzungen als um langfristige Entwicklungen und strukturelle Herausforderungen. Der Veranstaltungsort, das X-Dock der FIEGE Logistik, wurde bewusst gewählt, weil Logistik als sensibler Seismograf wirtschaftlicher Veränderungen gilt. Die Premiere markiert den Auftakt einer Reihe, die künftig regelmäßig Raum für vertiefende Gespräche zur internationalen Wirtschaftslage bieten soll.

Neue Weltordnung und Europas Rolle im globalen Wettbewerb

Zu Beginn der Diskussion machte Christoph Hein deutlich, dass sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen grundlegend verändert haben. Die Phase eines weitgehend unregulierten, regelbasierten Welthandels sei vorbei, stattdessen prägten geopolitische Interessen und Machtfragen zunehmend die internationalen Beziehungen. Globalisierung finde weiterhin statt, verlaufe jedoch fragmentierter und konfliktreicher als in den vergangenen Jahrzehnten.

Für Europa leitete Hein daraus sowohl Risiken als auch Chancen ab. Zwar stünden die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten zwischen den dominierenden Akteuren USA und China unter erheblichem Druck, gleichzeitig verfüge Europa aber weiterhin über wirtschaftliche Stärke, stabile Institutionen und politische Verlässlichkeit. Entscheidend sei, diese Eigenschaften künftig strategischer zu nutzen und stärker gemeinsam aufzutreten. Frühere Gewissheiten über automatische wirtschaftliche Vorteile durch Offenheit und Handel reichten nach seiner Einschätzung nicht mehr aus.

Moderator Jörg Heithoff unterstrich, dass die W-Talks bewusst auf langfristige Perspektiven ausgerichtet seien. Ziel sei es, grundlegende Fragen zu klären, etwa woher der Wohlstand in zehn oder fünfzehn Jahren komme und welche Rolle Europa in einer veränderten Weltordnung spielen könne. Damit positioniert sich das Format als Beitrag zur wirtschaftspolitischen Debatte in Münster und darüber hinaus.

Stimmen aus Wirtschaft und Institutionen bei der Premiere

Auch Vertreter aus der regionalen Wirtschaft und von Institutionen brachten sich aktiv in die Diskussion ein. Hugo Fiege betonte die Bedeutung des offenen Austauschs und bezeichnete das X-Dock als Ort für Begegnung und Diskussion. Aus Sicht des Unternehmens sei es wichtig, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig zu reflektieren und unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen.

Martin Rademaker aus dem Vorstand von FIEGE Logistik verwies darauf, dass logistische Prozesse häufig früh anzeigen, wenn sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändern. Gerade deshalb passe eine Debatte über globale Verschiebungen und wirtschaftlichen Wandel gut an diesen Standort im Hafen von Münster. Die Diskussion erhielt dadurch einen klaren Bezug zur Praxis und zur regionalen Wirtschaft.

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Impulse kamen zudem von der IHK Nord Westfalen, die die Veranstaltungsreihe unterstützt. Hauptgeschäftsführer Fritz Jaeckel warnte davor, notwendige Transformationen durch zu starke Regulierung zu behindern. Gleichzeitig hob er hervor, dass der sachliche Ton der Debatte auffiel und bewusst auf Alarmismus verzichtet wurde. Gerade für Unternehmen im Münsterland sei eine nüchterne Einordnung globaler Entwicklungen von großer Bedeutung.

Am Ende der Veranstaltung kündigten Hein und Heithoff weitere Termine der W-Talks an. Mit wechselnden Gästen sollen die Gespräche fortgesetzt und vertieft werden. Der gut besuchte Auftakt im FIEGE X-Dock deutet darauf hin, dass in Münster ein großes Interesse an fundierten Diskussionen zur Wirtschaftslage und zur Rolle Europas besteht.

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