
Münster. Die lange umstrittenen E-Mail-Adressen mit der Endung @muenster.de sollen doch weiterbestehen. Nach monatelanger Debatte über eine mögliche Abschaltung hat die Stadtverwaltung nun eine Lösung vorgelegt, auf die sich die Ratskoalition aus Grünen, SPD und Volt verständigt hat. Künftig sollen die rund 10.000 Nutzerinnen und Nutzer ihre Adresse gegen einen geringen monatlichen Beitrag bei einem deutschen Privatanbieter weiterführen können. Der Start ist für den 1. August vorgesehen.
Noch vor wenigen Wochen hatte die Verwaltung angekündigt, die privaten @muenster.de-Postfächer einstellen zu wollen. Hintergrund waren auslaufende Betreiberverträge, steigende Kosten und der Hinweis auf die angespannte Haushaltslage. Der Fortbetrieb hätte die Stadt über mehrere Jahre hinweg einen sechsstelligen Betrag gekostet. Für viele Nutzerinnen und Nutzer kam diese Ankündigung überraschend. Die Adressen existieren teils seit Jahrzehnten und werden sowohl privat als auch ehrenamtlich oder vereinsbezogen genutzt.
Die Abschaltpläne stießen auf deutliche Kritik. Zahlreiche Betroffene meldeten sich bei Politik und Verwaltung und machten deutlich, dass sie bereit wären, selbst für den Erhalt ihrer Adresse zu zahlen. Diese Rückmeldungen wurden innerhalb der Ratskoalition aufgegriffen. Nach Angaben der Fraktionen war genau diese Zahlungsbereitschaft der entscheidende Hebel, um eine Alternative zur kompletten Einstellung zu entwickeln.
Kern der jetzt vorgestellten Lösung ist ein Betreiberwechsel. Die Stadt gibt den direkten Betrieb der E-Mail-Konten auf, ermöglicht aber, dass die Domain muenster.de weiterhin genutzt werden kann. Die technische Abwicklung übernimmt ein Anbieter mit Serverstandorten in Deutschland. Für die Stadt fallen damit keine laufenden Betriebskosten mehr an, während die Nutzenden ihre gewohnte Adresse behalten können.
Die monatlichen Kosten sollen nach bisherigen Informationen bewusst niedrig gehalten werden. Genaue Beträge und Vertragsdetails sollen den Betroffenen rechtzeitig vor dem Start mitgeteilt werden.
Neben finanziellen Aspekten spielt auch der Datenschutz eine Rolle. Durch die Entscheidung für einen deutschen Anbieter verbleiben die Daten auf Servern im Inland. Die Ratskoalition wertet dies als wichtigen Schritt in Richtung digitaler Souveränität, gerade vor dem Hintergrund wachsender Abhängigkeiten von internationalen Plattformen.
Mit der Lösung versucht die Stadt, zwei Ziele miteinander zu verbinden: Haushaltsdisziplin und den Erhalt eines über Jahre gewachsenen digitalen Angebots. Für die Nutzenden bedeutet das Modell zwar erstmals Kosten, erspart ihnen aber den aufwendigen Wechsel zu neuen E-Mail-Adressen. Politisch markiert die Entscheidung einen Kurswechsel – weg von der ersatzlosen Streichung, hin zu einem nutzerfinanzierten Fortbestand.
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