Streit um Beleuchtung an der Kanalpromenade: CDU spricht von 1,7 Millionen Euro „für fast nichts“

Streit um die Beleuchtung an der Kanalpromenade in Münster: CDU kritisiert Abschaltung der 1,7-Millionen-Euro-Anlage und wirft der SPD einen Kurswechsel vor.
Foto: Caroline Muffert

Teilen:

Münster. Die Entscheidung, die adaptive Beleuchtung an der Kanalpromenade in Münster nachts weitgehend abzuschalten, sorgt für politischen Streit. Vor allem die CDU kritisiert das Votum im städtischen Verkehrsausschuss scharf und wirft der SPD einen Kurswechsel vor. Hintergrund sind Investitionen in Millionenhöhe, Sicherheitsfragen für Radfahrende und der Konflikt zwischen Verkehrspolitik und Artenschutz.

Mehrheit im Verkehrsausschuss stoppt nächtlichen Einsatz

Im Verkehrsausschuss des Rates setzte sich eine Mehrheit gegen eine weitergehende Nutzung der Beleuchtung in den Nachtstunden durch. Nach Darstellung der CDU stimmten Grüne, SPD und Volt gegen eine Lockerung der bisherigen Regelungen. In früheren Berichten wurde zudem benannt, dass auch Linke und ÖDP diese Linie mittrugen. Damit folgte der Ausschuss nicht einem Verwaltungsvorschlag, der eine ganzjährige Nutzung der Beleuchtung mit einer Abschaltung lediglich zwischen 0 und 5 Uhr vorgesehen hatte.

CDU kritisiert Missachtung lokaler Voten

Aus Sicht der CDU wurden mit der Entscheidung auch die Empfehlungen der Bezirksvertretungen übergangen. Ratsherr Walter von Göwels erklärte:
„Die betroffenen Bezirksvertretungen mit Ortskenntnis haben sich nach intensiver Beratung ausdrücklich für den Einsatz der Beleuchtung ausgesprochen wegen der allgemeinen Verkehrssicherheit, des persönlichen Sicherheitsgefühls und nach Abwägung mit dem Natur- und Artenschutz.“
Diese klaren Voten vor Ort seien vom „grün dominierten Verkehrsausschuss ignoriert“ worden.

Vorwurf des Kurswechsels gegen die SPD

Besonders scharf fällt die Kritik der CDU an der SPD aus. Von Göwels verweist auf frühere Positionen der Sozialdemokraten, die mehr Beleuchtung im Stadtgebiet gefordert hatten – ausdrücklich auch an der Kanalpromenade.
„Noch vor wenigen Monaten hat die SPD öffentlich eine Kampagne gegen zu viel Dunkelheit in Münster geführt“, sagte der verkehrspolitische Sprecher. „Jetzt hat die SPD genau gegen die Verbesserung gestimmt, die sie selbst noch kürzlich als unbedingt notwendig angemahnt hat.“

Technik: Adaptive Beleuchtung als Smart-City-Projekt

Bei der Beleuchtung handelt es sich um eine sensorgestützte, sogenannte adaptive Anlage. Die Lampen dimmen automatisch hoch, sobald sich Radfahrende nähern, und reduzieren die Helligkeit danach wieder. Die Stadt Münster hatte das System als Smart-City- und Verkehrsprojekt eingeführt, um Sicherheit zu erhöhen und gleichzeitig Energie zu sparen. Die Investitionskosten beziffert die CDU auf rund 1,7 Millionen Euro.

Artenschutz als zentrales Gegenargument

Gegner einer längeren Einschaltung verweisen vor allem auf den Artenschutz. Insbesondere entlang des Dortmund-Ems-Kanals spielen Fledermäuse eine Rolle. Der NABU Münster hatte in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass eine Ausweitung der Beleuchtungszeiten artenschutzrechtlich problematisch sei. In sensiblen Abschnitten, etwa im Bereich der Rieselfelder, gelten daher besonders strenge Regelungen.

FDP fordert Berücksichtigung der Bezirksvertretungen

Auch die FDP Münster hat sich zuletzt in die Debatte eingeschaltet. Ende Januar forderten die Liberalen, die Wünsche der Bezirksvertretungen stärker zu berücksichtigen und die Beleuchtung – mit klaren Ausnahmen – eingeschaltet zu lassen. Ziel müsse es sein, Sicherheit und Artenschutz differenziert gegeneinander abzuwägen.

Das lesen andere gerade

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu