Schneller in die Stadt: Neue Bahn soll Münster und das Umland grundlegend verbinden

Die Bahnstrecke Münster–Sendenhorst ist genehmigt. Neue Haltepunkte, Akku-Züge und Mobilstationen sollen Stadt und Umland enger verbinden.
Für die Reaktivierung der WLE-Strecke ist die Stadt Münster für die Erschließung der Haltepunkte zuständig. Mobilstationen wie hier am Haltepunkt „Halle Münsterland“ sollen insbesondere den Umstieg zwischen Bahn und Fahrrad erleichtern. ©Stadt Münster

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Münster. Die Reaktivierung der WLE-Bahnstrecke zwischen Sendenhorst und Münster rückt in greifbare Nähe. Mit dem nun erlassenen Planfeststellungsbeschluss hat die Bezirksregierung Münster das zentrale Genehmigungsverfahren abgeschlossen und damit den Weg für den Umbau und die spätere Wiederinbetriebnahme der Strecke freigemacht. Das Projekt gilt als zentraler Baustein für den Ausbau des regionalen Schienenverkehrs im Münsterland.

Genehmigung nach jahrelanger Planung erteilt

Bereits im Jahr 2020 hatte die Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH (WLE) den Antrag auf Reaktivierung der rund 21 Kilometer langen Strecke gestellt. Mit dem nun erlassenen Planfeststellungsbeschluss liegt die rechtsverbindliche Zulassung für Umbau und Wiederinbetriebnahme vor. Übergeben wurde der Beschluss Anfang Februar unter anderem durch Vertreter der Bezirksregierung Münster an die WLE.

Der Beschluss erlaubt umfangreiche Arbeiten an der Strecke. Vorgesehen sind die vollständige Erneuerung des Oberbaus, Anpassungen an Bauwerken und Bahnübergängen, neue Bahnsteige, ein zweigleisiger Abschnitt für Zugbegegnungen sowie Maßnahmen zur Entwässerung. Die Planunterlagen sollen ab dem 23. Februar 2026 öffentlich einsehbar sein, anschließend laufen formale Fristen für mögliche Einwendungen.

Neue Bahn als Schlüsselprojekt für die Mobilitätswende

Für die Stadt Münster ist die Reaktivierung mehr als ein reines Infrastrukturvorhaben. Oberbürgermeister Tilman Fuchs bezeichnet die neue Verbindung als „wichtigen Baustein für die Mobilitätswende“. Besonders die künftig deutlich verkürzten Fahrzeiten seien entscheidend: Rund 15 Minuten sollen Züge von Wolbeck bis zum Hauptbahnhof benötigen, von Sendenhorst nach Münster sind etwa 30 Minuten vorgesehen.

Ziel ist es, eine echte Alternative zum Auto zu schaffen – vor allem für Berufspendlerinnen und -pendler aus dem Südosten der Stadt und dem Kreis Warendorf. Prognosen gehen von mehr als 10.000 Fahrgästen pro Werktag aus.

Fünf neue Haltepunkte im Stadtgebiet

Auf dem Stadtgebiet von Münster sind fünf Haltepunkte vorgesehen: Halle Münsterland, Loddenheide, Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck. Von dort aus fahren die Züge weiter über Albersloh bis nach Sendenhorst. Die Stadt Münster ist für die Erschließung dieser Stationen verantwortlich.

Geplant sind sogenannte Mobilstationen, die den Umstieg zwischen Bahn, Fahrrad und weiteren Verkehrsmitteln erleichtern sollen. Jede Station erhält frei zugängliche Fahrradstellplätze sowie mindestens eine Leezenbox mit wettergeschützten Abstellmöglichkeiten. In Gremmendorf und Wolbeck ist ein besonders großes Angebot vorgesehen: Dort sollen jeweils zwei Leezenboxen mit insgesamt rund 240 Fahrradstellplätzen entstehen. Ergänzend sind auch Flächen für Car-Sharing eingeplant.

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Akku-Züge statt Oberleitungen

Ein zentrales Element der Planung ist der Einsatz batteriebetriebener Züge. Dadurch kann auf den Bau von Oberleitungen verzichtet werden. Die Akkus der Fahrzeuge sollen am Hauptbahnhof Münster geladen werden. Vorgesehen ist ein dichter Takt: Drei Züge pro Stunde sollen künftig bis Wolbeck fahren, zwei davon weiter bis Sendenhorst – jeweils in beide Richtungen.

Teil eines größeren S-Bahn-Konzepts

Die Strecke Münster–Sendenhorst ist als erster Baustein der geplanten S-Bahn Münsterland gedacht. Langfristig sollen auf bis zu neun Linien dichtere Takte, neue Haltepunkte und bessere Verknüpfungen zwischen Stadt und Region entstehen. Ziel ist es, den öffentlichen Nahverkehr im gesamten Münsterland attraktiver und leistungsfähiger zu machen.

Kosten, Zeitplan und letzte Hürden

In der öffentlichen Diskussion wird für das Gesamtprojekt seit Jahren eine Investitionssumme von rund 130 Millionen Euro genannt. Verzögerungen hatte es zuletzt unter anderem wegen zusätzlicher Lärmschutzauflagen, etwa im Bereich Angelmodde, gegeben. Bevor die ersten Züge rollen, muss die WLE unter anderem Gleise erneuern, Bahnübergänge umbauen und neue Signaltechnik installieren.

Auch die Anbindung an den Hauptbahnhof Münster ist ein kritischer Punkt. Dafür laufen separate Planungen in einem eigenen Verfahren beim Eisenbahn-Bundesamt. Erst wenn diese Maßnahmen umgesetzt sind, kann der Betrieb vollständig aufgenommen werden.

Nächste Schritte

Nach der Veröffentlichung der Planunterlagen folgen die formalen Auslegungs- und Klagefristen. Parallel bereitet die Stadt Münster den Bau der Mobilstationen vor. Oberbürgermeister Fuchs zeigt sich zuversichtlich: Die notwendigen Beschlüsse seien bereits gefasst, nun liege es an der WLE, das Projekt zügig umzusetzen.

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