
Münster. Vom 13. Juni bis 3. Oktober 2027 rücken die Skulptur Projekte Münster erneut Kunst im öffentlichen Raum in den Mittelpunkt. Die sechste Ausgabe der international beachteten Ausstellung fällt dabei mit einem besonderen Jubiläum zusammen: Seit 1977 findet das Format im Zehnjahresrhythmus statt und prägt Münster nun seit 50 Jahren nachhaltig. Kaum eine andere Stadt ist so eng mit der Idee verbunden, zeitgenössische Kunst dauerhaft in den Alltag zu integrieren.
Was die Skulptur Projekte von vielen Großausstellungen unterscheidet, ist ihre langfristige Wirkung. Neben temporären Arbeiten sind aus nahezu allen Ausgaben Werke hervorgegangen, die dauerhaft im Stadtbild verankert wurden. Diese öffentliche Sammlung ist frei zugänglich, über das gesamte Stadtgebiet verteilt und prägt die Wahrnehmung Münsters weit über die Ausstellungsjahre hinaus.
Getragen wird das Projekt vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Stadt Münster. Veranstalter ist das LWL-Museum für Kunst und Kultur.
Kaum ein Werk steht so sinnbildlich für die Skulptur Projekte wie die „Giant Pool Balls“ von Claes Oldenburg. Die überdimensionalen Billardkugeln liegen seit 1977 am Ufer des Aasees und gehören heute zu den meistfotografierten Kunstwerken der Stadt. Was ursprünglich als temporäre Intervention gedacht war, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem festen Orientierungspunkt im Stadtraum – und zu einem Beispiel dafür, wie Kunst Teil des Alltags werden kann, ohne museal zu wirken.
Die Aasee-Kugeln zeigen, wie stark sich Wahrnehmung verändert: Für viele Münsteranerinnen und Münsteraner sind sie längst kein Ausstellungsobjekt mehr, sondern selbstverständlicher Bestandteil eines Spaziergangs oder Treffpunkts am Wasser.
Neben den Aasee-Kugeln haben sich zahlreiche weitere Arbeiten dauerhaft im Stadtbild etabliert. Dazu zählt die „Kirschensäule“ von Thomas Schütte am Harsewinkelplatz. Die leuchtend rote Skulptur wirkt auf den ersten Blick spielerisch, setzt aber bewusst einen Kontrast zur umgebenden Architektur und lenkt den Blick auf Fragen von Monumentalität und Alltagsästhetik.
Ein anderes Beispiel ist „Das gegenläufige Konzert“ von Rebecca Horn im Zwinger an der Promenade. Die mechanische Klanginstallation verbindet Architektur, Bewegung und Geräusch zu einem sinnlichen Erlebnis, das bis heute regelmäßig Besucher anzieht. Anders als klassische Skulpturen erschließt sich das Werk erst über Zeit und Aufmerksamkeit – ein Ansatz, der für viele Arbeiten der Skulptur Projekte typisch ist.
Insgesamt umfasst die dauerhaft erhaltene Sammlung Werke international renommierter Künstlerinnen und Künstler an Orten wie der Innenstadt, dem Aasee, dem Schlossgarten oder dem Universitätscampus. Sie machen Münster ganzjährig zu einem offenen Ausstellungsraum und bilden zugleich den historischen Hintergrund für jede neue Ausgabe der Skulptur Projekte.
Diese Kontinuität ist ein zentrales Merkmal des Formats. Neue Arbeiten treten stets in Dialog mit bestehenden Werken – und mit einer Stadt, die sich seit der ersten Ausgabe stetig verändert hat.
Die künstlerische Leitung der Skulptur Projekte Münster 2027 übernimmt das Kuratorinnenkollektiv What, How & for Whom / WHW. Mit ihrer Berufung liegt die Verantwortung erstmals vollständig in weiblichen Händen. WHW ist international für seine politisch und gesellschaftlich reflektierte kuratorische Praxis bekannt und bringt diese Perspektive nun nach Münster.
Inhaltlich will die kommende Ausgabe an die Geschichte der Skulptur Projekte anknüpfen, zugleich aber stärker auf aktuelle soziale und globale Umbrüche reagieren. Der öffentliche Raum wird erneut als Ort des Austauschs, des Zuhörens und der Auseinandersetzung verstanden.
Bereits im Jahr 2026 beginnt ein öffentliches Vorprogramm. Geplant sind Gespräche, Vorträge und Veranstaltungen, die Einblicke in die kuratorische Arbeit geben und zentrale Themen der Ausstellung vorstellen. Den Auftakt bildet am 23. April 2026 ein Abend mit WHW in Kooperation mit der B-Side am Hafen. Weitere Termine, darunter ein Gastvortrag im Rahmen der Münster Lectures der Kunstakademie Münster, sind angekündigt.
Aktuelle Informationen, Termine und Programmpunkte sollen fortlaufend über die offiziellen Kanäle der Skulptur Projekte veröffentlicht werden.
Die Skulptur Projekte Münster finden traditionell parallel zu internationalen Großausstellungen wie der documenta oder der Biennale statt und sind fest im globalen Kunstkalender verankert. Die Ausgabe 2017 zog rund 650.000 Besucherinnen und Besucher an.
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