
Münster. Die Zukunft der St.-Bernhard-Kirche in Münster-Angelmodde bleibt offen – doch zunächst gibt es eine Übergangslösung. Ab dem 1. März 2026 wird eine evangelische Freikirche das Gotteshaus mitnutzen. Möglich macht das eine Nutzungsvereinbarung zwischen der katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus und der Gemeinschaft Freier Christusgemeinden e.V..
Die Vereinbarung soll den Kirchort vorerst erhalten – allerdings ausdrücklich als Zwischenmodell. Der bereits 2025 gefasste Grundsatzbeschluss, die Kirche langfristig aufzugeben und einer anderen Nutzung zuzuführen, bleibt bestehen.
Künftig wird die Freikirche regelmäßig Gottesdienste und Veranstaltungen in der Kirche feiern. Auch das sogenannte „alte Pfarrheim“ darf genutzt werden. Das neuere Pfarrheim gehört dagegen nicht zur Vereinbarung.
Die katholische Gemeinde behält feste Gottesdienstzeiten: samstags um 17 Uhr sowie freitags um 9 Uhr. Auch Hochfeste, Taufen, Trauungen, Beerdigungen und besondere Gottesdienste sollen weiterhin möglich sein – jeweils in Abstimmung mit der neuen Mitnutzerin.
Vertraglich ist zudem geregelt, dass größere bauliche Investitionen von mehr als 2.000 Euro nicht mehr von der Kirchengemeinde übernommen werden. Sollte es etwa zu einem Heizungsausfall kommen, müssten beide Seiten gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden. Beide Vertragspartner können die Vereinbarung mit einer Frist von drei Monaten kündigen.
Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Bereits im Mai 2025 hatten Pfarreirat, Kirchenvorstand und Seelsorgeteam der Gemeinde St. Nikolaus beschlossen, den Kirchort St. Bernhard perspektivisch aufzugeben. Gründe sind rückläufige Mitgliederzahlen, sinkende Gottesdienstbesuche und finanzielle Belastungen durch den Unterhalt des Gebäudes.
Zuletzt nahmen nach kirchlichen Angaben im Schnitt nur noch 30 bis 40 Gläubige an den Gottesdiensten teil – bei rund 350 Sitzplätzen. Für die Zukunft war ein Investoren- oder Architektenverfahren zur Suche nach einer neuen Nutzung angekündigt worden.
Die jetzt gefundene Lösung verschafft allen Beteiligten Zeit. Die Kirche bleibt zunächst in liturgischer Nutzung, gleichzeitig werden neue Modelle erprobt.
Die Gemeinschaft Freier Christusgemeinden gehört zum Umfeld des Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Die Bewegung ist evangelisch-pfingstlich geprägt und bundesweit organisiert. Nach Angaben aus dem kirchlichen Umfeld hatte die Gemeinde zuletzt Räume im evangelischen Pfarrheim in Angelmodde genutzt und suchte seit Längerem nach geeigneten Räumlichkeiten in Münster.
In anderen Städten ist die Gemeinschaft bereits in ehemaligen katholischen Kirchengebäuden aktiv. In Lüdinghausen etwa befindet sich ihr Gemeindezentrum in einer früheren katholischen Kirche.
Die St.-Bernhard-Kirche wurde 1959 geweiht und ist seit Jahrzehnten ein prägendes Bauwerk im Stadtteil Angelmodde. Der schlichte Saalbau bietet mehrere hundert Sitzplätze und war lange Zeit ein lebendiger Treffpunkt für die katholische Gemeinde im Süden Münsters.
Wie lange die jetzige Übergangslösung Bestand haben wird, ist offen. Klar ist jedoch: Die Mitnutzung durch die Freikirche ist kein endgültiger Richtungswechsel, sondern ein Schritt auf Zeit – während die Suche nach einer dauerhaften Perspektive für das Gebäude weiterläuft.
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