
Düsseldorf/Münster. Der mit 50.000 Euro dotierte Spitzenpreis für den Unrast Verlag aus Münster sorgt weiter für politische Debatten. Nachdem der Verlag im Herbst 2025 mit dem Deutschen Verlagspreis des Bundes ausgezeichnet worden war, hat nun die nordrhein-westfälische Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag Stellung genommen. Das Ergebnis ist eindeutig: Vom Land Nordrhein-Westfalen gab es bislang keine Förderung – und es sind auch keine Unterstützungen geplant.
Ausgezeichnet wurde der Münsteraner Verlag mit dem Deutschen Verlagspreis, vergeben durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Unter den drei Spitzenpreisträgern erhielt der Unrast Verlag 50.000 Euro Preisgeld. Insgesamt wurden 87 unabhängige Verlage geehrt.
Die Auszeichnung löste Kritik aus, insbesondere von der AfD. In ihrer Kleinen Anfrage verwies sie auf einzelne Titel aus dem Programm des Verlags, die sich mit antifaschistischen Themen befassen. In der Vorbemerkung der Anfrage wurden unter anderem Publikationen mit Bezug zu Antifa-Inhalten genannt. Zugleich wurde ein Zusammenhang zu linksradikalen Protesten bei politischen Veranstaltungen hergestellt.
Landesregierung: Keine Preise, keine Zuwendungen
In der nun veröffentlichten Antwort auf die Kleine Anfrage stellt das Ministerium für Kultur und Wissenschaft klar, dass es in der Vergangenheit keinerlei Preisverleihungen oder finanzielle Zuwendungen des Landes an den Unrast Verlag gegeben habe. Auch für die Zukunft seien keine entsprechenden Planungen vorgesehen.
Auf die Frage, ob die Landesregierung generell Verlage mit ausdrücklich antifaschistischem Profil gefördert habe, antwortete sie ebenfalls mit Nein. Eine gesonderte Verlagsförderung des Landes existiere nicht. Zudem habe die Förder- und Preispolitik des Bundes keinen Einfluss auf die Praxis des Landes Nordrhein-Westfalen.
Die Anfrage verdeutlicht, wie stark kulturpolitische Förderentscheidungen inzwischen parteipolitisch diskutiert werden. Während der Deutsche Verlagspreis laut Bundesregierung die Vielfalt kleiner und unabhängiger Verlage stärken soll, wird die inhaltliche Ausrichtung einzelner Programme zunehmend zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen.
Faktisch bleibt festzuhalten: Die 50.000 Euro für den Unrast Verlag stammen vom Bund. Eine Beteiligung des Landes Nordrhein-Westfalen gab es nicht – weder in der Vergangenheit noch mit Blick auf künftige Förderungen.
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