
Münster. Am Kreisverkehr Von-Esmarch-Straße/Roxeler Straße/Busso-Peus-Straße in Münster soll sich grundlegend etwas ändern. Wie aus einer aktuellen Berichtsvorlage der Stadt hervorgeht, gilt der Knotenpunkt seit Jahren als Unfallhäufungsstelle. Ein externes Gutachten kommt nun zu dem Ergebnis, dass der Umbau zu einer signalisierten Kreuzung die beste Lösung wäre.
Bereits 2024 hatte die Verwaltung eine Umgestaltung in Richtung Ampelkreuzung vorbereitet. Nach intensiven politischen Beratungen stoppte der Rat im Mai 2025 diese Planung zunächst und beauftragte eine vertiefende gutachterliche Prüfung. Ziel war es, kurzfristige Verbesserungen umzusetzen und gleichzeitig die langfristig tragfähigste Variante zu ermitteln.
Nach Angaben der Stadt wurden zwischen 2020 und 2024 insgesamt 40 Unfälle am Kreisverkehr registriert. Besonders auffällig ist dabei die hohe Beteiligung von Radfahrenden. Bei mehr als der Hälfte der erfassten Unfälle war mindestens eine radfahrende Person betroffen. Mehrfach kam es zu Unfällen mit Personenschaden. Damit erfüllt der Knotenpunkt die Kriterien einer Unfallhäufungsstelle.
Gleichzeitig nimmt der Verkehr im Umfeld perspektivisch deutlich zu. Grund sind unter anderem die Entwicklungen im Urbanen Wissensquartier sowie neue Wohnbauflächen in den angrenzenden Stadtteilen. Für das Jahr 2035 prognostiziert das Gutachten eine Zunahme des Kfz-Verkehrs um rund ein Viertel bis knapp ein Drittel in den Spitzenstunden. Auch der Radverkehr dürfte weiter wachsen.
Kurzfristig hatte die Stadt bereits reagiert und sogenannte Rüttelstreifen in den Ausfahrten aufgebracht, um die Aufmerksamkeit gegenüber querendem Radverkehr zu erhöhen. Diese Maßnahmen sollen die Sicherheit verbessern, lösen das strukturelle Problem jedoch nicht.
Im Rahmen der Untersuchung wurden drei grundsätzliche Varianten miteinander verglichen: ein optimierter Kreisverkehr mit weiterhin umlaufenden Radwegen, ein Kreisverkehr mit Führung des Radverkehrs im Mischverkehr sowie der vollständige Umbau zu einer Kreuzung mit Lichtsignalanlage.
Das Gutachten bewertet alle Varianten nach Kriterien wie Verkehrssicherheit, Leistungsfähigkeit, Robustheit gegenüber künftigen Verkehrszuwächsen und Akzeptanz. Während der optimierte Kreisverkehr zwar für Radfahrende sehr gute Bedingungen bieten würde, stößt er bei künftig steigenden Kfz-Mengen an Kapazitätsgrenzen. Die Mischverkehrsvariante schneidet sowohl bei Sicherheit als auch bei Leistungsfähigkeit am schlechtesten ab.
Die signalgeregelte Kreuzung erreicht in der Gesamtbewertung die beste Note. Sie trennt konfliktträchtige Verkehrsströme konsequent und bleibt auch bei höheren Verkehrsmengen leistungsfähig. Nach Einschätzung der Gutachter ist sie damit die vorzugswürdige Lösung.
Mit der nun vorliegenden Berichtsvorlage wird der politische Entscheidungsprozess neu angestoßen. In einem nächsten Schritt soll ein Grundsatzbeschluss vorbereitet werden. Erst danach folgen konkrete Planungen und ein formeller Baubeschluss.
Die Maßnahme ist laut Verwaltung Bestandteil der Produktgruppe „Bereitstellung von Verkehrsflächen und -anlagen“ und im Haushalt berücksichtigt.
Ob der Kreisverkehr in Münsters Westen künftig einer Ampel weicht, entscheidet sich damit in den kommenden Monaten in den zuständigen Gremien.
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