Nach Schuss auf Zwölfjährige aus Münster: Ermittlungen zum Polizeieinsatz dauern an

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Foto: Markus Spiske

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Bochum/Münster. Der Polizeieinsatz Bochum, bei dem im November eine zwölfjährige Gehörlose schwer verletzt wurde, beschäftigt weiterhin Staatsanwaltschaft und Polizei NRW. Drei Monate nach dem Vorfall ist ein Abschluss der Ermittlungen Bochum nicht in Sicht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden derzeit unter anderem Einsatzabläufe und der Funkverkehr der beteiligten Beamten ausgewertet. Angesichts des Umfangs der Untersuchungen sei ein zeitnaher Abschluss nicht zu erwarten.

Die Zwölfjährige war in der Nacht zum 17. November durch einen Schuss aus einer Dienstwaffe in der Brust getroffen worden. Das Mädchen erlitt einen Durchschuss und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Mehrere Operationen waren erforderlich. Nach bisherigen Erkenntnissen befürchteten die eingesetzten Polizisten einen Messerangriff und griffen zu Schusswaffe und Taser. Der Fall eines Schuss auf Zwölfjährige Bochum hat landesweit Diskussionen über Polizeieinsätze in besonderen Lagen ausgelöst.

Ermittlungen gegen zwei Beamte laufen weiter

Gegen den Beamten, der den Schuss abgab, wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt. Sein Kollege, der zuvor einen Taser eingesetzt hatte, steht unter dem Verdacht der gefährlichen Körperverletzung. Beide Polizisten sind inzwischen wieder im Dienst. Die Ermittlungen Bochum konzentrieren sich derzeit auf die genaue Rekonstruktion des Einsatzverlaufs, einschließlich Kommunikation, Entscheidungsfindung und Gefahreneinschätzung in der Nacht.

Ausgangspunkt des Einsatzes war eine Vermisstenmeldung. Das Mädchen hatte eine Wohngruppe für gehörlose Kinder und Jugendliche in Münster verlassen und musste dringend ein Medikament einnehmen. Später stellte sich heraus, dass sie sich bei ihrer Mutter in Bochum aufhielt. Dort kam es in der Nacht zur Eskalation. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums hielten Einsatzkräfte zunächst die ebenfalls gehörlose Mutter am Boden fest. Kurz darauf soll die Zwölfjährige mit zwei Messern in der Hand erschienen sein. In dieser Situation fiel der Schuss.

Anwalt wartet auf Akteneinsicht – Debatte hält an

Der Anwalt des Mädchens erklärte, er warte auf den Abschluss der Ermittlungen, um Einsicht in die Akten zu erhalten. Zum Gesundheitszustand seiner Mandantin äußerte er sich nicht. In der öffentlichen Debatte wird insbesondere die Frage diskutiert, ob der Einsatz anders hätte verlaufen können. Im Mittelpunkt stehen dabei Aspekte der Kommunikation mit gehörlosen Menschen sowie die Ausbildung der Polizei NRW für solche besonderen Einsatzlagen.

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