
Münster. In Münster sind die Kita-Anmeldungen für das kommende Betreuungsjahr deutlich zurückgegangen. Wie die Stadt Münster mitteilt, wurden für das Kita-Jahr 2026/27 insgesamt 2.890 Kinder über den städtischen Kita-Navigator registriert. Das sind 929 weniger als im Vorjahr.
Von den angemeldeten Kindern sind 2.151 unter drei Jahre alt, 739 gehören zur Altersgruppe von drei bis sechs Jahren. Stadtweit stehen 3.144 Plätze zur Verfügung, davon 1.903 für unter Dreijährige und 1.241 für ältere Kinder. Rechnerisch gibt es damit insgesamt mehr Plätze als Anmeldungen. Die Verteilung zeigt jedoch ein differenziertes Bild. Während im Ü3-Bereich zahlreiche Plätze frei bleiben, fehlen im U3-Segment weiterhin Betreuungsangebote. Diese Entwicklung markiert eine veränderte Versorgungslage in Münster und könnte langfristige Auswirkungen auf die Kita-Planung haben.
Obwohl es stadtweit rechnerisch ausreichend Plätze gibt, zeigen sich innerhalb Münsters deutliche Unterschiede. Besonders im Bezirk Mitte übersteigt die Nachfrage weiterhin das Angebot. Dort fehlen aktuell 193 Plätze. Gleichzeitig bleiben in mehreren Außenstadtteilen Kapazitäten ungenutzt. Im Bezirk Nord mit Coerde, Kinderhaus und Sprakel sind 179 Plätze frei. Auch im Bezirk West sowie in Hiltrup bestehen freie Kapazitäten. In Kinderhaus stehen allein 127 Plätze zur Verfügung, in Gievenbeck 105 und in Gremmendorf-West 58.
Die Zahlen berücksichtigen bereits geplante Anpassungen einzelner Standorte sowie vorgesehene Gruppenreduzierungen. Auch die beabsichtigte, aber noch nicht endgültig beschlossene Schließung der städtischen Kita Killinghaus zum August 2026 ist in die Berechnungen eingeflossen. Wie die Stadt Münster weiter mitteilt, können sich die Werte im Verlauf des Nachrückverfahrens noch verändern.
Für Eltern, die in der ersten Vergaberunde eine Zusage erhalten haben, gilt eine Annahmefrist bis zum 20. Februar. Nicht angenommene Plätze werden neu vergeben. Das Nachrückverfahren beginnt am 10. März. Ergänzend stehen für Kinder unter drei Jahren Plätze in der Kindertagespflege zur Verfügung, die unabhängig vom Kita-Jahr genutzt werden können.
Die rückläufigen Anmeldezahlen führt die Verwaltung unter anderem auf sinkende Geburtenzahlen, Wegzüge von Familien sowie verzögerte Wohnbauprojekte zurück. Damit reagiert die Stadt auf eine Entwicklung, die bereits in anderen Kommunen zu beobachten ist. Sollte sich nach Abschluss aller Vergabeschritte zeigen, dass weiterhin U3-Plätze fehlen, während Ü3-Angebote ungenutzt bleiben, prüft die Verwaltung eine Umwandlung von Gruppen. Voraussetzung dafür sind jedoch geeignete Räume, ausreichend Personal und eine entsprechende Genehmigung des Landesjugendamtes.
Darüber hinaus will die Stadt den weiteren Ausbau künftig stärker am tatsächlichen Bedarf ausrichten. Neubauten sollen nur noch dort entstehen, wo langfristig ein stabiler Bedarf nachgewiesen werden kann. Zudem plant die Verwaltung befristete finanzielle Hilfen für freie Träger, um bestehende Einrichtungen wirtschaftlich zu stabilisieren.
Über entsprechende Maßnahmen entscheidet der Rat der Stadt Münster am 25. März. Die Entwicklung bei den Kita-Anmeldungen in Münster gilt daher als wichtiger Indikator für die künftige Bildungs- und Familienpolitik in der Stadt.
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