
Münster. Die katholische Kita St. Nikolaus an der Wilhelmstraße im Kreuzviertel Münster wird im Sommer 2027 endgültig geschlossen. Der Träger, die Pfarrei Liebfrauen-Überwasser, zieht damit die Konsequenz aus einem Sanierungsstau, fehlenden Alternativen und einer geplanten Neustrukturierung der Kita-Trägerschaften im Bistum.
Bereits im Herbst 2025 soll die Einrichtung in ein Ausweichquartier umziehen. Doch dieser Schritt betrifft nicht nur das Gebäude – auch für Kinder, Eltern und Mitarbeitende ändert sich in den kommenden Jahren vieles. Dennoch gibt es für alle Beteiligten verbindliche Zusagen.
Zunächst erfolgt im Herbst 2025 der Umzug der Kita St. Nikolaus in das bisherige Gebäude der DRK-Kita „Hand-in-Hand“ am Else-Scheuer-Weg. Diese Einrichtung zieht zu Beginn des Kitajahres 2025/26 in einen Neubau im Oxford-Quartier. Dadurch wird das alte Gebäude für eine Zwischennutzung frei.
Ab dem 1. August 2025 werden in St. Nikolaus ausschließlich noch Geschwisterkinder aufgenommen. Das bedeutet, dass sich die Zahl der betreuten Kinder jedes Jahr verringern wird. Bis zum geplanten Ende am 31. Juli 2027 sollen noch etwa elf Kinder in der Einrichtung verbleiben.
Im Anschluss daran erhalten alle verbleibenden Kinder einen Platz in einer anderen Kita innerhalb des Verbundes – beispielsweise in St. Anna, St. Josef oder St. Ursula. Eine erneute Anmeldung ist dafür nicht notwendig. Gleichzeitig sichert die Pfarrei zu, dass alle Mitarbeitenden möglichst intern weiterbeschäftigt werden.
Die bauliche Substanz des Gebäudes an der Wilhelmstraße ist so marode, dass weder eine Sanierung noch eine bauliche Teilsanierung wirtschaftlich oder statisch vertretbar wären. Trotz regelmäßiger Instandhaltungen hat sich der Zustand des Hauses kontinuierlich verschlechtert.
Ein Neubau an derselben Stelle wurde geprüft, musste jedoch verworfen werden. Denn sowohl die Lage in einem Überschwemmungsgebiet als auch der Denkmalschutz und die explodierenden Baukosten machten das Vorhaben unmöglich. Selbst dann, wenn sich die Stadt Münster an den Kosten beteiligt hätte, wäre das Projekt nicht realisierbar gewesen.
Darüber hinaus wurde intensiv nach alternativen Grundstücken in der Innenstadt gesucht – jedoch ohne Erfolg. Deshalb entschied sich die Pfarrei schweren Herzens dazu, die Trägerschaft aufzugeben und die Kita auslaufen zu lassen.
Trotz der anstehenden Veränderungen bleiben die Betreuungsverträge bis zum 31. Juli 2027 in vollem Umfang bestehen. Die Eltern müssen keinen neuen Vertrag unterzeichnen – auch nicht für den Umzug in das Interimsgebäude am Else-Scheuer-Weg.
Die Gruppengrößen werden in den nächsten zwei Jahren schrittweise kleiner, weil nur noch Geschwisterkinder aufgenommen werden. Das schafft frühzeitig Klarheit und Planbarkeit für die Familien.
Für das pädagogische Personal hat die Pfarrei zugesagt, möglichst alle Beschäftigten innerhalb des Trägerverbunds zu übernehmen. Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden.
Zudem erfordert der Umzug in das neue Gebäude lediglich kleinere bauliche Anpassungen. Das vereinfacht die Umsetzung erheblich und bedeutet weniger Belastung für das Kita-Team und die Familien.