
Münster. Der neue Bahnhaltepunkt Loddenheide ist ein zentrales Projekt für Münsters Verkehrswende – und nun geht es in die konkrete Umsetzung. Am 3. September 2025 soll der Rat den Baubeschluss für die Erschließung und Anbindung des Haltepunkts fassen. Damit übernimmt das Gremium einen eigentlich dem Ausschuss vorbehaltenen Vorgang selbst, um das Verfahren zu beschleunigen.
Hintergrund ist der enge Zeitplan der WLE-Reaktivierung. Denn: Damit Münster in Kürze Fördermittel beantragen kann, muss das erforderliche Baurecht bereits im September nachgewiesen werden. Entsprechend wird jetzt Tempo gemacht.
Geplant ist eine umfangreiche Infrastruktur rund um den Haltepunkt im Südosten der Stadt. Dazu gehören:
ein neuer Gehweg entlang des Albersloher Wegs mit einer Breite zwischen 2,0 und 3,2 Metern,
sichere, signalgesicherte Querungen über den Albersloher Weg mit einer Breite von jeweils 4 Metern,
sowie angepasste Furten am Martin-Luther-King-Weg, um die barrierefreie Anbindung zu gewährleisten.
Auch die heutige Bushaltestelle „Heumannsweg“ soll verlegt werden, da die derzeitige Lage zu eng ist. Die konkrete Umplanung erfolgt allerdings erst 2026 in einem separaten Beschlussverfahren.
Ein Herzstück der neuen Infrastruktur ist die geplante Mobilstation. Sie entsteht am Ende des Haferlandwegs und wird multimodal ausgerichtet:
120 abschließbare Fahrradboxen vom Typ Leezenbox – ausgestattet mit Gründach,
40 Anlehnbügel,
2 Stellplätze für Lastenräder,
sowie Flächen für Carsharing und Bikesharing-Angebote.
Die gesamte Entwässerung des Areals erfolgt umweltgerecht über Retentionsmulden und einen neu angelegten Regenwasserkanal.
Die Ausschreibung für die städtischen Maßnahmen startet parallel zur politischen Entscheidung. Der Bau soll ab Anfang 2026 beginnen und bis Mitte 2027 abgeschlossen sein – im Einklang mit der Gesamtplanung der WLE-Reaktivierung.
Die Gesamtkosten für die städtischen Erschließungsmaßnahmen liegen laut Vorlage bei rund 950.000 Euro. Dem stehen voraussichtliche Einnahmen in Höhe von 855.000 Euro gegenüber – also fast die gesamte Summe.
Im Rahmen des GVFG-Förderprogramms (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) sind bis zu 90 Prozent Förderung der zuwendungsfähigen Kosten möglich. Die Verwaltung rechnet mit einer entsprechenden Förderzusage, sofern alle Fristen eingehalten werden.
Der neue Haltepunkt ist mehr als nur eine zusätzliche Station auf der WLE-Strecke. Er gilt als wichtiger Baustein für die geplante S-Bahn Münsterland. Mit der Mobilstation entsteht ein Verknüpfungspunkt für Bahn, Bus, Fahrrad und Sharing-Angebote – in einem Gebiet, das bislang nur eingeschränkt angebunden war.