Milliardenprojekt in Dresden: GlobalFoundries erweitert Chipfabrik für das KI-Zeitalter

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-amerikanische Halbleiterhersteller GlobalFoundries treibt den Ausbau seiner Chipfabrik in Dresden voran. Am Freitag, 9. Oktober 2026, feierte das Unternehmen Richtfest für die Erweiterung des bestehenden Werks. Insgesamt sind Investitionen von 1,1 Milliarden Euro vorgesehen. Bis Ende 2028 soll die Produktionskapazität auf mehr als eine Million Siliziumwafer jährlich steigen. Zugleich richtet GlobalFoundries seine Fertigung stärker auf energieeffiziente Halbleiter für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz aus. Besonders die Automobilindustrie, industrielle Automatisierung und sicherheitskritische Technologien stehen dabei im Mittelpunkt.

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GlobalFoundries investiert 1,1 Milliarden Euro in Dresden

Mit dem Richtfest erreicht das Erweiterungsprojekt mit dem Namen SPRINT einen wichtigen Bauabschnitt. Der offizielle Baubeginn erfolgte am 17. März 2026. Bereits im Oktober 2025 hatte GlobalFoundries die milliardenschweren Investitionspläne für seinen deutschen Standort vorgestellt.

Für die Finanzierung erhält das Unternehmen umfangreiche staatliche Unterstützung. Die Europäische Kommission genehmigte im Dezember 2025 deutsche Beihilfen von bis zu 495 Millionen Euro. Die Förderung erfolgt im Rahmen der europäischen Halbleiterstrategie und wird von Bund und Freistaat Sachsen getragen. Es handelt sich damit nicht um einen vollständig aus EU-Mitteln finanzierten Zuschuss.

Mit der Investition sollen bestehende Fertigungsanlagen modernisiert, zusätzliche Produktionsflächen geschaffen und neue Halbleitertechnologien in die industrielle Herstellung überführt werden. Das Vorhaben gehört zu den größeren aktuellen Investitionen in die europäische Chipproduktion.

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Chipproduktion soll bis 2028 deutlich wachsen

Am Standort GlobalFoundries Dresden arbeiten bereits rund 3.000 Beschäftigte. Die bisherige Reinraum- und Laborfläche umfasst etwa 60.000 Quadratmeter. Im Zuge der Erweiterung sollen rund 5.000 Quadratmeter hinzukommen. Die Bauarbeiten erfolgen bei laufender Produktion.

Bis Ende 2028 will der Konzern die jährliche Fertigungskapazität von derzeit bis zu 950.000 auf mehr als eine Million Wafer mit einem Durchmesser von 300 Millimetern ausbauen. Diese Siliziumscheiben bilden die Grundlage für die Herstellung integrierter Schaltungen. Auf einem einzigen Wafer können zahlreiche einzelne Chips produziert werden.

Die Erweiterung umfasst nicht nur zusätzliche Gebäude. Bestehende Flächen werden umgebaut und neue Reinräume eingerichtet. Außerdem müssen Fertigungsanlagen in die hochautomatisierten Produktionsabläufe eingebunden werden. Die vollständige Integration der neuen Kapazitäten ist bis Ende 2028 vorgesehen.

GlobalFoundries zählt bereits zu den großen Auftragsfertigern der Halbleiterbranche. Das Unternehmen stellt Chips für andere Firmen her, die diese anschließend in unterschiedlichen technischen Produkten einsetzen.

Künstliche Intelligenz verändert die Anforderungen an Mikrochips

Ein Schwerpunkt des Ausbaus liegt auf Technologien für sogenannte Physical AI. Gemeint sind Systeme, bei denen Künstliche Intelligenz unmittelbar mit der physischen Umgebung interagiert. Dazu zählen beispielsweise autonome Maschinen, intelligente Robotik und industrielle Steuerungssysteme.

Anders als bei großen KI-Rechenzentren kommt es bei solchen Anwendungen nicht ausschließlich auf maximale Rechenleistung an. Ebenso wichtig sind niedriger Energieverbrauch, zuverlässige Sensorik, schnelle Datenverarbeitung und eine sichere Verbindung zwischen einzelnen Komponenten.

GlobalFoundries entwickelt dafür spezialisierte Halbleitertechnologien. Bereits im September 2026 stellte der Konzern seine Plattformen 40UX und 22UX für vernetzte Geräte, Sensoranwendungen und lokale KI-Verarbeitung vor. Die Fertigung der 22UX-Technologie ist für Dresden vorgesehen.

Damit unterscheidet sich das Geschäftsmodell von Herstellern besonders leistungsstarker KI-Beschleuniger. In Dresden geht es vor allem um spezialisierte Chips, die intelligente Systeme steuern, Messwerte verarbeiten und eine energieeffiziente Kommunikation ermöglichen.

Der Ausbau soll zugleich die Voraussetzungen schaffen, solche Technologien künftig in größeren Stückzahlen für europäische Industriekunden bereitzustellen.

Europäische Lieferketten sollen unabhängiger werden

Neben der wachsenden Nachfrage nach KI-Technologien spielt die Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle. GlobalFoundries will in Dresden zusätzliche Fertigungsmöglichkeiten für Branchen schaffen, die besonders hohe Anforderungen an Zuverlässigkeit und Datensicherheit stellen.

Zu den vorgesehenen Einsatzbereichen gehören die Luft- und Raumfahrt, die Verteidigungsindustrie und kritische Infrastrukturen. Für entsprechende Kunden sollen Fertigungsprozesse und Datenflüsse vollständig innerhalb Europas möglich sein.

Diese Anforderungen unterscheiden sich teilweise von denen der klassischen Unterhaltungselektronik. Bei sicherheitskritischen Anwendungen müssen nicht nur die technischen Eigenschaften eines Chips stimmen. Auch seine Herstellung, die Kontrolle einzelner Produktionsschritte und der Umgang mit sensiblen Entwicklungsdaten können entscheidend sein.

Die Europäische Kommission hat die besonderen Sicherheitsanforderungen ausdrücklich bei ihrer Genehmigung der staatlichen Förderung berücksichtigt. GlobalFoundries soll dafür bestehende Technologien anpassen und zusätzliche Funktionen für Sicherheit und Zuverlässigkeit integrieren.

Eine vollständig europäische Verarbeitung bestimmter Fertigungsprozesse bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sämtliche Rohstoffe, Maschinen und Vorprodukte ausschließlich aus Europa stammen.

Dresden entwickelt sich zu einem zentralen europäischen Chipstandort

Die Investition von GlobalFoundries ist Teil einer umfangreichen Entwicklung der Halbleiterindustrie in Sachsen. Die Region um Dresden gehört bereits zu den wichtigsten europäischen Standorten für Mikroelektronik.

Neben GlobalFoundries erweitert auch Infineon seine Produktionskapazitäten. Hinzu kommt der Bau einer neuen Chipfabrik der European Semiconductor Manufacturing Company, kurz ESMC. An dem Gemeinschaftsunternehmen sind der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC sowie Bosch, Infineon und NXP beteiligt.

Für die ESMC-Fabrik sind Investitionen von rund zehn Milliarden Euro vorgesehen. Die Produktion soll 2027 beginnen und sich unter anderem auf Halbleiter für die Automobilindustrie konzentrieren.

Das sächsische Mikroelektroniknetzwerk Silicon Saxony umfasst nach Angaben aus der Branche etwa 3.600 Unternehmen mit mehr als 80.000 Beschäftigten. Bis 2040 wird ein Anstieg auf rund 100.000 Beschäftigte angestrebt.

Die Investitionen erhöhen die Bedeutung Dresdens innerhalb der internationalen Halbleiterindustrie. Gleichzeitig entstehen zusätzliche Fertigungskapazitäten in Europa, während große Teile der weltweiten Chipproduktion weiterhin in Asien und den USA angesiedelt sind.

Nach dem Richtfest beginnt die nächste Phase des Ausbaus

Mit dem Richtfest ist die Erweiterung des Dresdner Werks noch nicht abgeschlossen. Auf den Rohbau folgen weitere technische Arbeiten, die Ausstattung der Reinräume und die schrittweise Inbetriebnahme zusätzlicher Produktionsanlagen.

Gerade die Halbleiterfertigung stellt hohe Anforderungen an die technische Infrastruktur. Selbst kleinste Verunreinigungen können die Qualität empfindlicher Bauteile beeinträchtigen. Deshalb müssen neue Fertigungsbereiche unter kontrollierten Bedingungen eingerichtet und geprüft werden.

Für GlobalFoundries in Dresden bleibt Ende 2028 der entscheidende Zieltermin. Bis dahin soll die geplante zusätzliche Produktionskapazität vollständig verfügbar sein.

Ob der Ausbau über die bestehenden rund 3.000 Beschäftigten hinaus zu einer größeren Zahl neuer Arbeitsplätze führt, wurde anlässlich des Richtfests zunächst nicht konkret beziffert.

Mit dem Milliardenprojekt setzt GlobalFoundries seinen langfristigen Ausbau in Sachsen fort. Seit 2009 hat der Konzern nach eigenen Angaben bereits mehr als zehn Milliarden Euro in den Standort investiert. Die neuen Anlagen sollen diese Fertigungsbasis erweitern und Dresden für die nächste Generation industrieller Halbleiteranwendungen stärken.

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu