Chipwerte nach Freitagsrally: Infineon gibt wieder nach

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Infineon-Aktie kann den kräftigen Kurssprung vom Freitag zum Start in die neue Börsenwoche nicht vollständig behaupten. Nachdem der DAX-Konzern am Freitag noch zu den stärksten europäischen Technologiewerten gehört hatte, setzten am Montag wieder Kursverluste ein. Ein einheitliches Bild liefert die deutsche Halbleiterbranche allerdings nicht. Während auch SUSS MicroTec deutlich nachgab, hielt sich Siltronic zur Mittagszeit im Plus. Aixtron hatte sich am Montagmorgen ebenfalls zunächst vergleichsweise stabil gezeigt.

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Am Freitag war die Infineon-Aktie im Xetra-Handel um 8,78 Prozent gestiegen. Reuters bezifferte das Plus zum europäischen Handelsschluss auf rund neun Prozent. Aixtron legte demnach um 7,6 Prozent zu. Technologieaktien gehörten europaweit zu den größten Gewinnern des Tages.

Schwächerer US-Arbeitsmarkt trieb Chipwerte am Freitag

Hinter der Rally stand nicht allein eine einzelne Nachricht zu Infineon. Vielmehr trafen mehrere Faktoren zusammen. Der amerikanische Arbeitsmarktbericht für September fiel schwächer aus als erwartet. Zugleich wurden frühere Beschäftigungszahlen nach unten korrigiert. Dadurch gingen an den Finanzmärkten die Erwartungen an eine kurzfristige weitere Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve zurück. Auch die Renditen von Staatsanleihen sanken.

Besonders Technologieaktien reagierten darauf positiv. Der europäische Technologiesektor gewann am Freitag 2,6 Prozent. Zusätzlich blieb die Nachfrage rund um Künstliche Intelligenz ein wichtiger Treiber für Halbleiterwerte. Infineon, Aixtron und andere Unternehmen hatten bereits in den Tagen zuvor von positiven Signalen aus der internationalen Chipbranche profitiert.

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Damit war der starke Freitag bei Infineon Teil einer breiteren Bewegung. Auf Xetra stieg die Aktie gegenüber dem Vortag um 8,78 Prozent. Das Handelsvolumen lag mit rund 5,6 Millionen Aktien deutlich über mehreren vorausgegangenen Sitzungen.

Infineon-Aktie verliert am Montag wieder an Boden

Zum Wochenbeginn drehte sich das Bild teilweise. Die Infineon-Aktie wurde am Montag um 11:36:52 Uhr bei einer Tradegate-Kursindikation von 63,58 Euro geführt. Das entsprach einem Minus von 1,65 Prozent. Quelle für diesen Stand ist MarketScreener mit einer Tradegate-Echtzeitindikation.

Auch im DAX gehörte Infineon gegen Mittag zu den schwächeren Werten. Ein Marktbericht von 11:33 Uhr bezifferte das Minus zu diesem Zeitpunkt auf rund 1,5 Prozent. Der deutsche Leitindex selbst bewegte sich nur leicht im Minus.

Damit gab die Aktie zwar einen Teil des Freitagsgewinns wieder ab, blieb aber deutlich über dem Niveau vor dem Kurssprung. Allein innerhalb einer Woche hatte Infineon zuvor zweistellig zugelegt. Die Bewegung zeigt damit vor allem, wie stark die Schwankungen bei europäischen Halbleiteraktien derzeit ausfallen können.

SUSS MicroTec deutlich schwächer, Siltronic hält dagegen

Bei anderen deutschen Chipwerten verlief der Montag unterschiedlich. SUSS MicroTec geriet deutlich unter Druck. Um 12:22:02 Uhr lag eine Kursindikation von TTMzero bei 74,43 Euro. Das entsprach einem Minus von 3,09 Prozent gegenüber dem vorherigen Vergleichswert. Die Indikation wurde über Morgan Stanley veröffentlicht. Das Tagestief hatte zu diesem Zeitpunkt bei 73,83 Euro gelegen.

Siltronic entwickelte sich dagegen freundlicher. Die TTMzero-Kursindikation für die Aktie des Waferherstellers lag um 12:22:29 Uhr bei 83,58 Euro und damit 0,72 Prozent höher. Im Tagesverlauf hatte die Indikation zwischen 82,53 und 84,48 Euro gelegen. Quelle war ebenfalls die über Morgan Stanley veröffentlichte Kursindikation.

Auch bei Aixtron war zum Handelsstart zunächst kein vergleichbar starker Rücksetzer zu erkennen. An der Börse Stuttgart lag die Aktie um 9:14 Uhr bei 39,65 Euro und damit 0,58 Prozent im Plus, wie Kursdaten von UniCredit auswiesen. Dieser Stand lag allerdings deutlich früher als die Mittagskurse von Infineon, Siltronic und SUSS MicroTec und ist deshalb nur als Momentaufnahme vom Morgen einzuordnen.

Von einem geschlossenen Einbruch der deutschen Chipaktien konnte am Montagmittag somit keine Rede sein.

Anleiherenditen und Europas Konjunkturlage bleiben Belastungsfaktoren

Das Umfeld an den europäischen Börsen blieb zum Wochenstart uneinheitlich. Der STOXX Europe 600 lag am Montagmorgen leicht im Plus, während der deutsche Aktienmarkt ungefähr auf Vortagesniveau notierte. Französische Aktien standen dagegen unter stärkerem Druck. Gleichzeitig blieb die Lage an den europäischen Anleihemärkten angespannt.

Dabei rückten insbesondere die hohe französische Staatsverschuldung und die Entwicklung der langfristigen Renditen in den Mittelpunkt. Der Euro fiel zeitweise auf ein 17-Monats-Tief. Gleichzeitig blieben Inflation und Energiepreise wichtige Faktoren für die Erwartungen an die weitere Zinspolitik.

Gerade Technologieunternehmen reagieren häufig empfindlich auf veränderte Zinsannahmen, weil ein größerer Teil ihrer Bewertung auf erwarteten künftigen Gewinnen beruht. Der kräftige Kursanstieg vom Freitag fiel entsprechend in eine Phase sinkender Erwartungen an eine kurzfristige Zinserhöhung in den USA. Am Montag fehlte dieser zusätzliche Impuls zunächst.

KI-Geschäft bleibt für Infineon ein zentraler Faktor

Unabhängig von den kurzfristigen Kursschwankungen hat Infineon die Bedeutung des Geschäfts mit KI-Rechenzentren zuletzt deutlich hervorgehoben. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte der Konzern mit 4,172 Milliarden Euro einen Rekordumsatz. Das Segmentergebnis lag bei 797 Millionen Euro, die Segmentergebnis-Marge bei 19,1 Prozent.

Für das vierte Geschäftsquartal hatte Infineon im August einen Umsatz von rund 4,7 Milliarden Euro und eine Segmentergebnis-Marge von etwa 23 Prozent in Aussicht gestellt. Für das gesamte Geschäftsjahr rechnete das Unternehmen mit etwa 16,3 Milliarden Euro Umsatz.

Als wichtigen Wachstumstreiber bezeichnete der Konzern insbesondere Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren. Infineon hatte zudem erklärt, mehrjährige Kapazitätsreservierungsvereinbarungen mit führenden KI-Kunden abgeschlossen zu haben oder darüber zu verhandeln. Das kumulierte Umsatzvolumen dieser Vereinbarungen liege im hohen einstelligen Milliarden-Euro-Bereich.

Der starke Kursanstieg vom Freitag und der Rücksetzer zum Wochenbeginn ändern an diesen Unternehmensangaben nichts. Sie zeigen jedoch, wie eng die Bewertung europäischer Halbleiterwerte derzeit mit der internationalen KI-Nachfrage, den Signalen aus der US-Chipindustrie und den Erwartungen an die Geldpolitik verbunden ist.

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