
Münster. Am Samstag dürfte es in der Innenstadt erneut zu größeren Protesten kommen. Die christliche Organisation EuroProLife veranstaltet ihren jährlichen 1000-Kreuze-Marsch gegen Schwangerschaftsabbrüche. Gleichzeitig haben mehrere Gruppen Gegendemonstrationen angekündigt. Bereits im vergangenen Jahr kam es zu Blockaden, weshalb die Polizei die Route des Gebetszuges ändern musste. Auch diesmal ist noch offen, welchen Weg die Prozession durch die Innenstadt nehmen wird.
Der 1000-Kreuze-Marsch in Münster beginnt am Samstag, 10. Oktober, um 13.30 Uhr am St.-Aegidii-Kirchplatz. Die Organisation EuroProLife setzt sich gegen Schwangerschaftsabbrüche ein und will mit einer Gebetsprozession durch die Innenstadt auf ihre Positionen aufmerksam machen.
Nach einer Auftaktansprache sollen weiße Holzkreuze verteilt werden. Der eigentliche Marsch ist für etwa 14 bis 14.30 Uhr vorgesehen. Bereits um 12.15 Uhr wird eine Messe im St.-Paulus-Dom angeboten.
Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung Münster ruft von 12 bis 16 Uhr zu einer Demonstration auf. Treffpunkt ist die Windthorststraße 7 in der Nähe des Hauptbahnhofs. Die Organisatoren setzen sich für das Recht auf selbstbestimmte Schwangerschaftsabbrüche ein.
„Wir wollen ihnen nicht die Straße überlassen!“, heißt es im Demonstrationsaufruf. Das Bündnis kritisiert die Positionen der Lebensschutzbewegung als antifeministisch und ruft zum gemeinsamen Protest auf. Eine weitere Kundgebung hat Die Linke Münster für 13 Uhr am Kardinal-von-Galen-Denkmal auf dem Domplatz angekündigt.
Welche Strecke der Gebetszug nehmen wird, ist noch unklar. Eine von den Gruppen Busters Münster und Ende Gelände Münster veröffentlichte Aktionskarte zeigt einen möglichen Verlauf in Richtung Überwasserkirche. Offiziell bestätigt ist diese Route bislang nicht.
Bereits 2025 sorgte der 1000-Kreuze-Marsch für einen größeren Polizeieinsatz. Damals nahmen laut Polizei rund 55 Menschen am Gebetszug und etwa 600 an den Gegenprotesten teil.
Am Aegidiimarkt wurde die Prozession zeitweise blockiert. Der geplante Abschluss am Domplatz entfiel, stattdessen endete der Marsch an der Überwasserkirche. Vier Tatverdächtige wurden im Verlauf des Einsatzes in Gewahrsam genommen.
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