Adenauer & Co. insolvent: Darum hat die Filiale in Münster bessere Chancen

Adenauer & Co. insolvent: Darum hat die Filiale in Münster bessere Chancen
KI-generiertes Symbolbild des Adenauer-&-Co.-Strandhauses in Münster, erstellt auf Grundlage einer vorhandenen Außenansicht.

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Münster. Die Insolvenz von Adenauer & Co. wirft auch in Münster Fragen auf. Das Strandhaus an der Rothenburg 14–16 ist weiterhin geöffnet. Zudem gibt es einen wichtigen Unterschied zu den direkt von der Modegruppe betriebenen Geschäften. Nach Brancheninformationen wird der Münsteraner Laden von einem selbstständigen Franchisepartner geführt. Seine Betreibergesellschaft gehört nach bisherigem Stand nicht zu den Unternehmen, über die Insolvenzverfahren eröffnet wurden. Eine Garantie für den dauerhaften Erhalt des Standorts ist das allerdings nicht.

Münsteraner Filiale wird von Franchisepartner betrieben

Das Adenauer-Strandhaus in der Münsteraner Innenstadt wird nach Angaben der Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“ von der Maad Waters Handels GmbH betrieben. Das Unternehmen des Einzelhändlers Jannes Hollbach ist Franchisepartner von Adenauer & Co. und führte beziehungsweise führt mehrere Geschäfte der Marke. Maad Waters wird in den bisher veröffentlichten Berichten nicht unter den Gesellschaften genannt, über die Insolvenzverfahren eröffnet wurden. Deshalb ist der Münsteraner Laden nicht automatisch selbst insolvent. Diese Struktur verschafft dem Geschäft eine bessere Ausgangslage als Filialen, die unmittelbar von einer betroffenen Gesellschaft betrieben werden.

Unabhängig von der Adenauer-Gruppe ist das Strandhaus trotzdem nicht. Der weitere Betrieb hängt unter anderem von Warenlieferungen, neuen Kollektionen, der Nutzung der Markenrechte und dem Fortbestand des Franchisevertrags ab. Entscheidend ist deshalb, ob die Marke während der Sanierung stabilisiert wird und die Zusammenarbeit mit ihren Partnern fortgeführt werden kann.

Keine Schließungsankündigung für Münster

Konkrete Hinweise auf eine bevorstehende Schließung an der Rothenburg gibt es derzeit nicht. Das Geschäft wird weiterhin im offiziellen Strandhaus-Finder von Adenauer & Co. geführt. Auch ein Räumungsverkauf oder eine angekündigte Geschäftsaufgabe in Münster ist bislang nicht bekannt. Der Standort wird außerdem weiterhin über die Onlinekanäle der Marke beworben. Zuletzt verwies Adenauer & Co. dort auf das zehnjährige Bestehen des Münsteraner Geschäfts. Das spricht dafür, dass der Verkauf zunächst fortgesetzt werden soll.

Eine langfristige Bestandsgarantie lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Die Zukunft der Filiale hängt auch davon ab, welche Vereinbarungen die insolventen Gesellschaften mit Franchisepartnern, Lieferanten und möglichen Investoren treffen. Belastbar lässt sich deshalb derzeit nur sagen: Das Strandhaus Münster ist geöffnet und von der Insolvenz nicht unmittelbar in derselben Weise betroffen wie ein Geschäft der insolventen Betreibergesellschaften.

Insolvenzverfahren über fünf Gesellschaften eröffnet

Das Amtsgericht Düsseldorf hat nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur insgesamt fünf Insolvenzverfahren aus dem Umfeld von Adenauer & Co. veröffentlicht. Dazu gehört unter anderem die Adenauer Holding GmbH. Die Verfahren werden in Eigenverwaltung geführt. Rechtsanwalt Holger Rhode wurde als Sachwalter eingesetzt. Bei einer Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung grundsätzlich im Amt, wird jedoch während der Sanierung überwacht und durch Fachleute unterstützt. Adenauer & Co. betrieb zuletzt nach eigenen Angaben mehr als 45 sogenannte Strandhäuser in Deutschland, Österreich und Spanien.

Firmengründer Andreas Adenauer rechnet laut einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ damit, dass im Zuge der Neuaufstellung Geschäfte geschlossen werden. Welche Standorte konkret betroffen sein könnten, wurde bislang nicht vollständig veröffentlicht. Münster wird in den bekannten Berichten nicht als Schließungsstandort genannt. Die Sanierungsmaßnahmen sollen nach dem Bericht bis Oktober 2026 abgeschlossen werden. Mehrere Investorengruppen sollen Interesse an einem Einstieg gezeigt haben.

Andreas Adenauer erhebt Betrugsvorwürfe

Andreas Adenauer führt die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht allein auf die allgemeine Lage im Modehandel zurück. Gegenüber der „WirtschaftsWoche“ erklärte er, das Unternehmen sei an einem Standort in der Türkei Opfer eines mutmaßlichen Betrugs geworden. Nach seiner Darstellung seien dort Gelder veruntreut und gefälschte Geschäftszahlen vorgelegt worden. Den Schaden bezifferte er laut dem Bericht auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Dabei handelt es sich um Vorwürfe des Firmengründers. Eine unabhängige oder gerichtliche Bestätigung liegt bislang nicht vor.

Wie es mit dem gesamten Filialnetz weitergeht, dürfte sich im Verlauf der Sanierung entscheiden. Für das Strandhaus Münster spricht derzeit vor allem die eigenständige Betreiberstruktur. Solange Warenversorgung, Markenrechte und Franchisevertrag gesichert sind, hat der Standort bessere Chancen auf einen Weiterbetrieb. Endgültige Klarheit wird es voraussichtlich erst nach Abschluss der Neuaufstellung geben.

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