
NRW/Münster. Die Afrikanische Schweinepest ist in Nordrhein-Westfalen weiterhin auf einzelne Regionen begrenzt. Münster ist nach aktuellem Stand nicht betroffen. Dennoch hat das Land seine Maßnahmen ausgeweitet, um eine weitere Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern und andere Landesteile frühzeitig zu schützen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Prävention, Kontrolle und einer gezielten Reduzierung von Wildschweinbeständen in den bekannten Ausbruchsgebieten.
Seit dem ersten bestätigten Fall im Sommer 2025 im Kreis Olpe wurden weitere Infektionen ausschließlich in Südwestfalen nachgewiesen. Hausschweinebestände sind landesweit bislang verschont geblieben. Nach Angaben des zuständigen Ministeriums ist dies auch auf früh aufgebaute Strukturen und ein enges Zusammenspiel zwischen Kreisen, Jägerschaft und Fachbehörden zurückzuführen. Diese Strategie soll nun weiter gestärkt werden.
Ein zentraler Ansatz des Landes ist die verstärkte Bejagung von Schwarzwild in den betroffenen Kreisen. Nordrhein-Westfalen beteiligt sich finanziell an Programmen der Kommunen, die Jagdausübungsberechtigten für zusätzliche Abschüsse entschädigen. Ziel ist es, die Wildschweinpopulation in den Kerngebieten zügig zu reduzieren und damit das Infektionsgeschehen einzudämmen.
Die Erstattung erfolgt pauschal pro erlegtem Tier und unterscheidet sich je nach Zone. Die Kommunen geben diese Beträge an die Jägerinnen und Jäger weiter, um Einschränkungen bei der Nutzung oder Vermarktung von Wildbret auszugleichen. Abgewickelt werden die Zahlungen über das Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung. Damit reagiert das Land auf die besondere Belastung der betroffenen Kreise, ohne neue Risiken für andere Regionen einzugehen.
Für Münster bedeutet das vor allem eines: Je erfolgreicher diese Maßnahmen in Südwestfalen greifen, desto geringer bleibt die Gefahr eines Übergreifens der Seuche. Die Stadt profitiert somit indirekt von der konsequenten Eindämmung an den bekannten Hotspots.
Neben der Jagd setzt das Land auf technische Unterstützung und systematische Kontrolle. In den betroffenen Zonen kommen spezielle Fangsysteme für Wildschweine zum Einsatz, die eine möglichst störungsarme Bestandsreduzierung ermöglichen. Ergänzend werden Drohnen mit Wärmebildtechnik genutzt, um Populationen zu erfassen und Bejagung gezielt zu steuern.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Kadaversuche. Speziell ausgebildete Suchhundeteams spüren verendete Wildschweine auf, um Infektionsherde frühzeitig zu erkennen. Diese Einheiten stehen landesweit zur Verfügung und sind Teil eines langfristig angelegten Vorsorgekonzepts. Dadurch ist NRW auch außerhalb der aktuellen Sperrzonen handlungsfähig.
Parallel dazu läuft ein landesweites Monitoring. Jägerinnen und Jäger sind aufgerufen, Proben von erlegten oder tot aufgefundenen Wildschweinen einzureichen. Die Kosten für Material und Laboranalysen übernimmt das Land. Landesweit wurden bereits zehntausende Tiere untersucht, positiv getestet wurden bislang nur Funde aus den bekannten Ausbruchsregionen.
Auch wenn Münster aktuell nicht betroffen ist, richtet sich ein klarer Appell an Schweinehalterinnen und Schweinehalter, bestehende Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten. Das gilt sowohl für landwirtschaftliche Betriebe als auch für kleinere Haltungen. Ziel ist es, mögliche Eintragswege frühzeitig zu schließen.
Zugleich wird die Bevölkerung zu einem verantwortungsvollen Verhalten in Waldgebieten aufgerufen. Lebensmittelreste können Wildschweine anlocken und im schlimmsten Fall Krankheitserreger verbreiten. Deshalb gilt, Abfälle mitzunehmen und Hunde angeleint zu führen. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind Teil einer landesweiten Strategie, die darauf abzielt, die Afrikanische Schweinepest auf ein möglichst kleines Gebiet zu begrenzen.
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