Anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt in Münster häufiger genutzt

Anonyme Spurensicherung in Münster häufiger genutzt sexualisierte Gewalt
Anonyme Spurensicherung Stadt Münster/Britta Roski

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Münster. Die anonyme Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt wird in Münster zunehmend in Anspruch genommen. Wie aus einer Mitteilung der Stadt hervorgeht, nutzten im Jahr 2025 insgesamt 33 Menschen dieses Angebot. Im Jahr 2024 waren es noch 18 Fälle.

Um die Möglichkeit bekannter zu machen, startet der Arbeitskreis Anonyme Spurensicherung Münster gemeinsam mit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe eine neue Kampagne. Plakate in Apotheken in Münster sollen künftig auf das Angebot hinweisen und Betroffene niedrigschwellig informieren.

Spuren können auch ohne Anzeige gesichert werden

Die anonyme Spurensicherung ermöglicht es Betroffenen, medizinische Hilfe und eine gerichtsfeste Sicherung von Beweisen in Anspruch zu nehmen, ohne sofort Anzeige bei der Polizei erstatten zu müssen. Nach Angaben der Stadt richtet sich das Angebot insbesondere an Menschen, die nach einem Übergriff zunächst Zeit benötigen, um über weitere Schritte zu entscheiden.

Die Untersuchung erfolgt durch Ärztinnen und Ärzte mit einem standardisierten Spurensicherungsset. Die gesicherten Spuren werden anschließend anonymisiert im Institut für Rechtsmedizin in Münster gelagert. Laut Stadt können diese bis zu fünf Jahre gerichtsfest aufbewahrt werden. Innerhalb dieses Zeitraums ist eine spätere Anzeige weiterhin möglich.

Medizinische Versorgung und Beratung inklusive

Neben der Spurensicherung umfasst das Angebot auch eine umfassende medizinische Versorgung. Verletzungen werden behandelt, zudem können Untersuchungen auf sexuell übertragbare Krankheiten durchgeführt werden. Auch eine Beratung zu einem möglichen Schwangerschaftsrisiko ist vorgesehen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Betroffene an spezialisierte Beratungsstellen zu vermitteln. In Münster sind unter anderem der Frauen-Notruf, das Frauenhaus und Beratung, Zartbitter sowie der Sozialdienst katholischer Frauen eingebunden.

Breites Netzwerk an Einrichtungen beteiligt

Die anonyme Spurensicherung wird in Münster in Kooperation verschiedener Einrichtungen angeboten. Dazu zählen mehrere gynäkologische Kliniken, darunter das St.-Franziskus-Hospital, das Clemenshospital, das Herz-Jesu-Krankenhaus und das Universitätsklinikum Münster.

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Ebenfalls beteiligt sind medizinische Kinderschutzambulanzen, das Institut für Rechtsmedizin sowie städtische Stellen wie das Jugendamt, das Gesundheitsamt und die Gleichstellungsstelle. Das Angebot besteht in Münster seit September 2023.

Kampagne soll mehr Betroffene erreichen

Mit der neuen Plakatkampagne verfolgen Stadt und Apothekerkammer das Ziel, die Bekanntheit des Angebots weiter zu steigern. Apotheken gelten dabei als gut erreichbare Orte im Alltag, an denen Hinweise auf Unterstützungsangebote sichtbar platziert werden können.

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