
Die geplante Fällung einer alten Blutbuche am Rostockweg in Münster ist zunächst gestoppt. Nach Angaben der Stadt soll der Baum heute und in den kommenden Tagen nicht entfernt werden. Stattdessen will die Verwaltung prüfen, ob es sich bei der Buche möglicherweise um ein Naturdenkmal handelt.
Die Information erhielten besorgte Anwohner bei einem Ortstermin mit dem zuständigen Dezernenten für Nachhaltigkeit, Arno Minas. Seit mehreren Tagen protestieren Nachbarn und Mitglieder der Initiative „Platanenpower“ gegen die geplante Fällung.
Im Mittelpunkt der neuen Prüfung steht die Frage, ob der Baum unter besonderen Schutz gestellt werden könnte. Sollte die Blutbuche als Naturdenkmal eingestuft werden, wäre eine Fällung grundsätzlich nicht mehr möglich.
Solche Einstufungen sind allerdings selten und werden nur bei Bäumen vorgenommen, die eine besondere Bedeutung etwa für Natur, Landschaft oder Geschichte haben.
Die Prüfung der Stadt soll nun klären, ob die Voraussetzungen dafür im konkreten Fall erfüllt sein könnten.
Auslöser des Konflikts ist ein geplantes Neubauprojekt auf dem Grundstück Rostockweg 32. Die Eigentümerin möchte dort ein neues Wohnhaus errichten. Für das Bauvorhaben liegt bereits eine Baugenehmigung vor.
Da sich die Blutbuche innerhalb der vorgesehenen Bebauungsfläche befindet, wurde außerdem eine Ausnahmegenehmigung nach der Münsteraner Baumschutzsatzung erteilt. Diese erlaubt grundsätzlich die Fällung des Baumes.
Für viele Anwohner überraschend ist vor allem der Zeitpunkt der geplanten Maßnahme. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz gilt für Gehölze normalerweise eine Schutzfrist vom 1. März bis zum 30. September.
Im Fall der Blutbuche wäre eine Fällung dennoch möglich gewesen, weil die Genehmigung bereits vor Beginn der Schutzfrist erteilt wurde. Voraussetzung wäre allerdings gewesen, dass zuvor geprüft wird, ob sich im Baum Nester oder andere Lebensstätten geschützter Tierarten befinden.
Der Streit um den Baum beschäftigt das Viertel bereits seit mehreren Tagen. Anwohner haben Protestzettel angebracht und eine Mahnwache organisiert. Unterstützung erhalten sie von der Initiative „Platanenpower“, die sich in Münster für den Erhalt von Stadtgrün einsetzt.
Mit der neuen Prüfung der Stadt hoffen viele Beteiligte nun, dass der Baum möglicherweise doch erhalten bleiben könnte.
Ob die Blutbuche tatsächlich als Naturdenkmal eingestuft werden kann, ist derzeit jedoch noch offen.
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