
Münster. Seit Jahren stehen die sogenannten Britenhäuser am Markweg 1–11 leer, obwohl der Wohnungsmarkt in Münster stark angespannt ist. Nun sorgt eine erneute Prüfung der Zukunft der Gebäude durch die zuständige Bundesbehörde für deutliche Kritik aus der Politik. Vertreterinnen der Grünen werfen der Eigentümerin vor, dringend benötigten Wohnraum unnötig lange ungenutzt zu lassen.
Die Häuser gehören der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die dem Bundesfinanzministerium unterstellt ist. Seit dem Abzug der letzten britischen Streitkräfte im Jahr 2013 werden die Gebäude von der Bundesanstalt verwaltet. Nach Angaben aus der Politik stehen sie inzwischen seit rund vier Jahren leer und befinden sich in einem zunehmend schlechten baulichen Zustand.
Die direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Münster, Sylvia Rietenberg, äußert deutliche Kritik am Vorgehen der Bundesbehörde. Angesichts des Wohnungsmangels sei es aus ihrer Sicht nicht akzeptabel, dass bundeseigene Immobilien über Jahre hinweg nicht genutzt würden. „Es kann nicht sein, dass sich eine Bundesbehörde jahrelang nicht um ihre eigenen Gebäude kümmert, während bezahlbarer Wohnraum dringend fehlt“, erklärt Rietenberg. Dass nun erneut geprüft werde, wie mit den bestehenden Häusern verfahren werden solle, komme aus ihrer Sicht viel zu spät.
Auch im Rat der Stadt Münster stößt das Vorgehen auf Unverständnis. Marie Diekmann, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion, bezeichnet den jahrelangen Leerstand als nicht mehr erklärbar. In Münster suchten viele Menschen dringend eine bezahlbare Wohnung. „Dass die Häuser am Markweg unter diesen Umständen seit Jahren leer stehen, ist skandalös“, sagt Diekmann. Die erneute Verzögerung einer Entscheidung über die Zukunft der Gebäude sei „nur noch grotesk“.
Bereits im Jahr 2024 hatte die BImA angekündigt, die Wohnungen am Markweg sanieren zu wollen. Als Grund für die ausbleibenden Arbeiten wurden damals fehlende Handwerkskapazitäten genannt. Konkrete Maßnahmen folgten jedoch nicht. Bis heute hat die Sanierung nicht begonnen.
Stattdessen prüft die Bundesanstalt nun erneut verschiedene Optionen. Neben einer Sanierung wird inzwischen auch ein Abriss der Gebäude mit anschließendem Neubau in Betracht gezogen.
Die Britenhäuser am Markweg stehen nicht unter Denkmalschutz, ein Abriss wäre daher rechtlich zulässig. Ein Neubau würde allerdings neue Planungen, architektonische Entwürfe und ein reguläres Baugenehmigungsverfahren erfordern. Damit wäre erneut ein längerer Zeitraum verbunden, in dem die Fläche nicht für Wohnzwecke zur Verfügung stünde.
Aus Sicht der Grünen verschärft diese Entwicklung die Probleme auf dem Wohnungsmarkt zusätzlich. Statt vorhandene Gebäude zügig zu nutzen oder instand zu setzen, drohe weiterer Zeitverlust. Die Forderung aus der Politik ist daher eindeutig: Die bundeseigenen Britenhäuser am Markweg sollen so schnell wie möglich wieder Wohnraum bieten – insbesondere im bezahlbaren Segment.
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