Bundeswehr trainiert nächtliche Überlebensübung zwischen Münster und Drensteinfurt

Bundeswehr trainiert nächtliche Überlebensübung zwischen Münster und Drensteinfurt
Foto: Touko Aikioniemi / unsplash

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Münster/Drensteinfurt. In den Nächten vom 3. bis 7. November 2025 wird es in den Wäldern zwischen Drensteinfurt und Münster-Handorf ungewöhnlich. Rund 40 Soldatinnen und Soldaten der 3. Kompanie des Aufklärungsbataillons 7 aus Ahlen führen in dieser Zeit eine freilaufende Übung durch. Dabei bewegen sich die Teilnehmenden uniformiert und mit Langwaffen durch Wald, Feld und Unterholz, meist im Dunkeln.

Nach übereinstimmenden Medienberichten, unter anderem der Westfälische Anzeiger und Radio WAF, liegt der Redaktion ein Schreiben der Einheit vor, das den Übungsablauf beschreibt. Demnach trainiert die Truppe das Durchschlagen und Überleben unter möglichst realistischen Bedingungen. Die Übungsroute verläuft von der Werse bei Drensteinfurt über ländliche Gebiete bis Münster-Handorf. Das Szenario umfasst mehrere Phasen: Gefecht, Gefangennahme, Flucht, Überleben und Rettung.

Laut Angaben der Westfalen-Kaserne in Ahlen, auf die sich beide Medien beziehen, sind die zuständigen Behörden und die Polizei über die Übung informiert. Diese wurde vorab offiziell genehmigt. Spaziergänger und Anwohner können dennoch auf Soldatinnen und Soldaten treffen, die sich teilweise unbeleuchtet durch das Gelände bewegen. Wer Fragen zur Übung hat, kann sich laut Mitteilung an Leutnant René Kiszka, Presseoffizier des Aufklärungsbataillons 7, wenden. Er ist telefonisch unter 02382 7644010 erreichbar.

Nachtmärsche und Platzpatronen: Was Anwohner wissen sollten

Die Soldatinnen und Soldaten werden überwiegend in kleinen Gruppen unterwegs sein und sich tagsüber in Wäldern und Hecken verstecken. Geübt wird das Verhalten in Extremsituationen, etwa die Reaktion auf Gefangennahme oder Orientierung im Gelände ohne technische Hilfsmittel.

Nach Angaben aus dem Schreiben der Kompanie kann es außerhalb geschlossener Ortschaften zum Einsatz von Platzpatronen kommen. Dadurch könnten kurzzeitig laute Geräusche entstehen, die Tiere oder Spaziergänger aufschrecken. Auch Bundeswehrfahrzeuge sind unterwegs, zum Teil ohne Beleuchtung, um die Trupps zu überwachen. Die Bevölkerung wird gebeten, sich nicht zu nähern und keine Notrufe abzusetzen, wenn Uniformierte im Gelände gesichtet werden.

Solche Übungen sollen das Verhalten der Soldaten in realistischen Gefechtssituationen trainieren. Für die 3. Kompanie des Aufklärungsbataillons 7 gehört das Durchschlagen durch unbekanntes Terrain zum Kernauftrag. Die Einheit ist auf Späh- und Aufklärungsoperationen spezialisiert und regelmäßig in internationale Ausbildungsverbände eingebunden.

Hintergrund: Aufklärungsbataillon 7 und Trainingszweck

Das Aufklärungsbataillon 7 „Lippische“ ist in der Westfalen-Kaserne Ahlen stationiert und Teil der Panzerbrigade 21 der Bundeswehr. Der Verband übernimmt Aufklärungsaufgaben im Gelände und liefert wichtige Informationen für die taktische Planung. Dazu gehört auch die Fähigkeit, sich im feindlichen oder unbekannten Gebiet zu orientieren und zu überleben.

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Bei sogenannten freilaufenden Übungen bewegen sich Soldatinnen und Soldaten ohne festen Übungsplatz quer durch ziviles Gelände. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit unter realitätsnahen Bedingungen zu schulen. Die Genehmigung solcher Manöver erfolgt in Abstimmung mit Kommunen, Polizei und Grundstückseigentümern.

Im Münsterland finden regelmäßig ähnliche Trainingsmaßnahmen statt, meist in den Landkreisen Warendorf und Coesfeld. Die öffentliche Ankündigung der Bundeswehr soll Missverständnisse vermeiden, wenn bewaffnete Soldaten oder Fahrzeuge in der Dämmerung auftauchen.

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