CDU wirft Koalition Blockade beim Gewerbegebiet Heumannsweg vor

Münster legt fest, wie der sogenannte Bauturbo angewendet wird. Ziel sind schnellere Genehmigungen und mehr Wohnraum.
Foto: Caroline Muffert

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In Münster wächst der politische Streit über neue Gewerbeflächen. Die CDU-Ratsfraktion kritisiert die Grünen-geführte Koalition scharf und wirft ihr vor, ein geplantes Gewerbegebiet am Heumannsweg im Stadtteil Gremmendorf auszubremsen.

Nach Angaben der Christdemokraten steht die Entwicklung der Fläche kurz vor einem wichtigen politischen Schritt. Der Rat der Stadt Münster soll am 25. März über die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens beraten. Aus Sicht der CDU droht das Projekt jedoch durch Änderungsanträge der Koalition deutlich eingeschränkt zu werden.

CDU sieht Wirtschaftsentwicklung in Münster gefährdet

Die Rathaus-CDU warnt davor, dass Münster bei der Entwicklung neuer Gewerbeflächen bereits deutlich hinterherhinke. In einer Vorlage der Stadtverwaltung werde darauf hingewiesen, dass derzeit weniger als 20 Hektar verfügbare Flächen für Unternehmensansiedlungen vorhanden seien. Vor diesem Hintergrund hält die Verwaltung zusätzliche Gewerbegebiete für notwendig.

CDU-Fraktionschef Stefan Weber erklärte laut Mitteilung der Partei, die Grünen würden bei Projekten zur wirtschaftlichen Entwicklung immer wieder neue Hindernisse aufbauen. Dadurch werde nicht nur ein einzelnes Projekt erschwert, sondern langfristig auch die wirtschaftliche Perspektive der Stadt gefährdet.

Aus Sicht der CDU sind neue Gewerbeflächen entscheidend, um Unternehmen anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen. Gerade für innovative Branchen oder größere Investitionen brauche Münster kurzfristig verfügbare Standorte. Als Beispiel wird in der Debatte häufig die Ansiedlung einer Batterieforschungsfabrik im Hansa-Business-Park genannt. Diese sei nur möglich gewesen, weil die Stadt damals schnell eine geeignete Fläche anbieten konnte.

Sollte heute ein vergleichbarer Investor nach Münster kommen, hätte die Stadt nach Einschätzung der CDU deutlich weniger Optionen.

Kritik an Änderungsanträgen der Grünen-Koalition

Besonders kritisch bewertet die CDU konkrete Änderungsanträge der Grünen-Koalition zur Planung am Heumannsweg. Nach Darstellung der Christdemokraten könnten diese dazu führen, dass Teile der vorgesehenen Gewerbefläche künftig nicht mehr bebaut werden dürfen.

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Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Mathias Kersting, erklärte laut Parteimitteilung, die Koalition stelle zwar selbst fest, dass Gewerbeflächen knapp seien. Gleichzeitig sorge sie jedoch dafür, dass neue Flächen möglichst klein blieben oder gar nicht erst entstünden.

In der Debatte geht es unter anderem um ökologische Aspekte einzelner Bereiche des geplanten Gebiets. Teile der Fläche sollen nach Vorstellungen der Koalition stärker geschützt werden, etwa wegen vorhandener Gehölzstrukturen oder extensiv genutzter Wiesen.

Die CDU kritisiert diese Prioritätensetzung. Zwar müssten ökologische Belange berücksichtigt werden, erklärten Weber und Kersting laut Mitteilung. Wenn jedoch selbst kleinere Gewerbegebiete in erster Linie als potenzielle Naturflächen betrachtet würden, gerate das Gleichgewicht zwischen Wirtschaft und Naturschutz aus ihrer Sicht aus dem Blick.

Gewerbegebiet am Heumannsweg soll nahe S-Bahn entstehen

Die Stadtverwaltung plant, am Heumannsweg nordöstlich des Albersloher Wegs ein neues Gewerbegebiet zu entwickeln. Die Fläche liegt im Stadtteil Gremmendorf und soll künftig auch von der geplanten S-Bahn-Strecke profitieren.

Nach Einschätzung der Fachverwaltung bietet der Standort durch seine innenstadtnahe Lage und die gute Verkehrsanbindung günstige Voraussetzungen für Unternehmensansiedlungen. Teile der Fläche sind bereits seit einem Ratsbeschluss im September 2024 im Flächennutzungsplan als potenzieller Entwicklungsbereich für Gewerbe vorgesehen.

Gleichzeitig betont die Verwaltung, dass bei der Planung auch klimarelevante Aspekte berücksichtigt werden sollen. Dazu gehören unter anderem Begrünungen von Gebäuden, Photovoltaik sowie Maßnahmen zum Umgang mit Starkregen und Überschwemmungen.

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