Deutschlandticket wird teurer: Gewerkschaft fordert Azubi-Rabatt für Münster

Wegen Sperrungen an der Haltestelle Neutor/Schlossplatz Nord gilt ein neuer Plan für die Herbstsend Münster Anreise – alle Buslinien und Alternativen im Überblick.
Foto: David Olef

Teilen:

Münster. In Münster geht es um mehrere tausend Auszubildende, für die der Weg zur Arbeit oder zur Berufsschule künftig teurer werden könnte. Vor dem Hintergrund steigender Ticketpreise fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Münsterland ein deutlich günstigeres Azubi-Ticket in Münster. Ziel ist ein Modell, das jungen Menschen den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr langfristig erleichtert.

NGG wirbt für ein „Deutschlandticket light“

Die NGG appelliert an die NRW-Landesregierung, ein vergünstigtes Azubi-Ticket nach dem Vorbild anderer Bundesländer zu unterstützen. Konkret geht es um ein sogenanntes „Deutschlandticket light“, das für Auszubildende nur etwa die Hälfte des regulären Preises kosten soll. Statt künftig 63 Euro im Monat würden Azubis demnach rund 31,50 Euro zahlen.

Preiserhöhung trifft Auszubildende besonders

Ab Januar 2026 soll der Preis für das Deutschlandticket bundesweit von derzeit 58 auf 63 Euro steigen. Für viele Auszubildende wäre diese Erhöhung spürbar, da Ausbildungsvergütungen häufig niedrig sind und steigende Lebenshaltungskosten zusätzlich belasten. Die Gewerkschaft warnt davor, dass Mobilität für junge Menschen damit erneut zur finanziellen Hürde werden könnte.

Länder entscheiden über zusätzliche Vergünstigungen

Das Deutschlandticket ist bundesweit im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr gültig und monatlich kündbar. Über den Preis entscheiden die Bundesländer gemeinsam. Sie haben zudem die Möglichkeit, eigene Zuschüsse für bestimmte Gruppen wie Auszubildende, Schülerinnen und Schüler oder Menschen mit geringem Einkommen einzuführen. Genau hier sieht die NGG das Land Nordrhein-Westfalen in der Pflicht.

Niedersachsen als Vorbild für NRW

In der Debatte verweist die Gewerkschaft auf Niedersachsen. Dort wird das Deutschlandticket für Auszubildende und Teilnehmende an Freiwilligendiensten durch Landesmittel vergünstigt. In Kombination mit einem Jobticket-Zuschuss durch Arbeitgeber kann der Preis dort rechnerisch auf rund 31,50 Euro sinken. Ein ähnliches Modell hält die NGG auch in NRW für realistisch.

Jobticket könnte Preis weiter senken

Ein zusätzlicher Hebel ist das Jobticket. Bezuschussen Arbeitgeber das Deutschlandticket ihrer Beschäftigten mit mindestens 25 Prozent, reduziert sich der Ticketpreis zusätzlich um fünf Prozent. Auch Auszubildende könnten von diesem Modell profitieren, sofern Betriebe sich beteiligen und das Land flankierende Regelungen schafft.

Alternative Azubi-Tickets in Münster

Unabhängig vom Deutschlandticket gibt es in Münster bereits spezielle Angebote für Auszubildende. Im WestfalenTarif wird ein AzubiAbo mit einer Laufzeit von zwölf Monaten angeboten, das aktuell bei rund 74,60 Euro monatlich liegt. Zudem verweisen die Stadtwerke Münster auf ein Azubi- und SchülerAbo plus für das Stadtgebiet, das derzeit 36,40 Euro pro Monat kostet und zeitlich eingeschränkte Erweiterungen erlaubt.

Das lesen andere gerade

Wie viele Azubis betroffen sind

Nach Angaben der Stadt Münster waren Ende 2024 rund 6.500 Auszubildende registriert. Je nach statistischer Abgrenzung gehen andere Schätzungen von deutlich höheren Zahlen aus. Insgesamt dürfte es in Münster um bis zu 9.000 junge Menschen gehen, die von einem günstigeren Deutschlandticket profitieren könnten.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu