Einbürgerungsanträge in NRW erreichen neuen Höchststand

Das neue Selbstbestimmungsgesetz (SBGG) erleichtert es den Geschlechtseintrag und Vornamen in Münster zu ändern. Online-Terminbuchungen sind ab 1. August möglich.
Foto: Andreas Lischka

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Münster. In Nordrhein-Westfalen haben 2025 so viele Menschen einen Einbürgerungsantrag gestellt wie noch nie seit Einführung der Statistik. Landesweit gingen 104.371 Anträge ein. Auch Münster verzeichnete mit 1331 neuen Anträgen eine hohe Nachfrage nach der deutschen Staatsangehörigkeit. Zugleich zeigt der Blick in die Stadt, dass viele Verfahren noch nicht abgeschlossen sind.

Tatsächlich eingebürgert wurden in Nordrhein-Westfalen 76.156 Menschen. Auch das ist der höchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 2000. Gegenüber 2024 stieg die Zahl der Einbürgerungen landesweit um 10,8 Prozent. Seit 2020 hat sich die Zahl der Einbürgerungen in NRW nahezu verdreifacht.

Syrer stellen die meisten Anträge in Nordrhein-Westfalen

Die größte Gruppe unter den Antragstellern bildeten 2025 Menschen aus Syrien. In Nordrhein-Westfalen wurden 21.290 Einbürgerungsanträge von syrischen Staatsangehörigen gestellt. Danach folgten Menschen aus der Türkei mit 16.912 Anträgen.

An dritter Stelle lagen irakische Staatsangehörige mit 6.355 Anträgen. Danach folgte die Russische Föderation mit 4.703 Anträgen. Insgesamt zeigt die Statistik, dass der überwiegende Teil der Anträge von Menschen aus Nicht-EU-Staaten gestellt wurde.

Mehr als 90 Prozent der Anträge kommen aus Nicht-EU-Staaten

Von den 104.371 Einbürgerungsanträgen in Nordrhein-Westfalen entfielen 94.468 auf Menschen aus Staaten außerhalb der Europäischen Union. Das entspricht 90,5 Prozent aller Anträge. Die Zahlen machen deutlich, dass die Entwicklung vor allem Menschen betrifft, die bereits seit mehreren Jahren in Deutschland leben und nun die deutsche Staatsangehörigkeit beantragen.

Für die Einordnung ist wichtig, zwischen Anträgen und tatsächlichen Einbürgerungen zu unterscheiden. Nicht jeder Antrag führt sofort zu einer Einbürgerung. Zwischen Antragstellung, Prüfung und Abschluss des Verfahrens können je nach Kommune längere Zeiträume liegen.

In Münster wurden 671 Menschen eingebürgert

In Münster wurden 2025 insgesamt 671 Menschen eingebürgert. Am häufigsten erhielten hier Menschen aus Syrien die deutsche Staatsangehörigkeit. Danach folgten irakische Staatsangehörige. Zugleich wurden in der Stadt 1331 neue Einbürgerungsanträge gestellt.

Damit liegt die Zahl der abgeschlossenen Einbürgerungen in Münster unter früheren Jahren. Im Jahr 2000 erhielten in Münster noch mehr als 900 Menschen den deutschen Pass. Nach Angaben aus der Stadt befinden sich aktuell mehr als 5000 Einbürgerungsanträge in Bearbeitung. Zwischenzeitlich lag die durchschnittliche Bearbeitungszeit bei 28 Monaten.

Reform erleichtert den Weg zur deutschen Staatsangehörigkeit

Ein wichtiger Grund für den starken Anstieg ist die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts. Sie trat am 27. Juni 2024 in Kraft. Seitdem ist eine Einbürgerung in der Regel bereits nach fünf Jahren möglich. Zuvor waren meist acht Jahre erforderlich.

Außerdem wurde Mehrstaatigkeit erleichtert. Wer sich einbürgern lässt, muss die bisherige Staatsangehörigkeit nicht mehr grundsätzlich aufgeben. Dadurch ist der Schritt zur deutschen Staatsangehörigkeit für viele Menschen rechtlich einfacher geworden.

Kommunen müssen hohe Nachfrage bearbeiten

Die Entwicklung stellt auch die Verwaltungen vor zusätzliche Aufgaben. In Münster verweist die Stadt auf Verfahrensumstellungen und personelle Verstärkung. Aktuell bearbeiten elf Personen Einbürgerungsanträge. Eine konkrete Prognose, wann sich die Bearbeitungszeiten deutlich verkürzen, gibt es bislang nicht.

Politisch wurde die langsame Bearbeitung in Münster bereits kritisiert. Die Rathauskoalition aus Grünen, SPD und Volt stellte zusätzliche Stellen für die Bearbeitung bereit. Der NRW-Trend bleibt dennoch eindeutig: Anträge und Einbürgerungen haben 2025 historische Höchststände erreicht.

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