
Münster. Mit mehreren Abschlussveranstaltungen ist LUMINISCENCE im Dom zu Münster zu Ende gegangen. Die Licht- und Musikinszenierung war Teil des 800. Grundsteinjubiläums und zugleich die Deutschlandpremiere des international gezeigten Formats. Zum Finale wurde das Programm noch einmal verdichtet. Für ms-aktuell.de waren Gian Considine und Isil Dohnke, ein amerikanisch-türkischer Fotograf, vor Ort, um das Geschehen ein letztes Mal zu erleben.
Schon vor Beginn der vorletzten Vorstellung an diesem Samstagabend war zu merken, dass dieser Termin eine besondere Bedeutung hatte. Vor dem St.-Paulus-Dom bildeten sich lange Warteschlangen. Der Andrang war hoch, die Stimmung ruhig und konzentriert. Im Inneren des Doms bereitete sich ein rund 30-köpfiges Orchester vor, ein großes Chorensemble nahm Aufstellung. Der Raum wirkte gesammelt, beinahe gespannt.
Mit dem langsamen Einsetzen der Projektionen veränderte sich die Wahrnehmung grundlegend. Der Dom wurde nicht einfach beleuchtet, sondern schien von innen heraus zu leuchten. Gewölbe, Bögen und architektonische Details traten klar hervor. Der Blick ging nach oben, Gespräche verstummten. Innerhalb weniger Augenblicke entstand eine Stille, die den gesamten Raum prägte.
Begleitet wurden die Lichtbilder von Musik, teils live gespielt von Orchester und Chor, teils über ein eigens abgestimmtes Soundsystem. Eine erzählerische Ebene brachte die markante Stimme von Mechthild Großmann ein, die vielen aus dem Tatort Münster vertraut ist. Ihre Erzählung strukturierte die Inszenierung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.
Besonders prägend war der Einsatz der historischen Domorgel. Ihr Klang verlieh dem Raum Tiefe und Gewicht und machte deutlich, dass der Dom nicht Kulisse, sondern zentraler Bestandteil der Inszenierung war.
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Über gut eine Stunde hinweg führte LUMINISCENCE durch mehr als tausend Jahre Domgeschichte. Von den frühen Anfängen über prägende Bauphasen bis hin zu den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs entstand eine dichte Abfolge aus Licht, Klang und Erzählung. Die Inszenierung blieb bewusst reduziert. Effekte dienten der Orientierung, nicht der Überwältigung. Der Dom selbst blieb der Hauptdarsteller.
Zum Ende der Veranstaltung stand kein pathetischer Höhepunkt. Stattdessen blieb eine spürbare Ruhe im Raum. Viele Besucher verließen den Dom gesammelt und still. Die Wirkung der Inszenierung lag weniger im einzelnen Moment als im Gesamteindruck.
Mit dem Abschluss von LUMINISCENCE endet in Münster eine Veranstaltungsreihe, die Geschichte nicht erklärt, sondern erfahrbar gemacht hat. Für Gian Considine und Isil Dohnke war es ein letzter Eindruck dieser Inszenierung im Dom – verbunden mit der Hoffnung, dass LUMINISCENCE in den kommenden Jahren noch einmal nach Münster zurückkehrt.
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