
| For print products: | Dietmar Rabich / https://commons.wikimedia.org/wiki/File:D%C3%BClmen,_Leuste,_B%C3%A4ume_im_Nebel_--_2020_--_5041.jpg / https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ |
Münster. Feuerwerk gehört für viele Menschen zum Jahreswechsel dazu. Gleichzeitig führt es jedes Jahr zu messbaren Belastungen der Luft. Auch zum Übergang von 2025 auf 2026 zeigen die offiziellen Messdaten ein bekanntes Muster: In Teilen von Nordrhein-Westfalen kam es kurz nach Mitternacht zu sehr hohen Feinstaubwerten. Für Münster fällt das Bild differenzierter aus.
Nach den landesweiten Messungen der Umweltbehörden stieg die Feinstaubkonzentration in der Silvesternacht in mehreren Städten Nordrhein-Westfalens stark an. Besonders in dicht besiedelten Regionen wurden in der ersten Stunde nach Mitternacht sehr hohe PM10-Stundenwerte registriert. Solche Ausschläge gelten als typische Folge des Abbrennens von Feuerwerkskörpern.
Die Behörden weisen darauf hin, dass es sich dabei um kurzfristige Belastungsspitzen handelt. Sie sind zeitlich begrenzt, liegen aber deutlich über den Werten eines normalen Winterabends.
Für Münster zeigen die öffentlich zugänglichen Messdaten ein ruhigeres Bild. An den maßgeblichen Messstationen im Stadtgebiet, unter anderem im Bereich Geist sowie an der Weseler Straße, blieben die 24-Stunden-Mittelwerte rund um Silvester und Neujahr im moderaten Bereich. Auffällige Überschreitungen der geltenden Grenzwerte wurden dabei nicht registriert.
Diese Tagesmittelwerte erfassen jedoch nicht die typischen kurzfristigen Spitzen, die vor allem in der ersten Stunde nach Mitternacht auftreten können.
Der Unterschied liegt in der Auswertung der Daten. Während Stundenmittelwerte die unmittelbaren Auswirkungen des Feuerwerks deutlich abbilden, glätten Tagesmittelwerte diese Ausschläge. Ein kurzer, starker Anstieg kann dadurch statistisch kaum ins Gewicht fallen, obwohl er real stattgefunden hat.
Für Städte wie Münster bedeutet das: Auch wenn es lokal zu einer erhöhten Feinstaubbelastung gekommen sein sollte, spiegelt sich diese nicht zwingend in den Tageswerten wider.
Wie lange sich Feinstaub in der Luft hält, hängt stark von den Wetterbedingungen ab. Wind oder Niederschläge sorgen für eine schnelle Durchmischung und Abführung der Partikel. Bei windstiller Wetterlage kann sich der Rauch dagegen länger in Bodennähe halten.
Zum aktuellen Jahreswechsel begünstigten die Bedingungen offenbar eine rasche Entlastung der Luft in Münster.
Das Umweltbundesamt weist regelmäßig darauf hin, dass sehr hohe Feinstaubkonzentrationen vor allem für Menschen mit Vorerkrankungen, Kinder und ältere Personen problematisch sein können. Die Belastung ist zwar kurzzeitig, betrifft aber große Teile der Bevölkerung gleichzeitig.
Auch wenn Münster im landesweiten Vergleich moderat abschneidet, bleibt der Jahreswechsel ein Zeitpunkt, an dem die Luftqualität messbar leidet. Die Diskussion um Feuerwerk und Umweltbelastung dürfte daher auch in Zukunft nicht abreißen.