
Münster/Düsseldorf. Wenn am Freitag um 18.30 Uhr in der 2. Bundesliga der Anpfiff ertönt, wartet auf den SC Preußen Münster ein brisantes Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf. Karnevalsfreitag, rund 40.000 Zuschauer in der Merkur Spiel-Arena – und mittendrin ein Tabellenkeller-Duell mit viel Zündstoff.
Düsseldorf geht als 13. in den 22. Spieltag, Münster steht auf Rang 16 – zwei Punkte dahinter. Für die Preußen ist es die Chance, im direkten Vergleich Boden gutzumachen. Die Ausgangslage ist klar: Ein Sieg würde die Konstellation im unteren Drittel der Tabelle spürbar verändern.
Für Jorrit Hendrix wird es ein besonderes Spiel. Der Niederländer stand früher bei der Fortuna unter Vertrag, nun kehrt er mit dem Adler auf der Brust nach Düsseldorf zurück. Begegnungen mit ehemaligen Vereinen sind selten – und emotional. Kontakte bestehen noch, ein enger Freund gehört weiterhin zum Düsseldorfer Kader. Ein direktes Duell auf dem Platz hat es bislang nicht gegeben.
Sportlich erwartet Hendrix ein intensives Spiel. Beide Mannschaften wollen aktiv auftreten, Münster setzt auf Pressing und Tempo. Entscheidend werde sein, die eigene Spielweise über die gesamte Distanz durchzubringen. Nach dem 1:1 gegen Bochum, als die Abläufe nicht immer stimmten, wurde intern analysiert, wo die Probleme lagen. Der Glaube an den eigenen Stil sei jedoch ungebrochen.
Trainer Alexander Ende weiß um die Lage. Sieben Partien ist der SCP inzwischen ohne Sieg. Die Ergebnisse lassen sich nicht ausblenden, auch wenn einzelne Spiele – etwa gegen Karlsruhe – bei anderem Verlauf eine ganz andere Tabellenperspektive eröffnet hätten.
Ende spricht von einem klaren Auftrag an die Mannschaft. Nach dem Bochum-Spiel habe nicht alles am Maximum gelegen, insbesondere das Mittelfeld sei nicht kompakt genug gewesen. Gegen Düsseldorf müsse man selbstbestimmter auftreten.
Karneval spielt in den sportlichen Überlegungen keine Rolle. Ende bezeichnet sich als Rheinländer und Karnevalist, betont aber: Entscheidend sei allein die Partie. Rosenmontag ist trainingsfrei – doch erst, wenn die sportliche Basis stimmt.
Die Unterstützung dürfte gewaltig werden. 6.661 Tickets gingen an Preußen-Fans. Altweiber am Rhein – Münster reist zahlreich an. Ein Sonderzug fährt nicht, eine frühe Anreise wird empfohlen. Für die Mannschaft ist das ein klares Signal. Die Fans sind auch auswärts präsent, gerade in entscheidenden Phasen.
Positiv aus Münsteraner Sicht: Mikkel Kirkeskov kehrt ins Aufgebot zurück, ebenso ist Heuer nach abgesessener Gelbsperre wieder eine Option. Verzichten muss der SCP auf den gesperrten Bouchama sowie auf mehrere verletzte Spieler, darunter Tikvic, Scherder und Batmaz. Auch Lokotsch, Vilhelmsson, Mees und Bolay stehen nicht zur Verfügung.
Hinzu kommt der krankheitsbedingte Ausfall von Co-Trainer Zlatko Muhovic, der mit Grippe fehlt. Teile seiner Aufgaben übernehmen Videoanalyst Jonas Imkamp und Torwarttrainer Andre Poggenborg. Laut Trainer Ende ist kein Spieler zusätzlich verletzt oder erkrankt.
In der Offensive hält sich Ende bedeckt. Mehrere Varianten sind denkbar, auch im Mittelfeld und in der Besetzung der Zehnerposition lässt er sich nicht in die Karten schauen. Das Abschlusstraining könnte noch Impulse liefern.
Bei der Fortuna hat sich unter Trainer Markus Anfang einiges verändert. Seit Oktober im Amt, kommt er in 13 Partien auf einen Punkteschnitt von 1,08. Der Start ins Jahr 2026 verlief jedoch stabiler: sieben Punkte aus vier Spielen, darunter Siege gegen Arminia Bielefeld und den SC Paderborn.
Anfang setzt zuletzt auf ein 3-5-2-System. Innenverteidiger Kenneth Schmidt fehlt gelbgesperrt. Schlüsselspieler sind Torwart Florian Kastenmeier und Stürmer Cedric Itten, der bislang neun Tore und zwei Assists verbucht hat. Allerdings stellt Düsseldorf mit 20 Treffern die abschlussschwächste Offensive der Liga. Defensiv rangiert die Fortuna mit 31 Gegentoren im Mittelfeld.
Auffällig: Zu Hause wurden erst vier von elf Spielen gewonnen. Der frühere Europapokal-Finalist hinkt den eigenen Erwartungen hinterher.
Leiten wird die Partie Robert Kampka. Der Unparteiische steht vor seinem 140. Zweitligaeinsatz. Für Münster ist er kein Unbekannter: 20 Spiele des SCP hat er bereits gepfiffen. Während die Heimbilanz unter seiner Leitung ordentlicher ausfällt, wartet der Club auswärts seit 2011 auf einen Sieg, wenn Kampka die Partie leitete. Vier Remis und sieben Niederlagen stehen in fremden Stadien unter seiner Regie zu Buche.
In Kampkas persönlicher Statistik zählt Münster damit zu den häufigsten Teams unter seiner Leitung – gemeinsam mit dem SC Paderborn auf Rang drei, hinter Jahn Regensburg und der SV Elversberg.
Die Zutaten sind angerichtet: Karnevalskulisse, direkte Tabellennachbarn, zahlreiche Auswärtsfans und eine Serie, die der SCP dringend beenden will. Münster braucht den ersten Sieg im neuen Jahr, um den Anschluss nicht zu verlieren.
Ob die Trendwende ausgerechnet am Rhein gelingt, wird sich unter Flutlicht zeigen. Sicher ist: Nervenkostüm und Intensität werden mindestens so gefragt sein wie spielerische Qualität.
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