Protest gegen NATO-Preis: Dağdelen und Sonneborn kommen nach Münster

Bei der Kundgebung „Frieden statt NATO Münster“ wird am 1. Oktober direkt am Rathaus gegen den NATO-Friedenspreis protestiert.
Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

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Münster. Rund um die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises wird es am Donnerstag, 1. Oktober, mehrere Protestaktionen in Münster geben. Eine davon ist die Kundgebung „Frieden statt NATO – Kein Friedenspreis fürs Militär!“ am Domplatz beziehungsweise Michaelisplatz. Sie ist nach aktuellem Stand von 11.55 bis 20 Uhr angekündigt und damit als eigenständige Veranstaltung von einer weiteren Demonstration zu unterscheiden, die ebenfalls gegen die Auszeichnung der NATO protestiert.

Anlass ist die Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens an die NATO. Generalsekretär Mark Rutte soll die Auszeichnung stellvertretend entgegennehmen, Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Laudatio. Der Festakt findet von 16 bis 18 Uhr im Historischen Rathaus statt.

„Frieden statt NATO“ demonstriert direkt am Rathaus

Veranstalter der Kundgebung ist das „Bündnis Frieden statt NATO“. Auf der aktuell veröffentlichten Veranstaltungsseite wird der Beginn mit 11.55 Uhr und das Ende mit 20 Uhr angegeben. Im Beschreibungstext findet sich davon abweichend einmal die Uhrzeit 11.45 Uhr; die Terminangabe und der aktuelle Veranstaltungshinweis nennen jedoch 11.55 Uhr. Ältere Einträge mit einem Beginn um 9.30 Uhr sind damit offenbar überholt. 

Die Aktion soll am Michaelisplatz beziehungsweise am Domplatz gegenüber dem Historischen Rathaus stattfinden. Das Bündnis will damit ausdrücklich in unmittelbarer Nähe zur Preisverleihung protestieren. Ein Demonstrationszug ist für diese konkrete Veranstaltung derzeit nicht angekündigt; sie wird als Kundgebung geführt. Friedensbündnis Norddeutschland

Das Bündnis lehnt die Auszeichnung der NATO ab und fordert stattdessen unter anderem mehr Diplomatie und Abrüstung. Dabei handelt es sich um politische Positionen der Veranstalter. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe begründet ihre Entscheidung für die NATO dagegen mit deren Rolle bei Zusammenarbeit, Partnerschaft und kollektiver Sicherheit.

Dağdelen, Sonneborn und Prayon angekündigt

Für die Kundgebung werden mehrere bekannte Namen angekündigt. Nach Angaben der Veranstalter sollen Reiner Braun vom Internationalen Friedensbüro, die BSW-Politikerin Sevim Dağdelen, DKP-Vorsitzender Patrik Köbele, Schauspielerin und Kabarettistin Christine Prayon sowie der Europaabgeordnete und PARTEI-Vorsitzende Martin Sonneborn teilnehmen. Für das Musikprogramm sind Achim Bigus mit Gitarre und Gesang sowie Harald Kießlich mit Akkordeon und Gesang angekündigt.

Ein detaillierter Ablauf mit konkreten Uhrzeiten für die einzelnen Beiträge wurde bislang nicht veröffentlicht. Aus der Ankündigung geht daher auch nicht eindeutig hervor, in welcher Form alle genannten Personen auftreten werden.

Andere Demonstration gegen Friedenspreis startet separat

Die Kundgebung des Bündnisses ist nicht mit einer weiteren Protestaktion am selben Tag identisch. Die Friedensinitiative Münster führt eine separate Veranstaltung auf, die unter anderem gemeinsam mit DFG-VK, pax christi und dem DGB Münster angekündigt wird. Dabei ist ein Demonstrationszug vom Bereich des 1. Deutsch-Niederländischen Korps in Richtung Prinzipalmarkt vorgesehen.

Insgesamt rechnet die Polizei nach dem derzeitigen Anmeldestand mit fünf Versammlungen rund um die Preisverleihung. Damit dürfte es am Donnerstag über mehrere Stunden hinweg an verschiedenen Stellen in der Innenstadt zu Protestaktionen kommen.

NATO erhält Friedenspreis im Historischen Rathaus

Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe verleiht den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2026 an die NATO. Mark Rutte nimmt den Preis als Generalsekretär des Bündnisses entgegen. Friedrich Merz hält die Laudatio. Der Jugendpreis geht an „socioMovens – Giving Europe a Soul“; dessen Laudatio übernimmt Kardinal Michael Czerny.

Der Festakt beginnt um 16 Uhr und soll bis 18 Uhr dauern. Zuvor empfängt Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs die Gäste im Friedenssaal. Damit überschneiden sich die Preisverleihung und die Kundgebung am Michaelisplatz über mehrere Stunden.

Sperrungen rund um den Prinzipalmarkt

Die Polizei bereitet sich wegen des Festakts und der angemeldeten Versammlungen auf Einschränkungen in der Innenstadt vor. Der Prinzipalmarkt soll am 1. Oktober von etwa 10.30 Uhr bis voraussichtlich 18.30 Uhr grundsätzlich für den Verkehr gesperrt werden. Geschäfte und Praxen bleiben nach Polizeiangaben erreichbar. Für Fußgänger soll der Durchgang unter den Arkaden auf der dem Rathaus gegenüberliegenden Seite bis zum Michaelisplatz möglich sein; beim Fahrradverkehr kann es Einschränkungen geben.

Das Historische Rathaus, das Stadtweinhaus und der Rathausinnenhof sind während der Veranstaltung aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich. Die Polizei hat zudem ein Bürgertelefon unter 0251/275-1112 eingerichtet, das im Vorfeld von 8 bis 16 Uhr erreichbar ist.

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