Gegen Fürth fehlt Preußen Münster wieder das erlösende Tor

Gegen Fürth fehlt Preußen Münster wieder das erlösende Tor
Foto: Stefan Schwegmann

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Münster. Preußen Münster ist im Kellerduell der 2. Bundesliga gegen die SpVgg Greuther Fürth nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Vor 10.279 Zuschauern im LVM-Preußenstadion zeigte die Mannschaft von Alois Schwartz eine disziplinierte und engagierte Leistung, ließ defensiv nur wenig zu und war dem Sieg insgesamt näher als die Gäste. Trotzdem reichte es am Ende erneut nicht für den dringend benötigten Dreier, weil der SCP seine besten Chancen nicht nutzte und damit weiter unter Druck bleibt. Der Punkt hilft zwar dabei, die Defensive weiter zu stabilisieren, im Tabellenkeller ist das Ergebnis aber trotzdem zu wenig.

Schon der Spielcharakter machte schnell deutlich, worum es für beide Teams ging. Münster wollte Kontrolle über die Zweikämpfe und über die Ordnung gegen den Ball gewinnen, Fürth suchte über längere Ballbesitzphasen nach Lösungen. Daraus entstand zunächst eine Partie mit viel Spannung, aber wenigen klaren Strafraumszenen. Erst mit zunehmender Spielzeit gewann der SCP mehr Zugriff, vor allem weil die Mannschaft kompakt verteidigte und sich nach und nach auch offensiv häufiger in aussichtsreiche Positionen brachte. Das änderte aber nichts am Kernproblem dieses Nachmittags, denn wieder fehlte im entscheidenden Moment der Treffer.

Münster steht stabil und arbeitet sich nach zähem Beginn in die Partie

In der Anfangsphase war zu sehen, dass Preußen Münster das Spiel vor allem über Kompaktheit und Intensität annehmen wollte. Die Gastgeber ließen Fürth phasenweise den Ball, schoben aber aufmerksam nach und verhinderten, dass die Franken zu klaren Aktionen im Strafraum kamen. Die Gäste hatten zwar etwas mehr Ballbesitz, wurden daraus aber zunächst kaum gefährlich. Münster verteidigte geschlossen, gewann wichtige Duelle im Mittelfeld und hielt die Wege zum eigenen Tor weitgehend zu. Damit knüpfte die Mannschaft an die stabile Defensivleistung der Vorwoche an.

Im eigenen Offensivspiel brauchte der SCP zunächst etwas Zeit. Lange Bälle und Umschaltmomente waren angelegt, doch die Präzision im letzten Drittel fehlte anfangs noch. Erst nach gut einer halben Stunde bekam Münster mehr Zugriff auf die Partie. Jannis Heuer gab mit einem Freistoß aus rund 25 Metern einen ersten Abschluss ab, der deutlich über das Tor von Fürths Keeper Silas Prüfrock ging. In der Schlussphase der ersten Halbzeit wurde es dann spürbar lebendiger. Etienne Amenyido und Joshua Mees kamen nach Vorarbeit von Babis Makridis und Jano ter Horst zu Abschlüssen, brachten den Ball aber nicht aufs Tor. So blieb es bis zur Pause beim 0:0, obwohl Münster in dieser Phase bereits das aktivere und griffigere Team war. Insgesamt sprach zu diesem Zeitpunkt viel dafür, dass die Partie vor allem über Geduld, Ordnung und einzelne entscheidende Szenen entschieden werden würde.

Nach der Pause ist der SCP näher am Tor, belohnt sich aber erneut nicht

Direkt nach dem Seitenwechsel erhöhte Preußen Münster den Druck deutlich. Die Mannschaft von Alois Schwartz spielte nun mutiger nach vorne, gewann zweite Bälle und setzte Fürth häufiger in der eigenen Hälfte unter Stress. Das Spiel verlagerte sich nun stärker in Richtung Gästetor, und der Eindruck entstand, dass der SCP dieses Kellerduell eher für sich entscheiden könnte als die Franken. Die beste Phase der Gastgeber begann früh in der zweiten Hälfte und brachte mehrere gute Möglichkeiten innerhalb weniger Minuten.

Zunächst lenkte Prüfrock einen Kopfball von Heuer noch über die Latte. Nur wenig später setzte Joshua Mees den Ball aus kurzer Distanz über das Tor, obwohl die Szene vielversprechend war. Münster ließ nun kaum nach, sondern blieb dran. Mees kam erneut zu einer Möglichkeit, Makridis versuchte es ebenfalls, und dann folgte die wohl auffälligste Offensivszene des Nachmittags: Yassine Bouchama traf per Volleyabnahme das Aluminium. Gerade diese Phase zeigte besonders deutlich, warum sich das torlose Remis aus Münsteraner Sicht so unbefriedigend anfühlt. Der SCP war am Treffer dran, der SCP hatte seine stärksten Minuten, und Fürth fand offensiv kaum noch statt. Auf der Gegenseite blieben zwei Distanzschüsse und ein Freistoß von Felix Klaus sichere Aufgaben für Johannes Schenk. Trotzdem kippte das Spiel nicht zugunsten der Hausherren. Nach dieser Drangphase verloren beide Mannschaften wieder etwas an Tempo, und weil auch die Abschlüsse der eingewechselten Tobias Raschl und Lars Lokotsch nicht den Weg ins Tor fanden, blieb es am Ende bei einem Ergebnis, das für Münster zu wenig ist.

Die Defensive macht Hoffnung, doch im Abstiegskampf fehlen weiter die Tore

Nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung deshalb deutlich größer als jede Erleichterung über den nächsten Punkt. Münster hat nun zweimal in Folge zu null gespielt, was angesichts der schwierigen Wochen davor ein klares Signal für mehr Stabilität ist. Gleichzeitig bleibt die Offensive das große Problem. Die Mannschaft hält Spiele inzwischen wieder offen, sie arbeitet konzentriert gegen den Ball und sie kommt auch zu Chancen. Was fehlt, ist die Konsequenz in den entscheidenden Momenten. Genau das macht die Lage im Abstiegskampf so heikel, denn mit ordentlichen Auftritten allein lässt sich die Tabellensituation nicht entscheidend verbessern.

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Alois Schwartz formulierte die Gemütslage nach dem Spiel entsprechend deutlich: „Die Möglichkeiten, das Tor zu machen, waren da. Jetzt haben wir 180 Minuten hinten zu Null gespielt, vorne aber auch. Zwei Punkte aus den beiden letzten Spielen sind für die aktuelle Situation zu wenig. Letztendlich muss ich trotzdem sagen: Die Einstellung stimmt, wir waren eine Mannschaft auf dem Platz, die bis zum Schluss gekämpft hat. Mit ein bisschen mehr Ruhe machen wir vielleicht das entscheidende Ding.“ Quelle: scpreussen-muenster.de/liveticker/

Auch aus der Mannschaft heraus war der Frust klar zu hören. Joshua Mees sagte: „Ich bin ehrlich gesagt sehr frustriert gerade. Wir stehen hinten gut, machen aber vorne unsere Chancen nicht.“ Quelle: scpreussen-muenster.de/liveticker/ Johannes Schenk zog den Vergleich zur Vorwoche und erklärte: „Ein bisschen fühle ich mich wie vergangene Woche in Kiel. Hinten nichts zugelassen, vorne die Chancen nicht gemacht.“ Quelle: scpreussen-muenster.de/liveticker/ Rico Preißinger sah trotz der Enttäuschung zumindest den Ansatz einer Entwicklung: „Rein nüchtern betrachtet, fehlt uns aber nur das 1:0.“ Quelle: scpreussen-muenster.de/liveticker/

Genau darin liegt nun die Aufgabe für die kommenden Wochen. Münster wirkt unter Schwartz geordneter, widerstandsfähiger und defensiv klarer. Doch ohne eigene Tore bleibt jeder Fortschritt unvollständig. Gegen Fürth war der SCP dem Sieg näher, hat sich dafür aber nicht belohnt. Deshalb fühlt sich dieses 0:0 eher wie eine verpasste Chance an als wie ein gewonnener Punkt.

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