
Münster. In Münster verschärft sich nach den aktuellen Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen die politische Debatte. 818 Anmeldungen an den städtischen Gesamtschulen stehen 440 Absagen gegenüber. Nach SPD und Grünen hat sich nun auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in die Diskussion eingeschaltet. Alle drei Akteure sehen in den Zahlen einen klaren Beleg für zusätzlichen Handlungsbedarf.
Damit reagiert die Schulpolitik Münster auf eine Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnet. Die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen übersteigt deutlich das vorhandene Angebot. Während CDU und FDP unter anderem ein gleichzeitiges Anmeldeverfahren für alle Schulformen fordern, setzen SPD, Grüne und GEW vor allem auf den Ausbau der Kapazitäten.
Die SPD-Ratsfraktion bewertet die 440 Ablehnungen als eindeutiges Signal, dass die bestehenden Plätze nicht ausreichen. Nach Darstellung der Sozialdemokraten unterstreichen die 818 Anmeldungen die hohe Akzeptanz der Gesamtschulen in Münster. Die Partei fordert deshalb, den Ausbau mit oberster Priorität voranzutreiben.
Konkret verweist die SPD auf den bereits gefassten Beschluss zur Errichtung einer vierten städtischen Gesamtschule im Bereich Gremmendorf und Angelmodde. Dieser Schritt sei notwendig, um die Schullandschaft bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Ein gleichzeitiges Anmeldeverfahren für alle Schulformen würde nach Auffassung der SPD an der hohen Nachfrage wenig ändern. Entscheidend sei die Schaffung zusätzlicher Plätze, nicht eine Veränderung der Verfahrensabläufe.
Grüne sehen Erfolgsmodell und halten am Verfahren fest
Auch die Grünen im Rat der Stadt Münster werten die gestiegenen Anmeldezahlen als Bestätigung für die Attraktivität der Gesamtschulen. Nach ihren Angaben ist die Zahl der Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Gleichzeitig seien erneut zahlreiche Kinder abgewiesen worden, was den bestehenden Engpass verdeutliche.
Die Grünen betonen, dass die vierte Gesamtschule im Südosten der Stadt dringend benötigt werde. Langfristig solle erreicht werden, dass alle Kinder die von ihnen und ihren Eltern gewählte Schulform besuchen können.
In der Auseinandersetzung um das Anmeldeverfahren sprechen sich die Grünen klar für das bisherige vorgezogene Verfahren aus. Nach ihrer Einschätzung ermögliche es abgewiesenen Kindern, im Anschluss realistische Chancen auf alternative Schulplätze wahrzunehmen. Während Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien in Münster ausreichend Plätze anbieten könnten, bleibe die Situation bei den Gesamtschulen angespannt. Die Bildung Münster stehe daher weiterhin vor strukturellen Herausforderungen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft schließt sich der Forderung nach mehr Gesamtschulplätzen ausdrücklich an. Aus Sicht der GEW ist es nicht hinnehmbar, dass 440 Schülerinnen und Schüler keinen Platz an einer Gesamtschule erhalten haben. Die Gewerkschaft begrüßt daher die Planungen der Stadt für eine vierte städtische Gesamtschule in Angelmodde und erwartet eine zügige Umsetzung.
Zugleich weist die GEW darauf hin, dass die hohe Nachfrage kein kurzfristiges Phänomen sei. Die Zahlen seien seit Jahren eindeutig und belegten einen strukturellen Mehrbedarf in Münster und der gesamten Region. Neben dem Ausbau einzelner Standorte fordert die Gewerkschaft daher eine stärkere regionale Abstimmung in der Schulentwicklungsplanung. Schulpolitik Münster müsse über Stadtgrenzen hinaus gedacht werden, um langfristig tragfähige Lösungen zu schaffen.
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