
Münster. Der Herbstsend in Münster ist am Sonntagabend nach neun Veranstaltungstagen zu Ende gegangen. Trotz einer geschätzten Besucherzahl von 210.000 bis 220.000 Menschen fällt die Bilanz der Schausteller durchwachsen aus. Philipp Heitmann, erster Vorsitzender des Schaustellerverbands Münsterland e. V., berichtete im Gespräch mit MS Aktuell von einem schwierigen Verlauf. Besonders das schlechte Wetter am ersten Wochenende und der deutliche Besucherrückgang am abschließenden Samstag hätten die Veranstaltung belastet. Positiv fällt dagegen die Bewertung des neuen Sicherheitskonzepts aus.
Der Herbstsend 2026 begann am 24. Oktober unter schwierigen Wetterbedingungen. Regen, niedrige Temperaturen und kräftiger Wind machten den Schaustellern insbesondere am ersten Wochenende zu schaffen. Das erste Wochenende sei „ins Wasser gefallen“, erklärte Heitmann. Erst im weiteren Verlauf hätten sich die Bedingungen verbessert und die Besucherzahlen wieder erholt.
Auch der zweite Samstag, der 31. Oktober, verlief nach Einschätzung von Heitmann enttäuschend. „Samstag ist so eingebrochen wegen der Demonstration“, sagte der Schaustellerchef im Gespräch mit MS Aktuell. An dem zeitgleich stattfindenden Protestzug unter dem Motto „Gen Z regelt“ beteiligten sich laut Polizei in der Spitze rund 1.700 Menschen. Die Demonstration führte zeitweise zu Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt.
Insgesamt schätzt Heitmann die Besucherzahl auf 210.000 bis 220.000 Menschen. Die genaue Zahl sei allerdings „schwer einzuschätzen“. Anders als in den vergangenen beiden Jahren gab es diesmal keine Umzäunung mit Einlasskontrollen und Zählstellen, sodass keine exakten Besucherzahlen erfasst wurden.
Rund 162 Schaustellerbetriebe waren auf dem Schlossplatz vertreten. Zu den Attraktionen gehörte das 65 Meter hohe Propellerkarussell „Airborne“. Weitere Höhepunkte waren der Familientag und das traditionelle Feuerwerk.
Positiv bewertet Heitmann das veränderte Sicherheitskonzept auf dem Schlossplatz. Erstmals verzichtete die Stadt Münster auf die bisherige Umzäunung des Festgeländes und setzte stattdessen auf eine Überwachung mit Videokameras. Nach Einschätzung des Schaustellerchefs habe das neue Konzept gut funktioniert. Es sei „alles in Ordnung“ gewesen, erklärte Heitmann gegenüber MS Aktuell.
Diese Einschätzung teilt auch die Stadtverwaltung. Nach Angaben des Ordnungsamtes habe sich das Sicherheitskonzept bewährt, das bereits beim Nordrhein-Westfalen-Tag im Sommer während der Blaulicht-Meile auf dem Schlossplatz eingesetzt worden war. Der Kommunale Ordnungsdienst habe während der neun Veranstaltungstage lediglich einige kleinere Einsätze verzeichnet. Unter anderem seien stark alkoholisierte Personen vom Festgelände verwiesen worden. Insgesamt sei der Herbstsend ruhig und friedlich verlaufen.
Nach dem Ende des Herbstsends steht auch der Termin für die nächste große Kirmes in Münster fest. Der Frühjahrssend findet vom 3. bis zum 11. April 2027 auf dem Schlossplatz statt. Damit beginnt die neue Send-Saison erneut mit einer neuntägigen Veranstaltung.
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