
Münster. In Münster steht das Wohnungsunternehmen LEG nach der Kündigung der Initiative „Berg Fidel Solidarisch“ im Zentrum einer politischen Debatte. Mehrere Ratsmitglieder werfen dem Konzern vor, kritische Stimmen im Stadtteil Berg Fidel zu schwächen. Die Entscheidung verschärft die Diskussion um Wohnraum, Mieterrechte und die soziale Verantwortung großer Vermieter in Münster.
Die LEG verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 6.000 Wohnungen im Stadtgebiet und zählt damit zu den größten Akteuren auf dem lokalen Wohnungsmarkt. Dass nun ausgerechnet eine Initiative betroffen ist, die sich seit Jahren mit Missständen im Quartier befasst, sorgt parteiübergreifend für deutliche Reaktionen.
Vertreterinnen und Vertreter der Linkspartei kritisieren die Kündigung als falsches Zeichen im Umgang mit zivilgesellschaftlichem Engagement. Nach ihrer Darstellung unterstütze „Berg Fidel Solidarisch“ seit Jahren Mieterinnen und Mieter, die sich mit baulichen Mängeln, fehlender Erreichbarkeit der Hausverwaltung oder strittigen Nebenkostenabrechnungen konfrontiert sehen. Die Initiative habe damit eine Lücke geschlossen, die aus Sicht der Ratsmitglieder bislang nicht ausreichend durch politische Instrumente abgedeckt werde.
In den Stellungnahmen wird die Befürchtung geäußert, dass wirtschaftliche Macht genutzt werden könnte, um kritische Auseinandersetzungen zu begrenzen. Einzelne Kommunalpolitiker verweisen in diesem Zusammenhang auf die grundgesetzlich verankerte Sozialbindung von Eigentum und fordern eine klare Positionierung gegenüber großen Wohnungsunternehmen. Auch weitergehende politische Maßnahmen werden in den Raum gestellt, sollte sich der Eindruck erhärten, dass unternehmerische Entscheidungen gezielt gegen kritische Initiativen gerichtet sind.
Die Entwicklung wird damit zu einem weiteren Kapitel in der wohnungspolitischen Debatte in Münster. Angesichts steigender Mieten, begrenzter Flächen und wachsender Nachfrage steht der Umgang mit großen Wohnungsbeständen regelmäßig im Fokus öffentlicher Diskussionen.
Auch die Ratsgruppe von Die PARTEI und ÖDP äußert deutliche Bedenken. Nach ihrer Einschätzung nutze die LEG ihre starke Marktposition im Stadtteil aus. Besonders kritisch bewertet wird, dass die Initiative sich bereits vor Abschluss des Mietvertrags öffentlich mit dem Geschäftsgebaren des Unternehmens auseinandergesetzt habe. Vor diesem Hintergrund wird die rechtliche Grundlage der Kündigung hinterfragt.
Zugleich verbinden die Ratsmitglieder ihre Kritik mit Forderungen nach einer langfristigen Strategie für den Wohnungsbestand in Berg Fidel. In Teilen des Quartiers bestehe Sanierungsbedarf. Erwartet würden klare Konzepte zur Modernisierung sowie Maßnahmen zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts. Statt einer Kündigung brauche es aus ihrer Sicht Investitionen und Dialog.
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