Josef-Pieper-Preis verliehen: Proteste in Münster begleiten umstrittene Auszeichnung

Kritik an Preisverleihung an Bischof Robert Barron nimmt zu: Auch die Katholisch-Theologische Fakultät äußert sich nun deutlich.
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Der Josef-Pieper-Preis für Robert Barron ist am Sonntag in Münster offiziell verliehen worden – trotz massiver Kritik im Vorfeld. Während die Josef-Pieper-Stiftung den US-amerikanischen Bischof für seine mediale Reichweite in der christlichen Verkündigung lobte, protestierten zahlreiche Gruppen vor der Überwasserkirche gegen seine politischen und theologischen Positionen. Der Festakt im Priesterseminar Borromaeum fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und sorgte für zusätzlichen Unmut.

Josef-Pieper-Preis für Robert Barron: Auszeichnung trotz breiter Kritik

Robert Barron, Bischof aus Winona-Rochester (Minnesota), wurde von der Stiftung für sein Medienprojekt „Word on Fire“ geehrt. Über 500.000 Follower auf Instagram, regelmäßige Videos, Bücher wie „Streiten wir für Religion“ (Herder, 2023): Für die Josef-Pieper-Stiftung Grund genug, Barron mit dem Preis auszuzeichnen. Doch die Ehrung blieb nicht ohne Widerspruch – im Gegenteil: Der Widerstand gegen Barrons Auszeichnung war breit aufgestellt und reichte von kirchennahen Gruppen bis zur lokalen Politik.

Proteste in Münster: Grüne, Jugendverbände und queere Initiativen demonstrieren

Rund 50 Personen protestierten am Sonntag vor der Überwasserkirche, in der Barron zuvor einen Gottesdienst feierte – nur für geladene Gäste. Aufgerufen hatten unter anderem der Katholische Deutsche Frauenbund (KFD), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) sowie die Grünen Münster. Unter dem Motto „Kein Applaus für Ausgrenzung“ wandten sich die Teilnehmenden gegen Barrons theologische Haltung, insbesondere seine Aussagen zur LGBTQ-Community und seine Nähe zu rechten Strömungen. An die Kirchenmauer wurden Graffiti wie „Fuck Trump“ gesprüht – als Protest gegen Barrons politisches Umfeld.

Innerkirchliche Kritik und mangelnde Transparenz

Nicht nur Demonstrierende, auch führende Kirchenvertreter äußerten sich kritisch. Stadtdechant Ulrich Messing verurteilte öffentlich die Nicht-Öffentlichkeit der Veranstaltung und sprach sich gegen Ausgrenzung aus. Auch die katholisch-theologische Fakultät der Universität Münster zeigte sich irritiert. Der Ausschluss unabhängiger Medien wie WDR und dpa verstärkte den Eindruck eines abgeschotteten Events.

Kirche verteidigt Preisvergabe an Barron

Trotz aller Kritik gab es auch Unterstützung. Diözesanadministrator Antonius Hamers betonte, die Kirche müsse auch unbequeme Stimmen aushalten können. Der Katholische Lehrerinnenverband sprach sich ebenfalls für die Preisvergabe aus.

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