
Mallorca/Münster. Ein Gericht in Palma de Mallorca hat im Verfahren gegen die als „Kegelbrüder“ bekannt gewordenen Touristen aus dem Münsterland eine deutliche Korrektur vorgenommen. Die ursprünglich hinterlegte Kaution in Höhe von 500.000 Euro wurde auf 131.430,60 Euro reduziert. Damit erhalten die Beschuldigten insgesamt 368.569,40 Euro zurück. An der Anklage wegen mutmaßlicher Brandstiftung ändert diese Entscheidung jedoch nichts.
Die Gruppe stammt aus dem Münsteraner Stadtteil Albachten und war im Zusammenhang mit einem Großbrand an der Playa de Palma im Mai 2022 bundesweit in die Schlagzeilen geraten.
Nach den bekannt gewordenen Angaben begründet das Gericht die deutliche Senkung der Kaution mit einer Neubewertung der Schadenshöhe. Die ursprüngliche Einschätzung sei nicht mehr haltbar gewesen und habe in keinem angemessenen Verhältnis zu den tatsächlich nachweisbaren Schäden gestanden.
In dem Beschluss wird damit indirekt auch das Vorgehen im frühen Ermittlungsverfahren kritisiert. Die Höhe der Sicherheitsleistung hatte sich maßgeblich an einer sehr hohen Schadensannahme orientiert. Diese Grundlage wurde nun verworfen, was zu der erheblichen Rückzahlung führte.
Unabhängig von der Kautionsentscheidung müssen sich weiterhin acht Männer vor Gericht verantworten. Die spanische Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, den Brand vorsätzlich verursacht zu haben. Gefordert werden nach Medienberichten Haftstrafen von bis zu sieben Jahren sowie zusätzlich Schadenersatz in Höhe von 100.000 Euro.
Ein Termin für den Beginn der Hauptverhandlung steht bislang nicht fest. Das Verfahren zieht sich damit bereits seit mehreren Jahren hin und bleibt juristisch offen.
Ausgangspunkt des Verfahrens ist ein Feuer, das am 20. Mai 2022 in einer Bar an der Playa de Palma ausbrach. Laut Anklage sollen die Beschuldigten vom Balkon ihres Hotelzimmers aus brennende Zigaretten und Alkohol auf das Dach des Lokals geworfen haben. Das Feuer griff in der Folge auf weitere Bereiche über.
Mehrere Menschen erlitten leichte Verletzungen. Neben der Brandstiftung wird den Angeklagten deshalb auch Körperverletzung vorgeworfen. Die Männer bestreiten die Anschuldigungen bis heute und verweisen auf die aus ihrer Sicht unklare Beweislage.
Die Reduzierung der Kaution stellt für die Beschuldigten eine spürbare finanzielle Entlastung dar. Juristisch ist sie jedoch nicht als Vorentscheidung über Schuld oder Unschuld zu werten. Maßgeblich bleibt, wie das zuständige Gericht die Beweise in der Hauptverhandlung würdigt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu