
Der neue Koalitionsvertrag für Münster ist offiziell besiegelt. Die Rathauskoalition aus Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Volt hat ihre Vereinbarung unterzeichnet und damit den politischen Rahmen für die Ratsperiode 2025 bis 2030 festgelegt. Nach mehreren Wochen interner Abstimmungen markiert die Unterzeichnung den formalen Start der weiteren Zusammenarbeit im Rat der Stadt Münster.
Unterzeichnet wurde der Koalitionsvertrag bei einem Termin im Rathaus. Beteiligt waren Birgit Wolters, Jörg Rostek, Maren Berkenheide, Dorothee Höpfner, Lia Kirsch, Andrea Blome, Albert Wenzel und Christoph Strässer. Begleitet wurde der Termin von der gemeinsamen Botschaft, man blicke zuversichtlich auf die kommenden Jahre der Zusammenarbeit.
Der Vertrag war bereits am 19. Januar 2026 öffentlich vorgestellt worden. In den darauffolgenden Tagen und Wochen holten die beteiligten Parteien ihre parteiinternen Beschlüsse ein. Bei den Grünen fiel das Votum am 24. Januar in einer Mitgliederversammlung deutlich zugunsten der Fortsetzung der Koalition aus.
Der Koalitionsvertrag umfasst rund 70 Seiten und deckt mehr als 20 Themenfelder ab. Die Koalition tritt unter dem Leitmotiv „Koalition für ein soziales, ökologisches und zufriedenes Münster“ an. Inhaltlich baut das Bündnis auf der Zusammenarbeit der vergangenen fünf Jahre auf und formuliert zugleich konkrete Vorhaben für die laufende Ratsperiode.
Ein zentrales Handlungsfeld ist die Wohnungspolitik. In neuen Quartieren sollen mindestens 30 Prozent geförderter Wohnraum entstehen. Genossenschaftliche Modelle und gemeinschaftliche Wohnformen sollen stärker unterstützt werden. Städtische Grundstücke will die Koalition bevorzugt im Erbbaurecht vergeben, um langfristig Einfluss auf Nutzung und Mietpreise zu behalten. Ergänzend ist ein Ausbau der Wohnungsaufsicht und der systematischen Leerstandsverfolgung vorgesehen.
In der Klima- und Energiepolitik hält das Bündnis am Ziel der Klimaneutralität bis 2030 fest. Beschlussvorlagen sollen künftig systematisch auf ihre Klimawirkung geprüft werden. Photovoltaik auf geeigneten städtischen Gebäuden soll zum Standard werden, ergänzt durch einen stärkeren Fokus auf Geothermie, Wärmepumpen und Fernwärme. Maßnahmen zur Klimaanpassung wie Entsiegelung, mehr Grünflächen und das Schwammstadt-Prinzip sind ebenfalls Bestandteil des Vertrags.
In der Verkehrspolitik setzt die Koalition klar auf eine Verschiebung der Prioritäten. Fuß-, Rad- und Busverkehr sollen Vorrang haben. Geplant sind der Ausbau von Metrobuslinien mit dichteren Takten, ein weiterentwickeltes Fahrradnetz sowie zusätzliche Maßnahmen zur Verkehrssicherheit auf Basis einer Radunfallstudie. Tempo 30 soll dort, wo es rechtlich möglich ist, zum Regelfall werden, insbesondere in Stadtteilzentren. Für den Bereich „Am Bült“ ist ein einjähriger Verkehrsversuch vorgesehen, bei dem ein Durchfahrtstopp für Autos erprobt werden soll.
Im sozialen Bereich plant die Koalition den Ausbau sogenannter Dritter Orte als wohnortnahe Treffpunkte. Der Masterplan Wohnungslosigkeit soll fortgeführt, Housing-First-Ansätze weiter ausgebaut werden. Inklusion und Barrierefreiheit sollen systematisch erfasst und verbessert werden.
In Bildung und Jugend setzt das Bündnis auf einen qualitativen Ausbau des Ganztags ab 2026, eine Stärkung der Schul- und Kita-Sozialarbeit sowie verbindlichere Formen der Jugendbeteiligung. Schulen sollen energetisch saniert und digital weiterentwickelt werden, ergänzt durch mehr konsumfreie Treffpunkte für junge Menschen.
Für Verwaltung und Wirtschaft in Münster kündigt der Koalitionsvertrag eine stärker serviceorientierte Stadtverwaltung an. Schnellere Genehmigungen, klarere Zuständigkeiten und ein zentrales Serviceportal mit ergänzender Stadt-App sollen digitale Angebote bündeln, ohne die persönliche Beratung zu ersetzen. Gründungen, insbesondere im nachhaltigen und technologischen Bereich, sollen gezielt gefördert werden.
Im Rat der Stadt stellt sich die aktuelle Sitzverteilung wie folgt dar: Die Grünen verfügen über 21 Sitze, die CDU über 20, die SPD über 9, Die Linke über 6 und Volt über 3. Hinzu kommen kleinere Ratsgruppen von FDP, AfD sowie Die PARTEI/ÖDP und ein fraktionsloses Mitglied. Insgesamt sitzen 38 Männer und 28 Frauen im Rat.
Die Koalition aus Grünen, SPD und Volt kommt damit auf 33 Mandate. Ergänzend ist der Oberbürgermeister kraft Gesetzes Mitglied des Rates. Seit dem 1. November 2025 ist dies Tilman Fuchs. Diese Konstellation erklärt, warum das Bündnis in Abstimmungen regelmäßig auf eine tragfähige Mehrheit bauen kann.
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