Kunstprojekt im LWL-Museum Münster: Besucher werden mit Tattoos Teil der Installation

Tätowierungen als Kunst: Im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster sind im März wieder Tattoos im Rahmen einer Installation möglich.
Am Langen Freitag im März (13.3.) bietet das LWL-Museum für Kunst und Kultur Tätowierungen an. Foto: LWL / Hanna Neander

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Münster. Im LWL-Museum Münster wird Kunst derzeit nicht nur betrachtet, sondern buchstäblich unter die Haut gebracht. Bei einer besonderen Aktion rund um ein internationales Kunstprojekt lassen sich Besucher im Museum tätowieren und werden damit Teil eines dauerhaften Kunstwerks. Die Idee knüpft an eine Installation an, die bereits während der Skulptur Projekte 2017 in Münster für große Aufmerksamkeit sorgte.

Das Konzept geht auf den US-Künstler Michael Smith zurück. Seine Arbeit „Not Quite Under_Ground“ war Teil der Skulptur Projekte 2017 und verband Tattoo-Kunst mit einem internationalen Netzwerk von Teilnehmern. Menschen konnten sich damals in einem temporären Studio Motive stechen lassen, die Bezug zu Kunstwerken der Ausstellung hatten. Die Aktion zog zahlreiche Interessierte an, sodass sich in der Münsteraner Innenstadt lange Warteschlangen bildeten.

Fast ein Jahrzehnt später wird diese Idee erneut aufgegriffen. Im LWL-Museum für Kunst und Kultur beobachten Besucher nun, wie Teilnehmer sich Motive tätowieren lassen und damit Teil des Projekts werden. Das Tattoo wird so nicht nur zu einem persönlichen Symbol, sondern gleichzeitig zu einem Element eines global angelegten Kunstwerks.

Besucher lassen sich Motive aus der Münsteraner Kunstszene tätowieren

Bei der aktuellen Aktion im Museum greifen viele Teilnehmer Motive auf, die eng mit der Kunstgeschichte Münsters verbunden sind. Dazu gehören auch die bekannten Billardkugeln am Aasee. Das Werk mit dem Titel „Giant Pool Balls“ des Künstlers Claes Oldenburg gehörte bereits zur ersten Ausgabe der Skulptur Projekte im Jahr 1977 und zählt bis heute zu den bekanntesten Kunstinstallationen im Stadtbild.

Ein Besucher aus Korbach in Hessen ließ sich dieses Motiv nun im Museum tätowieren. Für ihn ist das Tattoo bereits das siebte. Schon während der Skulptur Projekte 2017 war er nach Münster gekommen, um an dem damaligen Tattoo-Projekt teilzunehmen. Aufgrund des großen Andrangs blieb ihm damals jedoch kein Termin mehr für ein eigenes Motiv.

Jetzt nutzte er die Gelegenheit im Museum, um das Vorhaben nachzuholen. Das Tattoo soll für ihn nicht nur ein persönliches Erinnerungsstück sein, sondern auch eine Verbindung zur Kunstgeschichte der Stadt darstellen. Besucher verfolgen im Museum interessiert, wie die Tätowierungen entstehen und welche Motive gewählt werden. Die Aktion macht sichtbar, wie sich Kunst, persönlicher Ausdruck und öffentliche Kultur miteinander verbinden lassen.

Auch ältere Teilnehmer wagen erstmals ein Tattoo

Unter den Teilnehmern sind nicht nur erfahrene Tattoo-Fans, sondern auch Menschen, die erstmals ein Motiv auf ihre Haut bringen lassen. Eine 77-jährige Frau aus Porta Westfalica entschied sich beispielsweise für ihr erstes Tattoo. Schon während der Aktion im Jahr 2017 hatte sie überlegt, an dem Projekt teilzunehmen, sich damals aber im letzten Moment dagegen entschieden.

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Fast zehn Jahre später wagte sie nun den Schritt. Begleitet von ihrer Tochter kam sie ins LWL-Museum, um das Projekt doch noch mitzuerleben. Als Motiv wählte sie einen Schmetterling, der oberhalb des Knöchels gestochen wurde. Während der Sitzung musste sie zwar sichtbar die Zähne zusammenbeißen, blieb aber bei ihrer Entscheidung.

Die Aktion zeigt, dass das Zusammenspiel von Kunstprojekt und Tattoo viele Menschen weiterhin fasziniert. Besucher werden nicht nur zu Beobachtern, sondern können selbst Teil des Werkes werden. Damit entsteht eine ungewöhnliche Form der Beteiligung, bei der ein Museumsbesuch dauerhaft sichtbar bleibt.

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