
Münsterland/ Kreis Steinfurt. Die beste Landwirtin Deutschlands kommt aus dem Münsterland: Theresa Ungru aus Hörstel-Dreierwalde im Kreis Steinfurt hat den CERES AWARD 2026 gewonnen. Bei der Preisverleihung am Mittwochabend, 21. Oktober, in Berlin erhielt sie nicht nur die Auszeichnung als Landwirtin des Jahres, sondern gewann auch die Kategorie „Unternehmerin des Jahres“. Insgesamt ist der Doppelsieg mit einem Preisgeld von 21.000 Euro verbunden.
Die Landwirtin führt seit 2012 den Familienbetrieb Hof Ungru in Hörstel-Dreierwalde. Auf 110 Hektar Ackerfläche betreibt sie Landwirtschaft und verfügt über knapp 2.000 Schweinemastplätze. Nach Angaben des Veranstalters setzt sie bei der Tierhaltung auf ein eigenes Tierwohlkonzept sowie Standards der Initiative Tierwohl. Im Ackerbau nutzt sie regenerative Bewirtschaftungsmethoden, um den Betrieb unter anderem widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden und Starkregen zu machen.
Neben der klassischen Landwirtschaft engagiert sich Ungru in der regionalen Energieversorgung. Sie ist Mitgeschäftsführerin zweier Bürgerwindparks mit insgesamt 18 Windkraftanlagen. Diese erzeugen nach Angaben des Veranstalters Strom für etwa 30.000 Haushalte. Darüber hinaus war Ungru maßgeblich an der Gründung des Bürgerenergieverbunds Steinfurt beteiligt. In diesem Netzwerk sind elf Bürgerwindparks aus dem Kreis Steinfurt mit insgesamt 84 Anlagen und rund 3.500 direkt beteiligten Menschen vertreten.
Gerade diese Verbindung verschiedener Geschäftsfelder überzeugte die Jury. Sie würdigte insbesondere die Entwicklung des landwirtschaftlichen Betriebs und Ungrus unternehmerische Tätigkeit im Bereich der erneuerbaren Energien. Ihr persönliches Motto lautet: „Stillstand ist Rückschritt.“
Die Auszeichnung wurde bei der sogenannten Nacht der Landwirtschaft im Veranstaltungszentrum KOSMOS in Berlin verliehen. Rund 300 Gäste aus Politik, Landwirtschaft, Wirtschaft und Verbänden nahmen nach Angaben des Veranstalters an der Veranstaltung teil. Insgesamt hatten 21 Finalistinnen und Finalisten die letzte Auswahlrunde erreicht.
Der CERES AWARD wird vom Fachmedium agrarheute vergeben und fand 2026 zum 13. Mal statt. Neben dem Gesamttitel werden Preise in verschiedenen landwirtschaftlichen Kategorien verliehen. Die Jury berücksichtigt dabei unter anderem die betriebliche Entwicklung, unternehmerische Entscheidungen und den Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Mit Theresa Ungru gewann erst zum dritten Mal eine Frau den Gesamttitel. Für ihren Sieg als Landwirtin des Jahres erhält sie 20.000 Euro. Weitere 1.000 Euro kommen durch die Auszeichnung in der Kategorie Unternehmerin hinzu, die vom Unternehmen QS Qualität und Sicherheit unterstützt wird.
Auf dem Weg zum Gesamtsieg setzte sich Theresa Ungru zunächst in der Kategorie Unternehmerin gegen Anna Laura Hübner aus Stuttgart und Isabel Schmidt aus Röhnblick durch. Anschließend entschied sich eine eigene Gesamtjury unter den sieben Kategoriesiegern für die Landwirtin aus dem Kreis Steinfurt. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer gratulierte den Preisträgern. Er verwies dabei besonders auf die Bedeutung von Unternehmerinnen in der Landwirtschaft.
Damit geht einer der wichtigsten deutschen Landwirtschaftspreise in diesem Jahr in den Kreis Steinfurt. Die Entscheidung rückt insbesondere die Verbindung von Schweinehaltung, Ackerbau und gemeinschaftlich organisierter Windenergie im Münsterland in den Mittelpunkt.
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