
Nordrhein-Westfalen. Die Zahl der stationären Behandlungen wegen starker Kopfschmerzen oder Migräne ist in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen. 2024 wurden insgesamt 16.169 entsprechende Behandlungsfälle registriert, 2023 waren es 14.944. Das entspricht einem Plus von rund 8,2 Prozent. Grundlage sind Daten des Statistischen Bundesamtes, die von der AOK NordWest ausgewertet wurden. Die Statistik zeigt allerdings nicht, wie viele Menschen insgesamt an Kopfschmerzen oder Migräne leiden: Erfasst werden ausschließlich vollstationäre Behandlungsfälle. Wird eine Person innerhalb eines Jahres mehrfach aufgenommen, kann sie auch mehrfach gezählt werden.
Von den 16.169 stationären Fällen im Jahr 2024 entfielen 11.018 auf Frauen und 5.151 auf Männer. Frauen machten damit gut 68 Prozent aller registrierten Behandlungen aus. Auch der Anstieg gegenüber dem Vorjahr fiel bei ihnen stärker aus: 2023 waren noch 10.070 weibliche Fälle gezählt worden, 2024 waren es rund 9,4 Prozent mehr. Bei Männern stieg die Zahl von 4.874 auf 5.151 und damit um etwa 5,7 Prozent.
Dass Frauen insbesondere von Migräne häufiger betroffen sind, entspricht auch der allgemeinen Verteilung der Erkrankung. Nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft leiden in Deutschland rund 14,8 Prozent der Frauen und sechs Prozent der Männer an Migräne.
Im längerfristigen Vergleich liegt die Zahl der Krankenhausbehandlungen weiterhin unter dem Niveau früherer Jahre. 2021 wurden in NRW noch 18.647 stationäre Kopfschmerz- und Migränefälle registriert. 2022 sank die Zahl auf 14.882 und blieb 2023 mit 14.944 nahezu unverändert. Mit 16.169 Fällen ging es 2024 wieder deutlich nach oben, dennoch lag die Zahl noch rund 13 Prozent unter dem Wert von 2021.
Zu den häufigsten primären Kopfschmerzarten zählen Spannungskopfschmerzen und Migräne. Während Spannungskopfschmerzen häufig nach einigen Stunden abklingen, können Migräneattacken nach Angaben der AOK zwischen vier und 72 Stunden dauern. Häufig kommen Licht-, Geräusch- oder Geruchsempfindlichkeit sowie Übelkeit und Erbrechen hinzu.
Bei regelmäßig auftretenden Beschwerden empfiehlt die AOK eine ärztliche Abklärung und warnt vor einem häufigen eigenständigen Gebrauch von Schmerzmitteln. Bei zu häufiger Einnahme können sogenannte Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerzen entstehen. Ein Kopfschmerzkalender kann dabei helfen, Häufigkeit, Dauer, mögliche Auslöser und die Wirkung einer Behandlung festzuhalten.
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