Münsters historische Windmühle verliert ihre Flügel: Das steckt dahinter

Die historische Windmühle im Mühlenhof Münster verliert ihre Flügel. Spezialisten restaurieren das Wahrzeichen bis 2027.
Foto: Freilichtmuseum Mühlenhof

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Münster. Auf dem Mühlenhof fehlt plötzlich ein markantes Stück Geschichte. Die historische Bockwindmühle am Aasee steht seit Anfang Oktober ohne ihre vier großen Flügel da. Grund ist eine umfassende Restaurierung des mehr als 270 Jahre alten Bauwerks. Spezialisten aus den Niederlanden haben mit den Arbeiten begonnen. Bis 2027 soll das Wahrzeichen des Freilichtmuseums wieder seine Flügel drehen können.

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Spezialisten aus den Niederlanden restaurieren die Bockwindmühle

Die Sanierung der Bockwindmühle im Mühlenhof Münster ist aufwendig. Für die Arbeiten wurde die niederländische Fachfirma Mühlenbau Vaags & Groot Wesseldijk aus Aalten beauftragt. Zunächst demontierten die Experten sämtliche Mühlenflügel. Einer davon wurde in die Niederlande transportiert und dient dort als Vorlage für die originalgetreue Anfertigung neuer Flügel.

Doch damit ist die Restaurierung längst nicht abgeschlossen. Auch die historische Treppe und der sogenannte Stert müssen erneuert werden. Dabei handelt es sich um einen langen Holzbalken, mit dem die gesamte Mühle in die jeweilige Windrichtung gedreht werden kann. Außerdem sollen beschädigte Holzschindeln ausgetauscht und weitere Wartungsarbeiten durchgeführt werden.

Warum sich die Sanierung der Mühle verzögert hat

Die Instandsetzung war bereits seit längerer Zeit geplant. Wie das Freilichtmuseum in seiner Sommerpublikation 2026 berichtet, bereitete insbesondere die Beschaffung eines geeigneten Eichenstamms für den Stert Schwierigkeiten. Als das benötigte Holz schließlich verfügbar war, standen die ursprünglich vorgesehenen finanziellen Mittel nicht mehr zur Verfügung. Ein neuer Förderantrag wurde notwendig.

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Durch Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Förderprogramm „Heimat-Zeugnis“ konnte die Restaurierung schließlich ermöglicht werden. Ursprünglich sollte die Mühle bereits im Herbst 2026 wieder betriebsfähig sein. Nach dem aktuellen Zeitplan wird nun 2027 angepeilt.

Historisches Wahrzeichen soll wieder Getreide mahlen

Die Bockwindmühle wurde 1748 errichtet und stammt ursprünglich aus Oberlangen im Emsland. Im Jahr 1961 wurde sie als erstes Gebäude auf dem heutigen Museumsgelände am Aasee wieder aufgebaut. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war die früher als Wilholter Mühle bekannte Anlage noch regulär in Betrieb. Bei guten Windverhältnissen konnten mit ihrem Mahlwerk täglich bis zu 50 Zentner Getreide verarbeitet werden.

Langfristig verfolgt das Museum ein besonderes Ziel: Die Mühle soll nicht nur restauriert, sondern möglichst wieder regelmäßig betrieben werden. Dafür möchte der Trägerverein perspektivisch einen ausgebildeten Müller einsetzen, der Besuchern das historische Handwerk näherbringt. Zunächst steht jedoch die denkmalgerechte Wiederherstellung des historischen Bauwerks im Mittelpunkt.

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