ADAC bestätigt: Münster bleibt Deutschlands Mobilitäts-Hauptstadt

ADAC-Studie überrascht: Münster bleibt vorne, verliert aber an Zufriedenheit
© Stadt Münster

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Münster. Ob mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Bus: In keiner der 29 untersuchten deutschen Mittelgroßstädte sind die Menschen mit ihrer Mobilität insgesamt so zufrieden wie in Münster. Das zeigt der neue ADAC Monitor 2026, der am Dienstag, 3. November, veröffentlicht wurde. Damit verteidigt die Stadt ihren Spitzenplatz aus dem Jahr 2021 und überzeugt besonders beim Radverkehr, beim Fußverkehr und im öffentlichen Nahverkehr. Doch die Ergebnisse zeigen auch, dass nicht alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen zufrieden sind. Vor allem beim Autoverkehr hat sich die Stimmung in den vergangenen fünf Jahren deutlich verschlechtert.

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Münster verteidigt Platz eins, verliert aber an Zufriedenheit

Mit einem Gesamtindex von 32 Punkten liegt Münster vor Freiburg im Breisgau und Erfurt, die jeweils 29 Punkte erreichen. Der Durchschnitt aller untersuchten Städte beträgt 17 Punkte. Bereits 2021 hatte Münster die Rangliste angeführt, damals allerdings noch mit 35 Punkten. Die Zufriedenheit ist somit auch in der Universitätsstadt gesunken, wenngleich weniger stark als im Durchschnitt der untersuchten Kommunen, wo der Index von 21 auf 17 Punkte zurückging.

Für den ADAC Monitor 2026 wurden im Juni rund 11.600 Einwohner, Pendler und Besucher der 29 Städte online befragt. Bewertet wurden die vier Mobilitätsformen Auto, öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Fahrrad und Fußverkehr, die jeweils zu einem Viertel in das Gesamtergebnis einflossen. Der Zufriedenheitsindex zeigt, um wie viele Prozentpunkte die positiven Bewertungen die negativen überwiegen.

Oberbürgermeister Tilman Fuchs sieht im erneuten Spitzenplatz eine Bestätigung der bisherigen Mobilitätsplanung, zugleich aber auch einen Auftrag für weitere Verbesserungen. „Rang eins im bundesweiten Vergleich ist eine schöne Bestätigung, aber kein Grund, sich zurückzulehnen“, erklärt Fuchs in einer Mitteilung der Stadt. Die Ergebnisse zeigten, dass Münster an vielen Stellen die richtigen Weichen gestellt habe, zugleich aber im Verkehrsalltag noch besser werden müsse.

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Münster beim Fahrrad- und Fußverkehr bundesweit vorne

Beim Fahrradverkehr verbessert sich Münster von 41 auf 45 Indexpunkte. Dennoch verliert die Stadt ihren ersten Platz aus dem Jahr 2021 knapp an Freiburg, das mit 46 Punkten vorne liegt. Münster belegt damit Rang zwei vor Kiel mit 38 Punkten. Besonders positiv bewerten die Befragten das Angebot an Radwegen, direkte Verbindungen zu ihren Zielen und die Radverkehrsführung an Kreuzungen. In diesen drei Einzelkategorien erreicht Münster die besten Werte aller untersuchten Städte. Auch bei der Zuverlässigkeit der Zielerreichung und beim Sicherheitsgefühl fällt die Bewertung positiv aus.

Beim Fußverkehr bleibt Münster ebenfalls an der Spitze des Städtevergleichs. Mit 42 Indexpunkten liegt die Stadt vor Potsdam mit 40 und Erfurt mit 39 Punkten. Allerdings ist die Zufriedenheit gegenüber 2021 deutlich zurückgegangen, als Münster noch 51 Punkte erreichte. Bundesweit besonders gut bewertet werden weiterhin die direkten Fußwege, die Aufenthaltsqualität und das Angebot gesicherter Querungsmöglichkeiten. Während sich die Zufriedenheit beim Fahrradverkehr somit verbessert hat, zeigt sich beim Fußverkehr trotz des Spitzenplatzes ein Rückgang.

ÖPNV verbessert sich, Autoverkehr verliert deutlich

Auch der öffentliche Nahverkehr wird in Münster besser bewertet als vor fünf Jahren. Der Zufriedenheitsindex steigt von 38 auf 42 Punkte, womit sich die Stadt vom fünften auf den vierten Platz verbessert. Vor Münster liegen Erfurt mit 54, Rostock mit 47 und Freiburg mit 43 Punkten. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis des ÖPNV erreicht Münster nach Angaben der Stadt sogar den besten Wert aller untersuchten Kommunen.

Deutlich schlechter fällt dagegen die Bilanz beim Autoverkehr aus. Hier sinkt der Zufriedenheitsindex von plus 11 Punkten im Jahr 2021 auf minus zwei Punkte im Jahr 2026. Damit überwiegen inzwischen die negativen Bewertungen. Während Münster vor fünf Jahren noch den ersten Platz in dieser Kategorie belegte, reicht es aktuell nur noch für Rang sieben. Im Vergleich mit den anderen Städten schneidet Münster allerdings weiterhin besser ab als der Durchschnitt, der beim Autoverkehr bei minus neun Punkten liegt. Lediglich Augsburg mit acht und Erfurt mit sieben Punkten erreichen positive Werte.

Besonders kritisch beurteilen die Befragten in Münster das Baustellenmanagement, die Höhe der Parkgebühren und das regelkonforme Verhalten von E-Scooter-Fahrern. Diese drei Bereiche werden auch im Durchschnitt aller untersuchten Städte besonders negativ bewertet.

Stadt Münster setzt auf Fahrradstraßen, Busspuren und neue Verkehrsprojekte

Die Stadtverwaltung will ihre Mobilitätsplanung auf Grundlage des 2024 beschlossenen Masterplans Mobilität fortsetzen. Dabei sollen Fußverkehr, Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr stärker miteinander verknüpft werden, ohne die Anforderungen des Autoverkehrs aus dem Blick zu verlieren. Stadtbaurat Robin Denstorff betont: „Eines unserer zentralen Ziele ist es, den Umweltverbund von Fuß-, Rad- und öffentlichem Nahverkehr weiter zu stärken.“ Die Befragungsergebnisse zeigten, dass sich Münster dabei auf einem guten Weg befinde, die angestrebten Ziele aber noch nicht vollständig erreicht seien.

Zu den Maßnahmen des laufenden Jahres gehören die Umgestaltung des Hessenwegs und der Kötterstraße zu sogenannten Fahrradstraßen Basis sowie Sanierungsarbeiten an der Veloroute zwischen Altenberge und Münster. Die Kötterstraße östlich von Handorf wurde bereits im April entsprechend umgestaltet und ist Teil der Veloroute zwischen Telgte und Münster. Beim öffentlichen Nahverkehr hat die Stadt unter anderem den Ausbau der Busspur auf der Weseler Straße und die dauerhafte Einrichtung der Umweltspur auf der Warendorfer Straße vorangetrieben. Die Weseler Straße soll nach den Vorgaben des Masterplans als erste Hauptverkehrsader Münsters zu einer leistungsfähigen ÖPNV-Achse ausgebaut werden.

Auch die geplante Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Münster und Sendenhorst gehört zu den größeren Verkehrsprojekten der Region. Nach Angaben der Stadt wurde die Finanzierung Mitte Oktober durch Förderzusagen von Bund und Land gesichert. Weitere Veränderungen betreffen den ruhenden Verkehr: Auf Grundlage des integrierten Parkraumkonzepts hat die Stadt in diesem Jahr neue Bewohnerparkzonen in Pluggendorf und im Erphoviertel eingerichtet. Außerdem wurden einem lokalen Carsharing-Anbieter zusätzliche öffentliche Stellplätze zur Verfügung gestellt, um das Angebot im Stadtgebiet auszubauen.

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