
Münster. Wohnungen sind in Münster knapp, freie Bauflächen ebenfalls. Nun hat der Stadtrat entschieden, wo in den kommenden Jahren neuer Wohnraum entstehen soll. Das Baulandprogramm bis 2035 sieht Flächen für bis zu 12.750 Wohnungen vor. Mehr als 20 Baugebiete stehen dabei besonders im Fokus. In einigen Stadtteilen könnten bereits bis 2028 die Voraussetzungen für erste Bauprojekte geschaffen werden.
Wie dringend neuer Wohnraum benötigt wird, zeigen die Zahlen der Stadt: Ende 2025 waren mehr als 320.000 Menschen in Münster gemeldet, während die Leerstandsquote bei gerade einmal 0,2 Prozent lag.
Gleichzeitig schrumpfen die verfügbaren Baulandreserven. In den Jahren 2024 und 2025 wurden Grundstücke für rund 450 Wohnungen baureif, während in bestehenden Baugebieten mehr als 1.100 Wohnungen entstanden. Ende 2025 reichten die verfügbaren Flächen noch für etwa 3.150 Wohneinheiten – weniger als die angestrebten 3.400.
Besonders konkret sind die Planungen in vier Stadtteilen. Dort könnten bis 2028 Grundstücke für insgesamt mehr als 1.100 neue Wohnungen in Münster baureif werden:
Albachten-Ost: rund 475 Wohnungen
Angelmodde, südlich der Hiltruper Straße: 260 bis 280 Wohnungen
Amelsbüren, nordwestlich Am Dornbusch: rund 200 Wohnungen
Handorf, Kirschgarten: etwa 180 Wohnungen
Die Planungen sind bereits abgeschlossen. In Albachten, Handorf und Amelsbüren wurden inzwischen auch Baustraßen angelegt. Bis tatsächlich gebaut werden kann, müssen allerdings noch weitere Erschließungsarbeiten erfolgen.
Bis 2035 will Münster zahlreiche weitere Flächen entwickeln. Hohe Priorität erhalten unter anderem Gebiete in Nienberge an der Feldstiege/Beerwiede, in Mauritz-Ost am Maikottenweg, in Wolbeck südlich Berdel sowie in Handorf nördlich der Kötterstraße und Hiltrup nördlich Osttor.
Der Schwerpunkt liegt auf Mehrfamilienhäusern: Sie sollen etwa 85 bis 90 Prozent der geplanten Wohnungen ausmachen. Weitere 10 bis 15 Prozent sind für Doppel-, Reihen- und andere Einfamilienhäuser vorgesehen.
Entscheidend für die Reihenfolge sind unter anderem die Lage, der Planungsstand und ökologische Anforderungen. Weniger dringliche Projekte sollen überwiegend erst in den 2030er-Jahren baureif werden.
Neu im Baulandprogramm sind unter anderem Flächen östlich der Tilsiter Straße in Roxel, nördlich der Altenberger Straße in Nienberge sowie das Klosterareal Pluggendorf. Für Letzteres und das Gasometer in Gremmendorf werden bestehende Planungen aufgrund veränderter wirtschaftlicher Bedingungen angepasst.
Rund 8.000 der vorgesehenen Wohnungen entfallen auf städtische Grundstücke oder Flächen mit konkreten Entwicklungsabsichten privater Vorhabenträger. An der Umsetzung sollen auch Wohn+Stadtbau und KonvOY mitwirken.
Bis die geplanten Wohnungen tatsächlich entstehen, dürfte allerdings noch Zeit vergehen. Der Ratsbeschluss schafft zunächst den Rahmen für die weitere Entwicklung. Weder sind damit alle Projekte genehmigt, noch steht fest, wie viele Wohnungen bis 2035 fertiggestellt werden.
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