Münster schlägt 41 Städte: Stadtwerke verteidigen Spitzenplatz bei Buspreisen

Münster liegt beim Fahrpreisvergleich vorn. Doch nicht alle Bustickets sind günstig. Welche Preise 2027 steigen und was sich für Fahrgäste ändert.
Die Busse in Münster sind im bundesweiten Vergleich am kostengünstigsten. (Foto Werner Szybalski / PB MSL)

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Münster. Für nur 31 Euro einen ganzen Monat lang Bus und Bahn fahren: Damit lässt Münster beim bundesweiten Vergleich der Nahverkehrspreise 41 andere Städte hinter sich. Bereits zum wiederholten Mal sichert sich die Stadt den Spitzenplatz im ÖPNV-Ranking. Doch der Erfolg hat auch eine Kehrseite. Wer nur gelegentlich mit dem Bus unterwegs ist, zahlt in Münster teilweise mehr als anderswo. Zudem stehen für 2027 bereits Tarifänderungen bevor. Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt das gute Abschneiden, macht aber deutlich, dass günstige Tickets allein noch keinen attraktiven Nahverkehr ausmachen.

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Münster führt bundesweiten Fahrpreisvergleich von 42 Städten an

Zum fünften Mal hat das Vergleichsportal testberichte.de die Fahrpreise im öffentlichen Personennahverkehr deutscher Großstädte und Landeshauptstädte untersucht. Insgesamt wurden 42 Städte berücksichtigt. Münster sicherte sich dabei erneut den Gesamtsieg und erreichte über zehn Bewertungskriterien hinweg eine durchschnittliche Platzierung von 6,8.

Hinter Münster folgen Potsdam und Schwerin auf den Plätzen zwei und drei. Zu den zehn bestplatzierten Städten gehören außerdem Bielefeld, Braunschweig, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Magdeburg, Freiburg und Bonn. Am unteren Ende des Rankings stehen Mannheim, Berlin und Augsburg. Besonders deutlich verbesserte sich Köln, das gegenüber dem Vorjahr um 20 Plätze auf Rang zwölf kletterte. Aachen und Kiel verloren dagegen jeweils 16 Plätze.

Für die Bewertung wurden unter anderem die Preise für Einzel- und Tageskarten, Monatsabonnements sowie Fahrkarten für Kinder untersucht. Auch die Kosten für die Mitnahme von Hunden und Fahrrädern flossen ein. Zusätzlich berücksichtigte das Portal das Verhältnis zwischen Einzelfahrpreisen und dem verfügbaren Einkommen der Einwohner. Die Datenerhebung erfolgte zwischen August und Anfang Oktober 2026.

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MünsterAbo für 31 Euro ist bundesweit besonders günstig

Entscheidend für Münsters Spitzenplatz im Fahrpreisvergleich 2026 ist das MünsterAbo. Mit einem monatlichen Preis von 31 Euro ist es das günstigste reguläre Monatsabonnement der untersuchten Städte. Auf dem zweiten Platz folgt Potsdam mit 43,50 Euro. Dort müssen Fahrgäste für ein vergleichbares Monatsangebot somit mehr als 40 Prozent zusätzlich bezahlen.

Das MünsterAbo ermöglicht die ganztägige Nutzung von Bussen und Bahnen innerhalb des Stadtgebiets. Es ist personengebunden und beinhaltet keine kostenlose Mitnahme weiterer Personen oder Fahrräder. Nach Berechnung des Vergleichsportals lohnt sich das Angebot bereits ab neun regulären Einzelfahrten im Monat. Auch bei der kostenlosen Mitnahme von Hunden erreicht Münster den ersten Platz.

Für Gelegenheitsfahrgäste fällt das Ergebnis allerdings weniger eindeutig aus. Ein reguläres Einzelticket kostet derzeit 3,60 Euro und bringt Münster lediglich auf Rang 13. Die Tageskarte für 6,80 Euro erreicht Platz sieben. Günstiger können Fahrgäste mit alternativen Angeboten unterwegs sein: Im Vorverkauf kostet das Einzelticket 3,20 Euro, während das elektronische 90-Minuten-Ticket bereits für 2,40 Euro erhältlich ist.

Pro Bahn fordert mehr Busspuren und bessere Pünktlichkeit

Der Fahrgastverband Pro Bahn Münsterland bewertet die Spitzenposition positiv und gratuliert den Stadtwerken Münster zu dem Ergebnis. Nach Einschätzung des Verbands sei der öffentliche Nahverkehr in Münster besser, als es sein Ruf und der vergleichsweise geringe Anteil an den zurückgelegten Wegen vermuten ließen.

Werner Szybalski, Vorsitzender von Pro Bahn in Münster, sieht trotz der günstigen Preise weiteren Handlungsbedarf. Damit mehr Menschen vom Auto auf den Bus umsteigen, müsse insbesondere die Pünktlichkeit verbessert werden. „Insbesondere die Pünktlichkeit hilft den Fahrgästen. Um die zu erreichen, brauchen wir Busspuren und Bevorrechtigung an Ampelanlagen“, erklärt Szybalski. Der Verband spricht sich zudem dafür aus, dass möglichst viele Menschen das MünsterAbo oder das Deutschlandticket nutzen.

Ein Blick auf die Verkehrsstatistik erklärt die Forderungen. Nach der Mobilitätsbefragung der Stadt Münster aus dem Jahr 2022 werden 47 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Der öffentliche Nahverkehr erreicht dagegen lediglich einen Anteil von acht Prozent. Insgesamt entfallen rund 74 Prozent der Wege auf den sogenannten Umweltverbund aus Fußverkehr, Fahrrad sowie Bus und Bahn. Günstige Ticketpreise allein führen demnach nicht automatisch zu einer stärkeren Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel.

Ab April 2027 ändern sich die Ticketpreise in Münster

Die Spitzenposition im Preisvergleich steht allerdings vor einer wichtigen Veränderung. Zum 1. April 2027 wird der WestfalenTarif umfassend reformiert. Gleichzeitig sollen die Fahrpreise im Münsteraner Stadtverkehr nach Angaben der Stadt im Durchschnitt um fünf Prozent steigen. Hintergrund sind insbesondere höhere Personal- und Betriebskosten.

Das MünsterAbo verteuert sich von derzeit 31 Euro auf 32,50 Euro monatlich. Das reguläre Einzelticket für Erwachsene wird dagegen um zehn Cent günstiger und kostet künftig 3,50 Euro. Auch Kinder zahlen mit 1,50 Euro zehn Cent weniger. Der Preis für die Tageskarte sinkt von 6,80 Euro auf 6,50 Euro. Das elektronische 90-Minuten-Ticket wird hingegen um zehn Cent auf 2,50 Euro angehoben. Vollständig abgeschafft wird das bisherige Kurzstreckenticket.

Zusätzlich vereinfacht der WestfalenTarif seine Struktur. Statt bislang zwölf Preisstufen soll es künftig nur noch vier geben. Für Fahrten innerhalb Münsters bleibt eine eigene lokale Preisstufe erhalten. Mit der Reform sollen die Ticketangebote übersichtlicher und digitale Tarife stärker berücksichtigt werden.

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