Münster stellt Weichen für den Schulbau der nächsten zehn Jahre

Münster legt fest, wie der sogenannte Bauturbo angewendet wird. Ziel sind schnellere Genehmigungen und mehr Wohnraum.
Foto: Caroline Muffert

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Münster. In Münster hat der Rat am Mittwoch, 25. März 2026, eine Prioritätenliste für den Schulbau der kommenden zehn Jahre beschlossen. Wie die Stadt mitteilt, sollen vor allem besonders dringende Vorhaben zügig vorbereitet und in den nächsten Jahren auf den Weg gebracht werden. Zu den zentralen Projekten gehören der Neubau der Matthias-Claudius-Schule in Handorf, der Umbau der Gesamtschule Münster-West in Roxel, Maßnahmen am Schulzentrum Hiltrup sowie weitere Umbauten mit Blick auf den künftigen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen.

Die Stadt ordnet die Vorhaben dabei nach Dringlichkeit. Projekte der höchsten Priorität sollen innerhalb von ein bis drei Jahren vorangebracht werden. Entsprechende Einzelbeschlüsse kündigt die Verwaltung bis zur Sommerpause 2026 an. Andere Maßnahmen können nach aktuellem Stand erst deutlich später folgen, abhängig vom konkreten Bedarf und von den finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Damit reagiert Münster auf wachsende Schülerzahlen, zusätzlichen Raumbedarf und die Aufgabe, Schulgebäude sowohl funktional als auch baulich an neue Anforderungen anzupassen.

Welche Schulbauprojekte in Münster jetzt Vorrang haben

Mit dem Beschluss hat der Rat zunächst einen Rahmen festgelegt, nach dem Schulbauprojekte in Münster künftig sortiert und priorisiert werden. Nach Angaben der Stadt spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle. Entscheidend sind vor allem steigende Schülerzahlen, zusätzlicher Platzbedarf an den Schulen, die Anforderungen durch die Ganztagsbetreuung an Grundschulen und der bauliche Zustand vorhandener Gebäude. Auch bereits laufende oder geplante Vorhaben an einzelnen Standorten wurden in diese Schulentwicklungsplanung für Münster einbezogen.

Die Stadt unterscheidet zwischen besonders dringenden Maßnahmen und Projekten, die erst mittel oder langfristig umgesetzt werden können. Vorhaben mit der höchsten Priorität sollen innerhalb von ein bis drei Jahren vorbereitet und beschlossen werden. Weniger dringliche Maßnahmen können sich dagegen über einen Zeitraum von sieben bis zehn Jahren erstrecken. Damit schafft Münster zwar eine Reihenfolge für den Ausbau der Schulen, entscheidet aber noch nicht abschließend über jedes einzelne Bauvorhaben.

Über Bauumfang und Finanzierung will der Rat jeweils später in gesonderten Verfahren entscheiden. Nach Angaben der Stadt reicht die Größenordnung der Investitionen von kleineren Maßnahmen unter einer Million Euro bis hin zu Projekten mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen Euro. Die Prioritätenliste soll außerdem nicht starr bleiben. Vielmehr kündigt die Verwaltung an, die Reihenfolge regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. So soll der Schulbau in Münster auf Veränderungen bei Schülerzahlen, Ganztagsangeboten und Gebäudebestand reagieren können.

Neubau der Matthias-Claudius-Schule in Handorf ist bereits beschlossen

Ein konkretes Großprojekt ist bereits beschlossen worden. Der Rat hat den Neubau für die Matthias-Claudius-Schule in Münster-Handorf auf den Weg gebracht. Vorgesehen ist ein neues dreizügiges Schulgebäude im Baugebiet Kirschgarten. Es soll das bisherige zweizügige Gebäude an der Drostestraße ersetzen. Nach Angaben der Stadt soll die Bauwerke Münster GmbH im vierten Quartal 2026 mit ersten Maßnahmen auf dem Grundstück beginnen. Die Fertigstellung ist für Ende 2028 vorgesehen.

Für den Neubau rechnet die Stadt mit Kosten von rund 32,4 Millionen Euro. Geplant ist ein barrierefreies Schulgebäude, das nach dem sogenannten Cluster-Konzept aufgebaut wird. Dieses Prinzip bündelt die Räume für Unterricht, Betreuung und Differenzierung jeweils jahrgangsbezogen. Hinzu kommen weitere eigenständige Bereiche für Mensa, Forum, Verwaltung, Hausmeisterwohnung und Musikschule, die jeweils separate Zugänge erhalten sollen. Auch die Außenanlagen sollen altersgerecht gestaltet werden.

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Nach Darstellung der Stadt soll der Neubau nicht nur mehr Platz schaffen, sondern auch die pädagogischen und organisatorischen Anforderungen eines modernen Schulstandorts erfüllen. Gleichzeitig versucht die Stadt, die Investitionskosten an einzelnen Stellen zu begrenzen. Deshalb wird nach aktuellem Beschluss auf dezentrale Lüftungsgeräte in den Klassenräumen verzichtet. Mit dem Neubau in Handorf setzt Münster damit eines der sichtbarsten Schulprojekte aus dem nun beschlossenen Zehnjahresplan bereits in eine konkrete Umsetzung um.

Gesamtschule Münster-West in Roxel wird umfassend umgebaut

Ebenfalls beschlossen ist der Umbau des Bestandsgebäudes der Gesamtschule Münster-West in Roxel. Wie die Stadt mitteilt, soll das Gebäude aus den 1970er Jahren funktional, technisch und pädagogisch grundlegend überarbeitet werden. Ziel ist es, die ehemalige Sekundarschule weiter zu einer modernen Gesamtschule auszubauen. Das Projekt ist Teil eines größeren Entwicklungsprozesses, der bereits läuft. Für einen Erweiterungsbau war nach Angaben der Stadt schon im Februar der Spatenstich erfolgt.

Im Bestandsgebäude sind umfassende Sanierungsmaßnahmen vorgesehen. Neben der Modernisierung der technischen Anlagen und der baulichen Substanz plant die Stadt neue Lerncluster, zusätzliche Differenzierungsräume, Aufenthaltsbereiche und ein Forum mit Platz für bis zu 600 Personen. Damit soll der Standort nicht nur baulich erneuert, sondern auch stärker auf zeitgemäße pädagogische Konzepte ausgerichtet werden. Der Umbau gehört damit zu den größten Einzelprojekten im Bereich Schulen Münster.

Die Stadt beziffert die Investitionskosten für Umbau und Sanierung auf rund 46,5 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, die Fertigstellung für das zweite Quartal 2028. Nach Angaben der Verwaltung spielt auch Nachhaltigkeit bei dem Vorhaben eine wichtige Rolle. Bestehende Baustoffe und Bauteile sollen möglichst wiederverwendet werden. Außerdem sollen die vorhandenen Betonaußenwände durch vorgefertigte Holzrahmenelemente ersetzt werden. Zusammen mit weiteren Projekten etwa in Hiltrup und beim Ausbau für den Ganztag zeigt der Beschluss, dass Münster den Schulbau in den kommenden Jahren deutlich stärker strukturieren und beschleunigen will.

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