Münster wird Drehkreuz für Intensivtransporte im Münsterland

Münster wird Zentrum für Intensivtransporte im Münsterland. Fünf Kommunen gründen neue Rettungsdienst-Trägergemeinschaft.
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Schwerkranke Patientinnen und Patienten, die von einer Klinik in eine andere verlegt werden müssen, brauchen mehr als einen gewöhnlichen Rettungswagen. Sie benötigen ein speziell ausgestattetes Fahrzeug mit intensivmedizinischer Technik und besonders geschultem Personal. Genau um diese sensiblen Transporte geht es jetzt in Münster. Die Stadt soll gemeinsam mit den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf eine neue Trägergemeinschaft gründen und den bodengebundenen Intensivtransport künftig zentral organisieren.

Der Rat der Stadt Münster berät Ende März über die entsprechende Beschlussvorlage. Wird sie verabschiedet und anschließend von der Bezirksregierung genehmigt, übernimmt Münster eine Schlüsselrolle für einen großen Teil des westlichen Münsterlandes.

Warum eine Trägergemeinschaft gegründet wird

Hintergrund ist eine gesetzliche Verpflichtung. Nach dem Rettungsgesetz Nordrhein-Westfalen müssen Kreise und kreisfreie Städte sicherstellen, dass die Bevölkerung flächendeckend mit Leistungen der Notfallrettung versorgt wird. Dazu gehören nicht nur akute Einsätze mit Blaulicht, sondern auch sogenannte Sekundärtransporte. Gemeint sind Verlegungen von intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten zwischen Krankenhäusern, etwa wenn eine Spezialbehandlung in einer anderen Klinik erforderlich ist.

Bislang arbeiteten die beteiligten Kommunen bereits zusammen. Künftig soll diese Kooperation jedoch rechtlich verbindlich und strukturiert als Trägergemeinschaft organisiert werden. Münster soll dabei als sogenannter Kernträger fungieren. Das bedeutet: Der Intensivtransportwagen wird im Stadtgebiet stationiert, die Leitstelle Münster koordiniert die Einsätze für das gesamte Gebiet der fünf beteiligten Gebietskörperschaften.

Praktisch heißt das: Geht in einem der umliegenden Kreise eine Anforderung für einen Intensivtransport ein, wird diese an die Leitstelle in Münster weitergeleitet. Von dort aus wird der Einsatz disponiert. Die eigentliche Durchführung der Transporte soll nach einer Ausschreibung ein externer Anbieter übernehmen. Eine Vergabe der Leistungen ist nach Abschluss der Vereinbarung für November 2026 vorgesehen.

Was sich für Münster und die Region ändert

Mit der Bündelung entsteht eine zentrale Struktur für hochspezialisierte Verlegungen. Ziel ist eine wirtschaftlichere Organisation und eine bessere Abstimmung in der Region. Doppelstrukturen sollen vermieden und Ressourcen effizienter eingesetzt werden. Gleichzeitig erhält die Stadt Münster die rechtliche Grundlage, die Benutzungsgebühren für diese Transporte für das gesamte Gebiet zu erheben und direkt abzurechnen.

Finanziert wird der Intensivtransport über Rettungsdienstgebühren. Konkrete Summen nennt die Verwaltung in der Vorlage nicht, da sie unter anderem vom Ergebnis künftiger Ausschreibungen abhängen. Klar ist jedoch: Es handelt sich um eine Pflichtaufgabe. Intensivmedizinische Transporte sind gesetzlich vorgeschrieben und Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.

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Sollte der Rat zustimmen, wird Münster damit zum organisatorischen Drehkreuz für Intensivtransporte im Münsterland. Für viele Menschen bleibt diese Struktur im Alltag unsichtbar. Für schwerkranke Patientinnen und Patienten kann eine gut koordinierte Verlegung jedoch entscheidend sein.

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