Nach Führungskrise: Hagemann und Oppermann übernehmen SPD Münster

Auf dem Parteitag in der Halle Münsterland hat die SPD Münster mit Peter Wagner und Aysegül Paran eine neue Doppelspitze gewählt.
Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

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Münster. Nach Rücktritten, Übergangslösungen und mehreren Wechseln an der Parteispitze hat die SPD Münster eine neue Führung. Ute Hagemann und Malte Oppermann wurden am Sonntag, 27. September 2026, beim Unterbezirksparteitag im Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium zur neuen Doppelspitze gewählt. Sie lösen Christoph Strässer ab, der den Vorsitz nach den Turbulenzen an der Parteispitze vorübergehend übernommen hatte.

Hagemann und Oppermann setzen sich gegen zweites Team durch

Um die Führung des Unterbezirks hatten sich zwei Doppelspitzen beworben. Neben Ute Hagemann und Malte Oppermann traten die frühere Ratsfrau Katharina Köhnke und der bisherige stellvertretende Vorsitzende Liam Demmke an. Hagemann bringt langjährige kommunal- und regionalpolitische Erfahrung mit. Sie gehörte in der vergangenen Wahlperiode dem Rat der Stadt Münster an und vertritt Münster inzwischen als ordentliches SPD-Mitglied im Regionalrat. Bei dessen konstituierender Sitzung am 9. Februar 2026 wurde sie zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Der Regionalrat befasst sich unter anderem mit Regionalplanung, Strukturentwicklung und Verkehrsinfrastruktur.

Malte Oppermann ist Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Münster-Süd und seit Jahren in den örtlichen Parteistrukturen aktiv. Kommunalpolitische Erfahrung sammelte er unter anderem in der Stadtplanung und Stadtentwicklung. In der vergangenen Ratsperiode gehörte er zudem für die SPD dem Ausschuss für Verkehr und Mobilität an. Auch weitere Vorstandsposten wurden beim Parteitag neu besetzt: Niklas Esser wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Er führt den SPD-Ortsverein Kinderhaus-Sprakel. Jonas Rehwald übernimmt die Aufgabe des Jugendbeauftragten.

Mehrere Wechsel an der SPD-Spitze seit Ende 2025

Der Neuwahl waren ungewöhnlich unruhige Monate im Münsteraner Unterbezirk vorausgegangen. Peter Wagner und Ayşegül Paran hatten ihre Ämter als Doppelspitze im November 2025 nur wenige Wochen nach ihrer Wahl wieder niedergelegt. Zunächst übernahmen die vier stellvertretenden Vorsitzenden Liam Demmke, Michael Kleyboldt, Charlotte Post und Anne Schulze Wintzler gemeinsam die laufenden Parteigeschäfte. Anschließend erklärte sich Christoph Strässer bereit, die SPD Münster für eine begrenzte Zeit zu führen. Seine Rückkehr war von Beginn an als Übergangslösung bis zur Wahl einer neuen regulären Parteispitze gedacht.

Strässer gehörte von 2002 bis 2017 dem Deutschen Bundestag an und war von 2014 bis 2016 Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe. Auch den Münsteraner SPD-Unterbezirk hatte er bereits früher geführt.

SPD kam bei Kommunalwahl auf 14,14 Prozent

Hagemann und Oppermann übernehmen die Parteiführung gut ein Jahr nach der Kommunalwahl vom 14. September 2025. Die SPD erreichte dabei in Münster 14,14 Prozent der Stimmen und erhielt neun der 66 gewählten Ratsmandate. Vor der SPD lagen die Grünen mit 31,63 Prozent und 21 Sitzen sowie die CDU mit 31,32 Prozent und 20 Mandaten. Die Linke erreichte 8,43 Prozent und sechs Sitze.

Trotz ihrer deutlich kleineren Ratsfraktion blieb die SPD an der Rathausmehrheit beteiligt. Grüne, SPD und Volt entschieden sich nach der Wahl für eine Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit. Anfang Februar 2026 unterzeichneten die drei Parteien ihren Koalitionsvertrag für die Wahlperiode bis 2030.

Haushaltssperre nach Einbruch bei Schlüsselzuweisungen

Die Neuwahl der Parteispitze erfolgt gleichzeitig in einer angespannten finanziellen Situation der Stadt. Im Doppelhaushalt hatte Münster für 2027 mit rund 95 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen des Landes gerechnet. Nach der aktuellen Arbeitskreisrechnung zum Gemeindefinanzierungsgesetz kann die Stadt jedoch nur noch mit rund 2,8 Millionen Euro rechnen. Stadtdirektorin und Kämmerin Christine Zeller verhängte deshalb am 8. September eine Haushaltssperre. Bereits im verabschiedeten Doppelhaushalt waren für 2026 und 2027 erhebliche Defizite eingeplant.

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