Neue Hürde für die WLE: Lärmschutz bremst Bahn-Reaktivierung zwischen Münster und Sendenhorst

Die Reaktivierung der WLE-Strecke Münster–Sendenhorst verzögert sich wegen neuer Lärmschutzauflagen in Angelmodde.
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Münster. Die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der früheren Trasse der Westfälischen Landes-Eisenbahn zwischen Münster und Sendenhorst steht kurz vor dem Ziel – doch ein Detail bremst den Zeitplan. Im laufenden Genehmigungsverfahren muss der Lärmschutz nachgebessert werden. Ohne diese Ergänzung könnte das Projekt rechtlich angreifbar werden.

Genehmigungsverfahren läuft seit 2020

Das Planfeststellungsverfahren für die Strecke wird seit Mai 2020 von der Bezirksregierung Münster geführt. Nach der ersten öffentlichen Auslegung folgten mehrere Überarbeitungen der Unterlagen. 2022 wurden Änderungen als „Deckblatt A“ vorgelegt, Anfang 2025 weitere Ergänzungen als „Deckblatt B“, die erneut öffentlich auslagen. Ziel war es, offene Fragen zu klären und Einwände auszuräumen.

Nachbesserung beim Lärmschutz in Angelmodde

Kurz vor dem Abschluss des Verfahrens ist nun ein neuer Punkt hinzugekommen. Entlang bestehender Wohnbebauung im Stadtteil Angelmodde soll zusätzlich zum bisherigen Konzept eine Lärmschutzwand errichtet werden. Geplant ist eine rund 117 Meter lange Wand, die den Schallschutz deutlich verbessern soll.

Ursprünglich war in diesem Bereich lediglich vorgesehen, direkt an den Schienen sogenannte Schienenstegabschirmungen zu montieren. Diese Technik reduziert zwar den Lärm am Gleis, reicht nach aktueller Bewertung aber nicht aus. Die nun ergänzte Lösung wird derzeit von der Bezirksregierung geprüft.

Juristische Absicherung des Projekts

Hintergrund der Nachbesserung ist die rechtliche Absicherung des gesamten Vorhabens. Ohne ausreichenden Lärmschutz entlang der Wohnbebauung bestünde das Risiko, dass die Reaktivierung später gerichtlich angegriffen werden könnte. Mit der zusätzlichen Wand soll dieses Risiko minimiert und das Verfahren rechtssicher abgeschlossen werden.

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Für den künftigen Betrieb haben der Nahverkehr Westfalen-Lippe und SchienePLUS ein Konzept mit batterie-elektrischen Zügen erarbeitet. Angestrebt werden Fahrzeiten von rund 30 Minuten zwischen Münster Hauptbahnhof und Sendenhorst sowie etwa 16 Minuten bis Wolbeck. Zudem ist ein dichterer Takt bis Wolbeck vorgesehen als auf dem weiterführenden Abschnitt. Als Zielwert werden mehr als 10.000 Fahrgäste pro Werktag genannt.

Nächster Schritt: Prüfung und Entscheidung

Ob und wann das Verfahren endgültig abgeschlossen werden kann, hängt nun von der Bewertung der ergänzten Lärmschutzplanung ab. Erst nach dieser Prüfung kann entschieden werden, ob die Reaktivierung der Strecke planmäßig umgesetzt wird.

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