Neue Zahlen aus Münster zeigen mehr rechtsextreme Taten an Schulen und Hochschulen

Die Polizei hat die Neonazi-Demo in Münster am 5. Juli 2025 gestoppt. Begleitet wurde der Aufzug von lautstarkem Gegenprotest. Nach dem gestoppten Aufmarsch am 5. Juli kündigt die Partei „Die Heimat" Klagen gegen die Polizei und Verwaltung an.

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Münster. Rechtsextreme Straftaten an Schulen und Hochschulen in Nordrhein-Westfalen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage im Landtag hervor. Besonders für den Regierungsbezirk Münster weist die Statistik einen klaren Anstieg aus. Dort wurden 2022 noch 44 Fälle registriert, 2025 sind es nach bisherigem Stand bereits 88.

Wie die Landesregierung mitteilt, wurden für den Phänomenbereich der politisch motivierten Kriminalität von rechts zwischen 2022 und 2025 landesweit 1.476 Delikte unter dem Erfassungsparameter „Schule/Uni; öffentliche Einrichtung“ registriert. Für ganz Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl von 281 Fällen im Jahr 2022 auf 277 im Jahr 2023, sprang dann aber 2024 auf 452 und liegt für 2025 bislang bei 466 Taten. Die Zahlen für 2025 sind laut Landesregierung allerdings noch nicht abschließend valide, weil der Abgleich mit dem Bundeskriminalamt zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht beendet war.

Deutlicher Anstieg auch im Regierungsbezirk Münster

Für den Regierungsbezirk Münster zeigt die Landtagsdrucksache eine Entwicklung, die den allgemeinen Trend in Nordrhein-Westfalen bestätigt. Nach 44 registrierten Fällen im Jahr 2022 stieg die Zahl 2023 auf 58, 2024 auf 81 und 2025 nach bisherigem Stand auf 88. Insgesamt wurden damit für die Region seit 2022 bereits 271 Delikte erfasst. Höher lagen die Werte in diesem Zeitraum nur in den Regierungsbezirken Düsseldorf mit 379 Fällen und Arnsberg mit 304 Fällen. Hinter Münster folgen Köln mit 268 und Detmold mit 254 Delikten.

Die Landesregierung weist zugleich auf eine wichtige Einschränkung hin. Die Statistik unterscheidet nicht sauber zwischen Schulen auf der einen und Hochschulen oder Universitäten auf der anderen Seite. Erfasst werden die Fälle gemeinsam über einen einheitlichen Parameter. Dadurch lässt sich aus den vorliegenden Zahlen nicht ablesen, wie viele Taten konkret an einzelnen Schulen oder an bestimmten Hochschulstandorten verübt wurden. Auch eine gesonderte Auswertung nur für Universitäten ist auf dieser Datengrundlage nicht möglich.

Für die Einordnung ist das trotzdem relevant. Schulen und Hochschulen gelten als besonders sensible Orte, weil hier junge Menschen lernen, arbeiten und sich gesellschaftlich orientieren. Wenn dort rechtsextreme Straftaten zunehmen, geht es nicht nur um reine Fallzahlen, sondern auch um die Frage, wie sicher Bildungsorte in Nordrhein-Westfalen tatsächlich sind und wie Prävention, Aufklärung und Schutzmaßnahmen weiterentwickelt werden müssen.

Welche Delikte erfasst wurden und was die Zahlen bedeuten

Nach Angaben der Landesregierung umfasst die Statistik verschiedene Formen politisch rechts motivierter Kriminalität. Genannt werden Verstöße gegen die Paragrafen 86 und 86a des Strafgesetzbuchs, also etwa das Verbreiten von Propagandamitteln und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Hinzu kommen Sachbeschädigungen, Volksverhetzung, Beleidigungen, Körperverletzungsdelikte, Bedrohungen oder Nötigungen, Störungen des öffentlichen Friedens sowie weitere sonstige Straftaten.

Insgesamt wurden von 2022 bis 2025 laut Antwort der Landesregierung 353 tatverdächtige Personen im Zusammenhang mit rechtsextremen Straftaten an Schulen oder Hochschulen ermittelt. Auch dieser Wert zeigt, dass es sich nicht nur um einzelne Ausreißer handelt. Die Zahlen deuten vielmehr auf ein dauerhaftes Problem hin, das Bildungsorte in ganz NRW betrifft.

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Dass die Landesregierung die Taten im Bereich der politisch motivierten Kriminalität von rechts zusammenfasst, folgt dem bundesweit einheitlichen Erfassungssystem. Entscheidend ist dabei, ob nach den Umständen der Tat oder nach der erkennbaren Einstellung des Täters eine politische Motivation angenommen wird. Darunter fallen nicht nur Angriffe auf Personen, sondern auch Taten gegen Einrichtungen oder Objekte, wenn sie mit rechtsextremen Motiven in Verbindung stehen.

Für Münster und andere Regionen in NRW liefern die neuen Zahlen damit vor allem ein Warnsignal. Sie zeigen, dass rechtsextreme Straftaten im Bildungsbereich kein Randthema mehr sind. Die Entwicklung dürfte den Druck erhöhen, Präventionsarbeit, Demokratieförderung und Schutzkonzepte an Schulen und Hochschulen weiter zu stärken.

Zahlenübersicht für Nordrhein-Westfalen

Die Landesregierung nennt für die fünf Regierungsbezirke folgende Fallzahlen seit 2022:

Arnsberg: 52, 49, 91, 112
Detmold: 66, 38, 80, 70
Düsseldorf: 74, 59, 106, 130
Köln: 45, 63, 94, 66
Münster: 44, 58, 81, 88

Landesweit ergibt das 281 Fälle im Jahr 2022, 277 im Jahr 2023, 452 im Jahr 2024 und 466 im Jahr 2025.

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