Neuer Schub für den Regionalverkehr: 61 Akku-Züge sollen durchs nördliche Westfalen rollen

Die Reaktivierung der WLE-Strecke Münster–Sendenhorst verzögert sich wegen neuer Lärmschutzauflagen in Angelmodde.
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Westfalen-Lippe. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) plant eine der größten Investitionen in die regionale Schienenmobilität. Für das Netz nördliches Westfalen hat er 61 moderne Akku-Züge bei Siemens Mobility bestellt. Die Finanzierung erfolgt über ein Leasingmodell mit der Rock Rail NnW GmbH & Co. KG. Ab Dezember 2029 sollen die Fahrzeuge in Betrieb gehen und damit die Dieseltriebwagen Schritt für Schritt ablösen.

Akku-Züge im Netz nördliches Westfalen: Technik und Komfort

Die bestellten Fahrzeuge gehören zur Kategorie der Battery Electric Multiple Units (BEMU). Sie kombinieren verschiedene Antriebsarten: Auf Strecken mit Oberleitung laden sie ihre Batterien auf, auf nicht elektrifizierten Abschnitten fahren sie mit gespeicherter Energie. Dieses Konzept ermöglicht einen lokal emissionsfreien Betrieb, der nicht nur klimafreundlicher, sondern auch deutlich leiser ist als bei herkömmlichen Dieselzügen.

Besonders effizient sind die Akku-Züge durch ihr Energiemanagementsystem, das beim Bremsen Energie zurückgewinnt und in die Batterien einspeist. Auch für Fahrgäste bringt die neue Flotte Vorteile: WLAN, stufenfreie Einstiege und ein insgesamt moderneres Design sollen das Reisen angenehmer machen. Die Züge bestehen zudem zu einem großen Teil aus wiederverwertbaren Materialien – mehr als 90 Prozent der Bauteile können später recycelt werden.

Zeitplan und vertragliche Rahmenbedingungen

Das Einsatzvolumen der Flotte ist beachtlich: Jährlich sollen rund 7,1 Millionen Zugkilometer gefahren werden. Die Züge sind für eine Laufzeit von mindestens 15 Jahren ausgelegt. Parallel läuft bereits die Ausschreibung für den Betrieb der Linien. Welches Eisenbahnverkehrsunternehmen die neuen Akku-Züge im Netz nördliches Westfalen einsetzen wird, entscheidet sich voraussichtlich Anfang 2026.

Bedeutung für die Region

Mit der Bestellung der 61 Fahrzeuge entsteht eine der größten Akku-Zug-Flotten Deutschlands. Der NWL sieht darin einen entscheidenden Schritt für die Mobilitätswende in Nordrhein-Westfalen. Für die Region bedeutet das Projekt nicht nur modernere und leisere Fahrzeuge, sondern auch eine nachhaltigere Perspektive für den öffentlichen Nahverkehr. Ob der ambitionierte Zeitplan bis 2029 eingehalten werden kann, bleibt allerdings abzuwarten.

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