
Nordrhein-Westfalen stellt die Beruflichen Gymnasien neu auf. Ab dem Schuljahr 2027/28 gelten neue Regeln für die gymnasiale Oberstufe an den Berufskollegs. Kernpunkte sind ein fünftes Abiturfach, neue Prüfungsformen und eine stärkere Bündelung der bisherigen Bildungsgänge in acht berufliche Profile. Der Schulausschuss hat der entsprechenden Änderung der Ausbildungs- und Prüfungsordnung Berufskolleg zugestimmt.
Auch an den Beruflichen Gymnasien wird künftig ein fünftes Abiturfach eingeführt. Die beiden Leistungskurse sowie ein weiteres Fach bleiben schriftliche Prüfungsfächer, hinzu kommt weiterhin eine mündliche Prüfung. Das neue fünfte Fach kann als Präsentationsprüfung abgelegt werden. Dabei bearbeiten Schülerinnen und Schüler eine Aufgabenstellung eigenständig, präsentieren ihre Ergebnisse und erläutern sie anschließend in einem Prüfungsgespräch. Alternativ ist eine besondere Lernleistung möglich, beispielsweise auf Grundlage eines Forschungsprojekts oder einer wissenschaftsorientierten Arbeit.
Die Reform verändert außerdem die Leistungsbewertung während der Oberstufe. Neben Klausuren und mündlicher Mitarbeit sollen sogenannte gleichwertige komplexe Leistungsnachweise stärker genutzt werden. Bereits in den Vorarbeiten zur Reform hatte das Schulministerium vorgesehen, projektorientiertes Arbeiten an den Beruflichen Gymnasien auszubauen.
Eine weitere größere Änderung betrifft die Struktur der Bildungsgänge. Die bisherigen Angebote werden künftig acht Bereichen zugeordnet. Vorgesehen sind die Profile Gestaltung, Gesundheit, Informatik, Naturwissenschaften, Sozialpädagogik, Sport, Technik und Wirtschaft. Die Schulen sollen entsprechend als „Berufliches Gymnasium für …“ mit dem jeweiligen Schwerpunkt auftreten. Nach Angaben des Landes soll dadurch deutlicher werden, welche fachliche Ausrichtung ein Berufliches Gymnasium anbietet.
Am Grundprinzip dieser Schulform ändert sich dagegen nichts: Die Beruflichen Gymnasien verbinden die Allgemeine Hochschulreife mit beruflicher Bildung. Auch Bildungsgänge, bei denen zusätzlich ein staatlich anerkannter Berufsabschluss erworben werden kann, bleiben erhalten. In Nordrhein-Westfalen gibt es Berufliche Gymnasien an mehr als 230 Berufskolleg-Standorten.
Die Reform soll ab dem Schuljahr 2027/28 greifen. Damit folgt die Neuordnung der Beruflichen Gymnasien zeitlich der bereits beschlossenen Reform der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien und Gesamtschulen. Auch dort gehören das fünfte Abiturfach und neue Präsentationsprüfungen zu den zentralen Änderungen. Für die reguläre gymnasiale Oberstufe treten die neuen Regeln zum 1. August 2027 in Kraft.
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